Pulverfass Europa: Gefahr des Zusammenbruchs der Eurozone ist real

Eine der größten Gefahren für Europa ist der zunehmende Separatismus und die Tatsache, dass die Zuwanderer ihr eigenes Süppchen kochen. Darüber hinaus sind die mittelfristigen finanziellen Risiken der Eurozone bedeutend höher als die der USA. Das Risiko eines Auseinanderbrechens der Eurozone ist nicht theoretischer Natur, sondern real

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 23.05.2013

Kulturelle Anpassung – Europas interne Krise

Was die Linken in Europa nicht begreifen, ist, dass man in dieser Welt nicht alles „fair“ machen kann. Vor Jahren hielt ich mich in London auf und erhielt einen Telefonanruf von einem großen Kunden von uns, einem Telekommunikationsunternehmen. Sie baten mich, nach Deutschland zu fliegen, um am nächsten Morgen an einer dringenden Vorstandsitzung teilzunehmen. Ich hatte keine Ahnung, warum ich da erscheinen sollte. Es war einfach nur dringend.

Ich nahm an der Vorstandssitzung teil und wurde dort zum Berater des Pensionsfonds des Unternehmens ernannt – ohne irgendwelche Preisvereinbarungen oder irgendwas. Dann trat die Mehrheit des Vorstands zurück. Ich fragte, was zum Teufel hier eigentlich vor sich gehen würde.

Die Firma wollte 20% ihrer Mitarbeiter entlassen. Die Regierung hatte zugestimmt, weil man jedem Arbeitnehmer über USD 50.000 Abfindung zahlen wollte. In letzter Minute kam die Regierung dann an und erklärte, dass – damit es auch „fair“ zugeht – sich die Firma nicht aussuchen dürfe, wen sie entlässt. Das Angebot müsste allen Mitarbeitern unterbreitet werden.

Die guten Mitarbeiter, die sofort wieder Arbeit finden würden, schnappten sich das Geld und nahmen die Beine in die Hand. Und die Leute, die sie eigentlich loswerden wollten, blieben. Die Vorstandsmitglieder traten aufgrund von Befürchtungen zurück, dass ihr Ruf durch diese Entscheidung beschädigt würde.

Die Linken in den europäischen Regierungen mögen ihr Herz vielleicht am rechten Fleck haben, aber von der Natur des Menschen haben sie null Ahnung. Über das Problem der kulturellen Assimilation wird in Europa nicht sonderlich viel diskutiert, denn es ist eine tickende Zeitbombe für den Euro; ein weiteres Problem im Hinblick auf den wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Der jüngste Terroranschlag in London ist nur die Spitze des Eisbergs. Wenn die Wirtschaft einbricht, so wie es derzeit mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 60% der Fall ist, bettelt man förmlich nach vollständiger Anarchie.

Die Linken in Europa dachten, sie könnten es den Zuwanderern erlauben, ohne kulturelle Anpassung nach Europa zu kommen. Das ist eine völlig gehirnamputierte Entscheidung. In den USA funktionierte es allein aufgrund der Diskriminierung! Warum? Wer auch immer der Letzte gewesen ist, der gerade vom Boot kam, wurde immer diskriminiert. Auf diese Art wurden die Menschen dazu gezwungen, Englisch zu lernen, und das erlaubte es ihnen, sich in die Gesellschaft zu integrieren und erwerbsfähig zu werden!

Ja fragen Sie doch heute mal einen Amerikaner nach seiner Nationalität. Die typische Antwort ist irgendein italienisch-irischer oder deutsch-englischer Mix, was auch immer. Die Anpassung der Zuwanderer an die Gesellschaft ist in weiten Teilen Europas nicht gegeben …

Der Begriff „Hooligan“ wird wie folgt definiert: „Ein schwieriger und aggressiver oder gewalttätiger Jugendlicher“. Ursprünglich war dieser Begriff Slang und beschrieb die arbeitslosen irischen Jugendlichen. Er verwandelte sich in einen Begriff, der heutzutage für jeden Gewalttätigen genutzt wird. Es waren die Vandalen, die aus Nordafrika nach Rom zogen und dort sogar das Kupfer von den Dächern der Tempel herunterrissen. Der Begriff „Vandalismus“ ist von der Sache her derselbe wie „Hooligan“, der auf den weit verbreiteten irischen Nachnamen „Houlihan“ zurückgeht.

