Wirtschafts-Kollaps: 18 Hinweise, dass derzeit überall auf dem Planeten massive Wirtschaftsprobleme ausbrechen

Michael Snyder, The Economic Collapse, 02.06.2013

Das ist bestimmt nicht die Zeit, um sich zufrieden zurückzulehnen. Überall auf dem Planeten brechen gegenwärtig massive Wirtschaftsprobleme aus, aber die meisten Leute scheinen immer noch zu glauben, dass alles in bester Ordnung ist. Fakt ist, dass eine ganze Reihe von jüngst durchgeführten Umfragen und Erhebungen zeigt, dass die Amerikaner nun sogar damit anfangen, bezüglich der Entwicklung der US-Wirtschaft optimistischer zu werden.

Doch leider dürfte diese falsche Prosperität, die wir aktuell genießen dürfen, nicht mehr allzu lange anhalten. Dafür braucht man lediglich nach Europa zu blicken. Die Eurozone durchlebt aktuell die längste Wirtschaftsrezession ihrer Geschichte. Oder blicken wir nach Asien: Das Wirtschaftswachstum in Indien ist derzeit so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr, während das japanische Finanzsystem gerade anfängt, völlig außer Kontrolle zu geraten.

Der einzige Ort auf unserem Planeten, wo bisher noch keine tiefgreifenden Wirtschaftsprobleme ausgebrochen sind, sind die Vereinigten Staaten – aber nur weil die Probleme in den USA mittels rücksichtsloser Gelddruckmaßnahmen und einer beispiellosen Kreditaufnahme hinausgezögert worden sind. Leider wird der durch diese Maßnahmen hervorgerufene „Zuckerrausch“ aber wieder abklingen. Genauso wie im Rest der Welt wird es auch in den USA extrem viel wirtschaftliches Leid geben – das ist schlicht eine Frage der Zeit.

Doch zurzeit gibt es jede Menge Skeptiker da draußen. Zurzeit gibt es jede Menge Menschen, die behaupten, dass die Probleme der Vergangenheit gelöst worden seien und uns unglaublich tolle wirtschaftliche Zeiten bevorstehen würden.

Leider scheinen diese Menschen den wirtschaftlichen Horror, der gegenwärtig überall auf dem Planten ausbricht, aber absichtsvoll zu ignorieren. Im Folgenden finden Sie 18 Hinweise, dass derzeit überall auf dem Planeten massive Wirtschaftsprobleme ausbrechen:

1. Die Eurozone befindet sich in der längsten Wirtschaftsrezession ihrer Geschichte. Die Wirtschaftsaktivität der Eurozone ist nun bereits das sechste Quartal in Folge zurückgegangen.

2. Die italienische Wirtschaft schrumpft nun schon das siebente Quartal in Folge.

3. Die Industrieproduktion Italiens ist den 15. Monat in Folge rückläufig. Sie notiert aktuell auf dem niedrigsten Stand seit rund 25 Jahren.

4. Die Zahl der Italiener, die als „ernsthaft sozial benachteiligt“ gelten, hat sich in den letzten 24 Monaten verdoppelt.

5. In Frankreich ist das Verbrauchervertrauen jüngst auf ein neues Allzeittief gesunken.

6. Die Zahl der arbeitslosen Franzosen ist auf ein brandneues Allzeithoch gestiegen. Zahlreiche arbeitslose Franzosen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt entsetzlich frustriert:

„´Ich habe meinen Lebenslauf überall hingeschickt, ich gehe jeden Tag zum Arbeitsamt, schaue drei oder vier Stunden nach Arbeit als Truckfahrer, und nie ist irgendwas dabei`, so der 42-jährige Djamel Sami, der seit einem Jahr arbeitslos ist und gerade aus einem Pariser Arbeitsamt kommt.“

7. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist jüngst auf ein brandneues Allzeithoch von 12,2% geklettert.

8. Die europäische Jugendarbeitslosigkeit klettert weiter auf beispiellose Höhen. Das Folgende stammt aus einem Artikel der britischen Tageszeitung The Guardian, worin detailliert beschrieben wird, wie schlimm die Lage in einigen Euroländern bereits ist: „In Griechenland haben 62,5% der jungen Menschen keine Arbeit, in Spanien sind es 56,4%, dann haben wir Portugal mit 42,5% und dann Italien mit 40,5%.“

9. In Schweden wird die Jugendarbeitslosigkeit für die schlimmsten Unruhen mitverantwortlich gemacht, die das Land seit vielen Jahren erlebt hat. Die britische Zeitung Daily Mail beschrieb die Unruhen am 22.05.2013 mit den Worten:

„Schweden ist erschüttert, nachdem es in den größtenteils heruntergekommenen Immigranten-Vierteln der Hauptstadt Stockholm die dritte Nacht zu Unruhen kam. In den letzten 48 Stunden hat sich die Gewalt auf mindestens zehn Vororte ausgebreitet, wo Gruppen von Jugendlichen hunderte von Autos ansteckten und mit der Polizei zusammenstießen.

