10 Fakten, die veranschaulichen, wie der derzeitige Wirtschaftszusammenbruch den Planeten verheert

Michael Snyder, The Economic Collapse, 13.05.2013

Wann findet der Wirtschaftskollaps denn nun eigentlich statt? Ja dafür müssen Sie nur die Augen aufmachen und sich in der Welt umschauen. Die nächste Welle des Wirtschaftszusammenbruchs hat Wall Street vielleicht noch nicht erreicht, aber sie betrifft heute bereits Millionen von Menschen auf unserem Planeten.

Weite Teile Europas versinken bereits in einer tiefen Wirtschaftsdepression, während aus der zweitgrößten und drittgrößten Wirtschaft des Planeten (aus China und Japan) sehr beunruhigende Wirtschaftsdaten kommen und die Einkommensungleichheit in weiten Teilen Welt weiter zunimmt – und das obwohl heute bereits 80% der weltweiten Bevölkerung von weniger als USD 10 am Tag lebt.

Und dass der Dow Jones Index in jüngster Zeit auf neue Allzeithochs klettern konnte, bedeutet noch lange nicht, dass alles okay ist. Wir dürfen hier ja nicht vergessen, dass eine Blase immer dann am größten ist, wenn sie kurz vor dem Platzen steht. Die nächste große Welle des Wirtschaftszusammenbruchs hat Europa und Asien bereits erreicht und wird auch in den Vereinigten Staaten aufschlagen. Ich hoffe, Sie sind darauf vorbereitet.

Im Folgenden finden sie 10 Fakten zum Wirtschaftszusammenbruch, der derzeit auf unserem Planeten wütet:

1. 27% Arbeitslosenquote und 60% Jugendarbeitslosenquote in Griechenland

Die Wirtschaftsdepression in Europa verschlimmert sich mit jedem weiteren Monat. Laut der britischen Zeitung Daily Mail hat sich die Arbeitslosenrate Griechenlands seit 2009 verdreifacht:

„Die griechische Jugendarbeitslosigkeit ist im Februar erstmals auf über 60% gestiegen, was die Leiden widerspiegelt, die – nach Jahren der Austerität ihres internationalen Rettungspakets – durch die lähmende Rezession verursacht worden sind.

Die griechische Arbeitslosenquote hat sich seit dem Ausbruch der Schuldenkrise des Landes in 2009 fast verdreifacht und war im März mehr als doppelt so hoch wie die durchschnittliche Arbeitslosenquote der Eurozone von 12,1%.

Und während die Arbeitslosenrate laut den am Donnerstag veröffentlichten Daten auf 27% gestiegen ist, schnellte die Arbeitslosigkeit unter den 15- bis 24-Jährigen von 59,3% im Januar auf 64,2% im Februar.“

2. Die Stadt Detroit im US-Bundesstaat Michigan ist pleite, und jetzt geht ihr das Geld aus

Ich schreibe gerne über Detroit, weil es das perfekte Beispiel dafür ist, wo die Reise für den Rest der USA hingehen wird. Detroit hat schlicht das Pech, die erste Stadt zu sein. Detroit ist zum jetzigen Zeitpunkt im Grunde schon pleite, und der neue Sonderfinanzverwalter sagt, dass der Stadt bereits nächsten Monat das Geld ausgeht:

„Detroit könnte nächsten Monat das Geld ausgehen und die Stadt müsse ihre langfristigen Schulden und Pensionsverpflichtungen zurückfahren, so der vorläufige Plan des Sonderfinanzverwalters Kevyn Orr, um Michigans größte Stadt vor dem Bankrott zu bewahren.

In dem Bericht von Orr heißt es, dass die Kosten von USD 9,4 Milliarden für Anleihen, Pensionen und langfristige Verbindlichkeiten die Möglichkeiten der Stadt untergraben, für die öffentliche Sicherheit und den Transport zu sorgen. Zu den von ihm aufgelisteten Optionen gehören Rückschnitte bei dem Schuldendienst, den Zuwendungen für Rentner und den Arbeitsplätzen.