Kulturelle Assimilation ist der Schlüssel zum Erfolg. Ich hielt einmal in einem italienischen Club in Australien eine Rede. Der Gastgeber wandte sich an die Zuhörer und sagte, dass sie in Australien leben würden und nur Englisch erlaubt sei, nicht italienisch. Das Entscheidende im Hinblick auf die Beschäftigung ist, das man sich integriert.

Europa hat es jeder Gruppe erlaubt ihre Kultur und ihre Gewohnheiten zu behalten, ohne dabei irgendwelche Anforderungen an die kulturelle Anpassung zu stellen. Durch diese idiotische Entscheidung sind zwischen den Kulturen – die sich nicht vermischt haben – Mauern hochgezogen worden, was die Beschäftigungsmöglichkeiten nur noch stärker verschlechtert hat. Erinnern Sie sich an den Boxeraufstand in China, wo en gros Ausländer getötet wurden?

Das ist eine echte Krise in Europa, über die in der Öffentlichkeit nicht gesprochen wird. Die Lebensgefährtin eines Freundes von mir war in Brüssel. Ein Vertreter einer Minderheit zertrümmerte ihr das Autofenster mit einem Vorschlaghammer, als der Wagen an der Ampel hielt, und stahl ihr die Geldbörse. Die Kriminalität in Brüssel ist unglaublich.

Diese Politiker jagen die Reichen und vernichten dadurch die funktionsfähigen Teile der Wirtschaft – alles nur, um ihre dümmlichen Agenden voranzutreiben, die jedweder rationalen Grundlage entbehren. Sie weigern sich, über ihre eigenen Verfehlungen nachzudenken, und beschuldigen stattdessen lieber den Privatsektor für ihre eigene gescheiterte Politik.

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Separatistische Bewegungen in Europa. Zum Vergrößern anklicken.

Hinter den Kulissen erlebt der Separatismus in Europa derzeit einen Aufstieg. Und obwohl das Ziel darin bestand, ein vereinigtes Europa zu schaffen, um Krieg „zu verhindern“, weist alles aufgrund der unterschiedlichen Kulturen und der dümmlichen Politik, die jedweder erfolgreichen historischen Beispiele entbehrt, in Richtung der Schaffung eines neuen Krieges. Bei der Bibelgeschichte über den Turmbau zu Babel geht es darum, dass Gott die Assimilation und Zusammenarbeit der Menschen verhinderte, indem er eine Vielzahl von Sprachen schuf – und genau das haben die europäischen Politiker geschaffen.

Es gibt rein gar nichts, was die aktuellen Politiker getan haben, um die Gesellschaft weiter voranzutreiben oder die Zukunft langfristig zu sichern. Sie sind völlig ahnungslos, was die Natur des Menschen anbelangt. Sie haben keine Ahnung, was für einen Frankenstein sie hier geschaffen haben oder wo die Reise für Europa hingehen wird. Jeder, der glaubt, dass der Euro ohne Strukturreformen überleben wird, lebt in einer Fantasiewelt.

Sehen wir in Spanien die Anfänge des Mad-Max-Szenarios?

Jetzt mal ehrlich: Diese Politiker mögen vielleicht gut ausgebildete Rechtsanwälte sein, doch wenn es darum geht, die menschliche Natur zu verstehen oder zu begreifen, welche Auswirkungen ihre cleveren Gesetze auf die Menschen haben, dann sind sie einfach nur gehirnamputiert.