Es sind die schlimmsten Unruhen in Schweden seit Jahren, und sie haben das Land schockiert und eine Debatte darüber entfacht, wie Schweden mit seiner Jugendarbeitslosigkeit und dem Zustrom an Immigranten umzugehen gedenkt.“

10. In Zypern sind allein im Monat April erstaunliche 10% aller Bankeinlagen abgehoben worden.

11. Das Wirtschaftswachstum in Indien ist so schwach wie seit zehn Jahren nicht mehr.

12. Nun kommt es plötzlich auch in Australien zu unglaublichen wirtschaftlichen Problemen. Die folgenden Zitate stammen aus einem Artikel des Finanzblogs Zero Hedge:

„´Wir erleben gegenwärtig einen viel drastischeren Rückgang der australischen Wirtschaft, als wir noch vor vier oder fünf Monaten angenommen hatten,` – John Douglas von Coffey MD. Das Ingenieursunternehmen musste dabei zusehen, wie seine Aktien, die in 2007 bei über USD 4 lagen, letzte Woche auf USD 0,10 fielen.

´Bis 10:00 Uhr morgens ist das Fitness First Gym in der Stadt [Perth] voll mit Brokern, die die Nase voll davon haben, am Schreibtisch herumzusitzen und nichts zu tun zu haben – jetzt gehen die Gehaltskürzungen los, und als nächstes werden die Jobs gestrichen werden,“ – ein Broker in Perth.

´Meine Güte, der Finanzierungsmarkt ist tot. Wir sehen jetzt ein paar massiv verbilligte Bezugsrechtsemissionen bei all den Unternehmen, die hoffnungslose Niveaus erreichen … die Liquidität ist komplett verschwunden,´ – ein Broker aus Perth.“

13. Das japanische Finanzsystem fängt nun damit an, völlig außer Kontrolle zu geraten. Der japanische Aktienmarkt ist von seinem jüngsten Hoch mittlerweile um rund 15% zurückgegangen, und viele sind der Auffassung, dass der Yen weiter abwerten wird und die japanischen Zinssätze künftig bedeutend steigen werden.

14. Die weltweiten Geldflüsse gehen aktuell in einer Rate zurück, die zuletzt während der letzten Rezession beobachtet werden konnte. Das deutet darauf hin, dass wir auf direktem Wege in eine globale Kreditkrise sein könnten.

15. In den USA gehen die Reallöhne weiter zurück. Obwohl uns erklärt wird, dass die Vereinigten Staaten gegenwärtig eine „Wirtschaftserholung“ erleben, sind die realen Wochenlöhne von USD 297,79 in 2010 auf USD 295,49 in 2011 und dann auf USD 294,83 in 2012 zurückgegangen. (Diese Beträge sind inflationsbereinigt und basieren auf dem Dollar der Jahre 1982 bis 1984.)

16. An Wall Street sorgt zurzeit die Tatsache für Aufregung, dass Ende letzter Woche ein sogenanntes „Hindenburg-Omen“ zu beobachten war. Im Folgenden finden Sie noch einmal die Kriterien für ein Hindenburg-Omen:

Tritt das Hindenburg-Omen auf, so wie letzte Woche, deutet das darauf hin, dass in den darauffolgenden 40 Tagen ein bedeutender Rückgang des US-Aktienmarkts wahrscheinlich ist.

17. Ich hatte ja erst vor wenigen Tagen darüber berichtet, dass der SentimenTrader Smart/Dumb Money Index derzeit auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren notiert. Das bedeutet, dass eine Menge „Smart Money“ aktuell aus dem Markt verschwindet, während eine Menge „Dumb Money“ in den Markt kommt.