´Niemand sollte die Schwere der Finanzkrise unterschätzen,` so Orr gestern in einer Erklärung. Er nannte seinen Bericht ´ein ernüchterndes Warnsignal bezüglich der trostlosen Finanzsituation, mit der Detroit konfrontiert ist.`“

3. Wirtschaftliche Hoffnungslosigkeit in Frankreich

Frankreich folgt derzeit demselben Weg, den Griechenland, Spanien, Portugal und Italien bereits eingeschlagen haben. Der nachfolgende Auszug stammt von einem kürzlich in der Zeitschrift The Economist veröffentlichten Artikel:

„Helder Pereira ist ein junger Mann ohne Arbeit und mit wenig Aussichten: Ein 21-Jähriger, der seinen Sekundarschulabschluss nicht schaffte und vor vier Monaten seinen Job auf einer Baustelle verlor. Und da seine Ersparnisse nun bald aufgebraucht sind, ist er zu seinem örtlichen Arbeitsamt im Pariser Vorort Sevran gegangen, um Arbeitslosengeld zu beantragen und einen Job zu finden. Das Geld wird er bekommen. Das mit der Arbeit ist ein anderes Thema. Die Jugendarbeitslosigkeit in Sevran liegt bei über 40%.“

4. In der Stadt Dayton im US-Bundesstaat Ohio sind 7.000 Immobilien aufgegeben worden

Überall im nördlichen Teil des Mittleren Westens finden sich einst große Städte, die nun mit tausenden von aufgegebenen Gebäuden zu kämpfen haben. Dayton ist ein Beispiel dafür:

„Wie viele urbane Städte versinkt auch Dayton in aufgegebenen und baufälligen Immobilien, was auf die Zwangsvollstreckungskrise und den wirtschaftlichen Abschwung vor fünf Jahren zurückgeht.

Die Stadt ist übersät mit zugenagelten Gebäuden, die auf dem letzten Loch pfeifen, während Dayton versucht, sich wieder zu erholen.

Kevin Powell, der Leiter des Bauamts von Dayton, sagt, dass die Behörden planen, USD 5,2 Millionen … einzusetzen, um bis Ende September 475 aufgegebene Immobilien abzureißen.

Damit wird man bei dem wachsenden Problem der geschätzten 7.000 aufgegebenen Immobilien aber nur an der Oberfläche kratzen.“

5. Spanien wird von Hausbesetzern überwältigt

In Spanien explodiert die Arbeitslosigkeit und die Hoffnungslosigkeit der Menschen nimmt immer weiter zu. Fakt ist, dass man in einigen spanischen Städten mittlerweile ganze Wohnblocks findet, die von Hausbesetzern belegt werden:

„Ein Apartment-Komplex mit 285 Wohneinheiten in Parla, weniger als eine halbe Stunde Autofahrt von Madrid entfernt, müsste eigentlich ein idealer Ort für Anleger sein, die in Spanien auf der Suche nach billigen Immobilien sind. Leider generieren zwei Drittel der Immobilie überhaupt keine Einnahmen, da sie von Hausbesetzern heimgesucht wird.

´Das findet derzeit überall im Land statt,` so Jose Maria Fraile, der Bürgermeister der Stadt, der davon ausgeht, dass es für lediglich 100 Apartments des vom Stadtrat gebauten Wohnblocks Mietverträge gibt, und selbst hier würden noch nicht einmal alle Mieter zahlen. ´Die Menschen haben ihre Arbeit verloren, sie können die Hypotheken oder die Mieten nicht bezahlen, und daher haben sie ihre Eigenheime verloren, und das hat für eine Flut an Hausbesetzern gesorgt.`“

6. Das Wachstum des chinesischen Energieverbrauchs bricht ein

Der Energieverbrauch tendiert dazu, die Wirtschaftsaktivität einer Region sehr genau widerzuspiegeln. Das ist auch der Grund dafür, warum der jüngste Einbruch beim Wachstum des chinesischen Energieverbrauchs so alarmierend ist. Der Finanzblog Zerohedge meldete dazu:

„Laut Chris Wood von CLSA ist das Wachstum des monatlichen Energieverbrauchs in China – des genausten Stellvertreters für die wirtschaftliche Stärke des Landes, so der amtierende Premierminister – laut den Daten der Energiebehörde im Jahresvergleich von Januar bis Februar 2013 auf 5,5% und im März auf 1,9% zurückgegangen. Das ist die geringste Wachstumsrate seit Mai 2009.“

7. Entsetzliche Wirtschaftsdaten aus der zweitgrößten Wirtschaft des Planeten

Die Wirtschaftsdaten, die derzeit aus der zweitgrößten Wirtschaft kommen, sind ziemlich alarmierend:

„Für Neueinsteiger: Chinas jüngste Wirtschaftsdaten sind, obwohl sie nach oben manipuliert werden, einfach nur entsetzlich. Chinas Produktionsmanagerindex weist die schlechtesten Zahlen der letzten zwei Jahre aus. Die Beschäftigungszahlen im chinesischen Dienstleistungssektor sind nun erstmals seit Januar 2009 rückläufig.