Ja schlagen Sie doch irgendein Geschichtsbuch auf, da werden Sie schon was finden. Die menschliche Natur hat sich nicht verändert. Eine Mutter weint heute noch genauso um ihren auf dem Schlachtfeld gefallenen Sohn, wie dies in der Antike der Fall war. Die Geschichte wiederholt sich wie ein Shakespeare-Stück, das Einzige, was sich ändert, sind die Darsteller. Aber wir wissen ja, wie es am Ende ausgehen wird – ganz egal, wie oft das Stück in den Jahrhunderten zuvor schon aufgeführt wurde.

Die allerwichtigste Sache von Wert ist immer Nahrung gewesen. In Japan, wo das Geld komplett verschwand und über 600 Jahre hinweg überhaupt keine Münzen mehr geprägt wurden, weil die Menschen der Regierung nicht länger trauten, wurde ein Sack Reis zum Standardtauschmedium.

In Spanien kommen die Menschen nun aus den Städten und stehlen die Lebensmittel der Bauern. Die Politiker begreifen einfach nicht, dass sie selbst das Problem sind. Was kommt als nächstes mit Hollande in Frankreich? Wird er die Goldzähne der Menschen beschlagnahmen wie einst Hitler? Mit ihren Konzepten vernichten sie die Zivilisation. Marx ist tot. Sie müssen diese idiotische Idee begraben, die Gesellschaft verändern zu wollen. In Spanien sehen wir jetzt die Anfänge des Mad-Max-Szenarios.

Die Risiken der US-Notenbank? Schauen Sie besser mal nach Europa!

Alles, was wir bezüglich der Hyperinflation gehört haben, basiert darauf, dass die US-Notenbank die Geldmenge ausgeweitet hat. Ich habe davor gewarnt, dass der Dollar zur neuen Weltwährung geworden ist. Die Bundestagswahl in Deutschland im September sieht nicht gut aus. Treten wir einfach einen Schritt zurück und schauen uns die Sache einmal vorurteilsfrei an.

Das reale Risiko der Federal Reserve liegt vielleicht bei Verlusten von USD 500 Milliarden – das entspricht weniger als 3% des US-BIP. Wir haben die Bank von England, die derzeit fast 100% der neuen britischen Staatsschulden aufkauft. Bei der US-Notenbank sind es 60%. Die Fed verfügt lediglich über ein theoretisches Inflationsrisiko – aber was ist mit den Risiken der Europäischen Zentralbank und der Bundesbank?

Das Risiko in Europa besteht in dem Kollaps der Eurozone, der in einer Spaltung der Europäischen Union endet. Die ganze Thematik, dass die EZB nun erklärt, dass die Einleger die Banken retten müssen, rührt daher, weil sie sich nicht darauf einigen können, wer für was bezahlen soll.

Deutschland wird für die Rettung spanischer Banken nicht aufkommen. Die einzige Lösung ist daher, dass die Einleger der in Schwierigkeiten geratenen Bank die Verluste tragen. Das ist die „faire“ Art, das zu tun, wobei der Löwenanteil natürlich von denen getragen wird, die mehr als EUR 100.000 auf dem Konto haben.

Und was die Bundesbank anbelangt, die sitzt auf EUR 700 Milliarden an Schulden der peripheren Euroländer. Kommt es bei diesen Vermögenswerten zu einem Haircut von 30%, würden sich die Verluste auf rund 5% des deutschen BIP belaufen. Es ist völlig klar, dass es in Europa das massive Risiko eines katastrophalen Zusammenbruchs gibt. Bei der US-Notenbank existiert ein solches Risiko nicht.

Die schweizerische Regierung hält in ausländischer Währung denominierte Vermögenswerte in Höhe von EUR 350 Milliarden. Eine 20%ige Aufwertung des Schweizer Frankens auf Franken-Euro-Parität würden der schweizerischen Regierung Verluste von EUR 70 Milliarden bescheren, was 15% des schweizerischen BIP entspricht. Das Risiko der Schweiz besteht also in der Währungsbindung, da sie versucht, den Franken vor einem Anstieg gegenüber dem Euro zu bewahren.

Der US-Dollar ist die einzige noch verbliebene Alternative. Sollte bei der deutschen Bundestagswahl im September irgendetwas schiefgehen, ist höchste Vorsicht geboten.

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