Verrückte Märkte & Super-Spekulationsblasen

Richard Russell, King World News, 14.05.2013

Wir leben in sehr erstaunlichen Zeiten – Zeiten, die uns beispiellose Ereignisse bescheren. Wussten Sie beispielsweise, dass der Dow Jones Index in den letzten 25 Wochen 21 Wochen gestiegen ist. Und hier kommt noch hinzu, dass die Margin-Verschuldung aktuell mit USD 346 Milliarden fast auf einem Rekordhoch liegt. Der Rekord wurde im Juli 2007 mit USD 381 Milliarden verzeichnet.

Nie zuvor war in den Geldmarktfonds im Verhältnis zu Aktien und Anleihen so wenig Geld wie heute. Letzte Woche sank die Rendite beim US High Yield Index von Barclays [für Ramschanleihen] auf ein neues Rekordtief von 4,97% – das ist das erste Mal, dass der Index unter die Marke von 5% gefallen ist.

Die ganze Situation kann mit einem einzigen Satz beschrieben werden: Die Jagd nach Rendite hat fast schon wahnhafte Züge erreicht. Die Frage ist: Haben die Anleger bestimmte Vermögenswerte auf extreme Hochs getrieben und verschiedene Märkte auf gefährlich dünnes Eis manövriert? Blicken wir hier gerade auf eine Ansammlung neuer Fed-geschaffener Super-Spekulationsblasen?

Was ist mein Rat? Nun, der Durchschnittsabonnent von mir ist kein Geldverwalter, daher ist der Durchschnittsabonnent von mir beruflich auch nicht darauf angewiesen, Umsätze oder gar Profite zu generieren. Ich ziehe es vor, Geld und Gold zu halten.

Ja sicher, die Kaufkraft des Geldes geht fortwährend zurück. Das müsste der Fed eigentlich Sorgen bereiten. Und was ist die Reaktion der Fed? Das ist einfach: Wir lügen einfach bezüglich der Inflationsrate. Oder wir verändern den Verbraucherpreisindex.

Wie die Financial Times gestern meldete, denkt die US-Notenbank gegenwärtig darüber nach, die quantitativen Lockerungsmaßnamen, mit denen jeden Monat USD 85 Milliarden an Anleihen und hypothekarisch besicherten Wertpapieren aufgekauft werden, auslaufen zu lassen.

Also noch einmal: Ich sage, wir sollten versuchen, das Ganze simpel zu halten. Unsere Aufgabe ist es, den US-Dollar und die US-Staatsanleihen im Auge zu behalten. Im Folgenden finden Sie einen Zweijahreschart des TLT [Fonds mit langlaufenden US-Staatsanleihen]. Die wichtige Stützungslinie verläuft bei 114 Punkten.

TLT-Richard-Russell

Die Aktienindizes sind überkauft, überbewertet, werden von allen geliebt und notieren derzeit auf Rekordhochs. Die eingesetzte Margin-Verschuldung notiert auf schwindelerregenden Höhen, was zeigt, dass bei einem Großteil dieses Markts Spekulation mit eingebaut ist.

Die Aktivitäten der Fed wirken unterdessen wie ein Stützungsmechanismus. Sollten die Aktien damit anfangen zu fallen, können die Anleger darauf vertrauen, dass die US-Notenbank QEwigkeit weiter ausweiten wird.

Unsere ausländischen Kreditgeber haben bezüglich der steigenden US-Verschuldung und Haushaltsdefizite die Nase voll. Sie sehen nicht, wie die von ihnen gehaltenen US-Staatsanleihen mit stabilen Dollars zurückgezahlt werden könnten.

Schaut man sich die Situation der ausländischen Kreditgeber an, so sind sie derzeit in fortwährend an Wert verlierenden Dollars und US-Staatsanleihen gefangen. Früher war das nie ein Problem gewesen, da der Dollar jederzeit in Gold konvertiert werden konnte. Aber das ist Geschichte. Das Problem ist, dass unsere Geldgeber nun damit konfrontiert sind, dass sie aus den kurz- und langlaufenden US-Staatsanleihen und dem Dollar raus und diversifizieren müssen. Das passiert gerade, aber es muss auf sehr subtile und vorsichtige Art geschehen, wenn man den Märkten nicht den Garaus machen will.

Die Sache ist die, dass niemand (US-Geldgeber) dem Fiatgeld mehr vertraut. Willkommen im neuen Bullenmarkt des echten Gelds – Gold.

Und während der Dollar systematisch an Kaufkraft verliert, wird sich dies auch auf die US-Staatsanleihen auswirken. Wenn der gigantische US-Staatsanleihemarkt zu fallen beginnt, werden die Zinssätze steigen – die Zinsen steigen, wenn die Anleihen im Wert fallen –, und die Frage bezüglich des wirtschaftlichen Erfolgs der USA wird auf einmal wieder an die Oberfläche drängen.

Während ich diese Zeilen hier schreiben, gibt es also zahlreiche Probleme, die sich gerade im Geheimen und außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung zusammenbrauen – und es sind Probleme, über die in den Tageszeitungen gewöhnlich nicht berichtet wird.

Der Dow Jones kletterte am Freitag auf ein neues Hoch, das vom Transportindex nicht bestätigt wurde. Alle ignorieren gegenwärtig die Serie an Nicht-Bestätigungen, doch der Oldtimer Richard Russel nimmt sie ernst. Seien Sie sehr, sehr vorsichtig, wenn die Staatsanleihen fallen (und ja, sie fallen gerade). Halten Sie den GDX und den GDXJ und seien Sie sehr geduldig mit den beiden. Wenn sich die Welt gegen die Fiatwährungen wendet – wovon ich ausgehe –, wird sich Gold in die Stratosphäre aufmachen.