18. Die Margin-Verschuldung an der New Yorker Börse ist auf ein neues Allzeithoch geklettert. Das Folgende stammt Market Oracle:

„Die Margin-Verschuldung – das ist die Kreditmenge, die aufgenommen wurde, um Aktien zu kaufen – an der New Yorker Börse (NYSE) ist im April auf ein Allzeithoch geklettert. Die Margin-Verschuldung an der NYSE stieg auf USD 384,3 Milliarden, während die wichtigsten Aktienindizes auf neue Rekordhochs stiegen … Die höchste Margin-Verschuldung, die vor dem jetzigen Rekord erreicht wurde, wurde im Juli 2007 mit knapp USD 381 Milliarden verzeichnet. Zu jener Zeit notierten die wichtigsten Aktienindizes, genau wie heute, nahe ihrer Hochs und es herrschte eine ´Kauf jetzt, bevor es zu spät ist!´-Stimmung.“

Immer wenn die Margin-Verschuldung ein Hoch ausbildet, ist ein daraufhin einsetzender Aktienmarktcrash so gut wie sicher. Sollten Sie daran zweifeln, brauchen Sie sich bloß diesen Chart hier anzuschauen.

Wall Street hat einige gute Jahre gehabt, aber es ist eine „falsche Prosperität“, die durch rücksichtslose Gelddruckmaßnahmen der US-Notenbank angefacht wurde. Und genauso wie all die anderen Aktienmarktblasen der letzten Jahre wird auch die jetzige platzen. Marc Faber wies jüngst darauf hin, dass speziell die Vermögenden von der aktuellen Blase profitieren:

„Die US-Notenbank hat das System mit Geld geflutet. Das Problem ist, dass sich das Geld nicht gleichmäßig im System verteilt. Es führt nicht dazu, dass die Wirtschaftsaktivität und die Vermögenspreise in gleichem Maße zulegen. Stattdessen werden dadurch in verschiedenen Ländern und Vermögensklassen gefährliche Exzesse geschaffen.

Die Gelddruckmaßnahmen befeuerten die kolossale Aktienmarktblase von 1999 bis 2000, als sich der Nasdaq mehr als verdoppelte und von der wirtschaftlichen Realität abkoppelte. Sie befeuerten die Eigenheimblase, die in 2008 platzte, und die Rohstoffblase. Jetzt fließt das Geld in den High-End-Vermögensmarkt – in Dinge wie Aktien, Anleihen, Kunst, Wein, Schmuck und luxuriöse Immobilien.

Das Gelddrucken belebt die Wirtschaft all jener Menschen, die dem Geldstrom am nächsten stehen. Aber dem Arbeiter in Detroit oder der überwiegenden Mehrheit der Mittelschicht hilft es nicht. Es führt zu einer sich vergrößernden Vermögensschere. Die Mehrheit verliert und die Minderheit gewinnt.“

Die Tatsache, dass der US-Aktienmarkt in den letzten paar Monaten von Allzeithoch zu Allzeithoch geklettert ist, hat wenig zu bedeuten. Zum jetzigen Zeitpunkt hat sich der Aktienmarkt von der wirtschaftlichen Realität bereits komplett abgekoppelt. Wenn die aktuelle Blase platzt, werden die Anpassungen sehr schmerzlich sein. Wall Street dürfte dann wieder rumjammern und um weitere Rettungspakete bitten, aber es könnte sein, dass sie dann feststellen, dass die Behörden diesem Anliegen dieses Mal nicht so aufgeschlossen gegenüberstehen.

Weite Teile der restlichen Welt erleben heute bereits die nächste Welle des Wirtschaftszusammenbruchs. Die rücksichtlosen Gelddruckmaßnahmen der Fed und die rücksichtslose Kreditaufnahme und Ausgabenpolitik der US-Bundesregierung mögen das Unvermeidliche in den Vereinigten Staaten vielleicht für eine Weile aufgeschoben haben, doch durch diese Maßnahmen wurden die langfristigen Probleme für die USA nur noch schlimmer gemacht.

Ben Bernanke hielt jüngst eine Rede auf einer Abschlussfeier in Princeton. Er gab den Studenten einen Ratschlag mit auf den Weg, den ich ziemlich ironisch finde: „Habt keine Angst davor, das Drama vonstattengehen zu lassen.“

Wird er sich an seinen eigenen Ratschlag halten, wenn in den USA die nächste große Finanzkrise stattfindet? Das scheint sehr unwahrscheinlich.

Bedauerlicherweise dürften die Probleme beim nächsten Mal aber nicht so leicht zu lösen sein. Was in 2008 geschah, war nur ein erster Vorgeschmack. Was als nächstes kommt, wird die Welt absolut schockieren.

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