Chinas wirtschaftliche Leitindikatoren zeigen keinerlei Hinweise auf eine Erholung. Wenn überhaupt, dann deuten diese Daten darauf hin, dass sich China in Richtung einer Wirtschaftsabschwächung im Stile des Jahres 2008 aufgemacht hat. Und wenn man hier noch die stark steigende Verschuldung mit einbezieht, mit der Chinas Wirtschaft angeheizt worden ist, kann man ohne Weiteres behaupten, dass China derzeit überhaupt kein Wirtschaftswachstum aufweist.“

8. Jeder 5. US-Haushalt ist auf staatliche Lebensmittelmarken angewiesen

In den 70er Jahren erhielt jeder 50. Amerikaner Lebensmittelmarken vom Staat. Heute klettert die Zahl der Menschen, die staatliche Lebensmittelmarken erhalten, von einem Rekordhoch zum nächsten – und das obwohl sich die USA angeblich inmitten einer „Wirtschaftserholung“ befinden. Das Folgende stammt von CNS News:

„Die jüngsten Daten des Supplemental Assistance Nutrition Program (SNAP) zur Zahl der Haushalte, die Lebensmittelmarken erhalten, zeigt, dass im Januar 2013 23.087.886 Haushalte an diesem Programm teilnahmen – gegenüber Januar 2012, wo diese Zahl bei 22.188.732 lag, ist dies ein Anstieg von 889.154 Familien.

Laut den jüngsten Daten der US-Zensusbehörde vom Dezember 2012 gibt es in den USA 115.310.000 Haushalte. Teilt man das durch 23.087.866 gelangt man zu dem Ergebnis, dass aktuell jeder fünfte Haushalt Lebensmittelmarken erhält.“

9. Hungernde Kinder in den USA

Diejenigen, die für die Großbanken an Wall Street arbeiten, dürften kaum Probleme dabei haben, ihre Kinder zu ernähren, aber in anderen Regionen Amerikas nimmt der Hunger unter US-amerikanischen Kindern immer schneller zu. Nehmen wir nur ein paar Daten aus einem meiner letzten Artikel:

10. Unglaubliches Leid und Elend bei hunderten Millionen von unbeschreiblich armen Menschen, von denen wir nie gehört haben

Auf der Welt gibt es Milliarden von Menschen, die gegenwärtig in Leid und Elend leben, aber überhaupt keine Stimme haben. In der Regel hören wir nichts über diese verzweifelte Armut, in der diese Menschen leben – aber das heißt nicht, dass sie nicht existiert. Die nachfolgenden von Stephen Lendman jüngst zusammengetragenen Daten sind schockierend und alarmierend zugleich:

„Mindestens 80% der Menschen leben von weniger als USD 10 am Tag. Über drei Milliarden Menschen leben von weniger als USD 2,50 am Tag. Über 80% leben in Ländern, wo die Einkommensungleichheit wächst.

Die ärmsten 40% der Weltbevölkerung verfügen über 5% des weltweiten Einkommens. Das untere Fünftel verfügt über 1,5% des weltweiten Einkommens. Die oberen 20% verfügen über 75% des weltweiten Einkommens.

Laut UNICEF sterben jeden Tag 22.000 entkräftete Kinder. Sie ´sterben still und leise in den ärmsten Dörfern des Planten, weit entfernt von den Blicken und dem Gewissen der Welt. Da sie so duldsam und schwach sind, findet der Tot dieser Scharen an Kinder nur noch unauffälliger statt.`

In den Entwicklungsländern sind geschätzte 28% aller Kinder untergewichtig, unterernährt und/oder unterentwickelt.“

Wie kann es sein, dass in einer Welt mit so viel Reichtum so viele Menschen so leben müssen?

Und das Traurige ist, dass es noch viel schlimmer werden wird. Die Wirtschafts- und Finanzsysteme unseres Planten brechen gegenwärtig zusammen, und in einen paar Jahren wird uns die jetzige Phase wie die „guten alten Zeiten“ vorkommen.

Und immer mehr Menschen fangen nun an zu begreifen, wo die Reise hingehen wird. So wurde jetzt eine neue Untersuchung veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass 48% der Amerikaner davon ausgehen, dass das Beste hinter uns liegt.

Weitere Artikel zu diesem Thema