Wirtschaftsdebakel: Lage in Europa nach wie vor katastrophal

Vergessen Sie die Rhetorik der Politiker und das Wunschdenken der Massenmedien. Ohne einen massiven Privat- und Staatsschuldenabbau wird sich Europas Wirtschaft nicht wieder erholen

Patrick Wood, The August Forecast, 15.05.2013 (in Auszügen)

… Frankreich ist nun wieder in die Rezession abgetaucht. Die französische Wirtschaft ging im ersten Quartal 2013 um 0,2% zurück.

Die Rezession in den 17 Euroländern hält jetzt schon seit sechs Quartalen an – das ist die längste Wirtschaftsrezession seit die Europäische Union 1995 konkrete Form annahm. Überdies ist mittlerweile für jedermann offenkundig, dass Deutschland allein nicht in der Lage ist, irgendwelche Teile der Eurozone vor einer Schrumpfung des BIP zu bewahren. Deutschlands eigene Wachstumsrate stagnierte im ersten Quartal 2013 mit 0,1% und das Land steht nun selbst gefährlich nahe am Rande einer Rezession.

Wir können nur hoffen, dass die Depression, die aktuell immer noch in Griechenland wütet, nicht auch für den Rest Europas Realität wird. Griechenland befindet sich jetzt im fünften Jahr seines wirtschaftlichen Rückgangs, und es wird damit gerechnet, dass das BIP in 2013 um weitere 4,2% zurückgehen wird, während die Arbeitslosenrate weiter in die Höhe schießt.

Die griechische Arbeitslosenrate ist auf 27% gestiegen, aber die Jugendarbeitslosigkeit ist bereits auf unglaubliche 64,2% geschossen! Ja richtig, drei von vier Menschen zwischen 15 und 24 Jahren haben keine Arbeit.

Unteressen zieht der Internationale Währungsfonds die Daumenschrauben bei Griechenland weiter an und verlangt weitere Steuerreformen und Reduzierungen bei den Staatsschulden.

In Italien hat sich ein politischer Stillstand eingestellt und das merkt man auch. Seine Wirtschaft wird 2013 um rund 1,8% sinken, während die italienische Arbeitslosenrate weiter bei 11,5% verharren wird. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im März auf 36,3% gestiegen.

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Die oben stehende Grafik fasst den Rest Europas zusammen und zeigt das Momentum des BIP-Wachstums. Griechenland hat den Chart buchstäblich nach unten hin durchbrochen. Portugal, Spanien und Italien sind die Kandidaten mit der nächstschlechteren Entwicklung.

Finnland und die Niederlande stellen die mittlere Gruppe dar. Zur Gruppe, die die besten Wachstumsdaten aufweist, gehören Deutschland, Österreich, Irland und Belgien. Interessant ist, dass bis auf Deutschland keines der Euroländer ein positives Momentum aufweist.

Das größte Land im Osten Europas, Russland, befindet sich aus technischer Sicht in einer Wirtschaftsrezession, da seine bedeutendsten Branchen nun schon das zweite Quartal in Folge einen Rückgang aufweisen. Sollte Russland dieses Jahr mit einem positiven Wirtschaftswachstum aufwarten können, dürfte es aller Vorausschau nach unter 1% liegen.

Die britischen Ökonomen streiten sich gegenwärtig darüber, ob England nun eine Double-Dip-Rezession hatte oder nicht. Großbritannien hat eine Double-Dip-Rezession erlebt, nachdem die revidierten Daten des Jahres 2012 veröffentlicht wurden, dann aber doch nicht. Die Briten sind berühmt für diese Art sinnloser Debatten. Die britische Arbeitslosenrate ist auf 7,9% gestiegen, während die Jugendarbeitslosigkeit bei 20,7% steht.

Der tatsächliche Zustand der Wirtschaften der Eurozone stützt weder die politische Rhetorik noch das Wunschdenken, das seitens der Medien zu vernehmen ist. Europa ist immer noch eine Katastrophe und es gibt keine echten Hinweise auf eine Erholung. Solange die Länder nicht in der Lage sind, ihre Staatsschulden und ihre Privatschulden abzubauen, wird die Abwärtsspirale weiter anhalten.

Der damit einhergehende Abwärtssog für die US-Wirtschaft ist immer noch spürbar und wird auch künftig weiter anhalten.

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