Bullenmarkt: Goldpreistief wird im Juli ausgebildet

Der renommierte Zykliker und Goldmarktexperte Martin Armstrong geht davon aus, dass der Goldpreis im Juni den niedrigsten Monatsschlusskurs und im Juli die niedrigste Intraday-Notierung erzielen wird

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 20./21.06.2013

Massive Marktbereinigung notwendig

Die größte Story war, dass die US-Notenbank Geld druckt, es wertlos wird und man Gold kaufen muss. Sorry – das ist allzu einfach. Das wurde seitens der überwiegenden Mehrheit behauptet und es war einer der häufigsten Ratschläge der letzten Jahre – einfach Gold kaufen.

Die Goldbugs haben behauptet, dass Gold die einzig wahre Währung ist und vor den Verheerungen außer Kontrolle geratener staatlicher Gelddruckerei schützt. Aber das findet einfach nicht statt. Die US-Notenbank hat gezeigt, was passiert, wenn sie ihr quantitatives Lockerungsprogramm aussetzt.

Darüber hinaus hat Bernanke gesagt, dass, würde er überhaupt irgendetwas verkaufen, es keine hypothekarisch besicherten Wertpapiere wären. Und das bedeutet, dass die US-Staatsanleihen als erstes rausfliegen, und das ist auch der Grund für die steigenden Zinssätze. Das ist eine gute Sache, da Zinsanstiege der entscheidende Schlüssel dafür sind, dass es zeitverzögert wieder zu Inflation kommt.

Ein Leser schrieb:

„… Da Gold und Silber heute Morgen [20.06.2013] erheblich gefallen sind, werden wir von den Goldbugs mit Sicherheit wieder Rhetorik bezüglich der Manipulation an den Papier-Futures-Märkten hören.

Das Eine, was die Goldbugs nie zu erklären versucht haben, ist, wer, wenn hunderte Tonnen an Papierkontrakten verkauft werden, eigentlich der Käufer ist? Was glauben Sie, wer all diese Kontrakte kauft? …“

Hier geht es nicht um Gold an sich, und dennoch werden sie die Leute noch mehr durcheinanderbringen und sicherstellen, dass sie ihr letztes Hemd verlieren, indem sie versichern, dass sie nicht falsch liegen – sondern es sich einfach um Manipulationen handelt.

Wir werden derzeit Zeugen eines spiralförmigen Zusammenbruchs. Es sind so viele Menschen daran beteiligt, die einfach Gold gekauft und gehalten haben, dass es genug Treibstoff gibt, der für den typischen Panikabverkauf notwendig ist.

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Der jüngste Rückgang von Gold begann exakt zu dem Zeitpunkt, den wir mit dem 17.06.2013 als Richtungswechsel ausgegeben hatten. Rechnen Sie damit, dass die Volatilität am Freitag zunimmt und bis in den Montag hinein steigt. Gold muss jetzt mit einem Tagesschlusskurs von über USD 1.400 pro Unze aus dem Handel gehen, um sich zu stabilisieren. Das legt nahe, dass Gold noch weiter fallen wird.

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Die entscheidende Stützungslinie liegt derzeit bei USD 1.270 pro Unze, ihr folgt ein bedeutender Stützungsbereich bei USD 1.233 bis 1.236 pro Unze. Ein Wochenschlusskurs unter diesem Niveau bereitet einem Test der Marke von USD 939,50 pro Unze den Weg.

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Es sieht immer noch so aus, als würde Juni den niedrigsten Monatsschlusskurs hervorbringen, aber das Intraday-Tief dürfte nach wie vor im Juli liegen, also noch vor der nächsten Trendwende des Economic Confidence Models.

Anleger bewerten den Markt immer nach ihrer Heimatwährung

Das Problem mit den Analysten und der Regierung ist, dass sie die Welt immer nur aus ihrer eigenen Perspektive heraus betrachten und alles auf Dollarbasis mit der Inlandswirtschaft in Zusammenhang stellen. Die Investoren kaufen und verkaufen aber international entsprechend ihrer eigenen Basiswährung – also der Währung, in der die Gewinne ermittelt und in der sie besteuert werden.

gcbask-mSie können der US-Steuerbehörde IRS nicht erzählen, dass sie auf Eurobasis Geld verloren haben. Die werden sie nur schräg anschauen und dann die NSA anrufen. Die IRS interessiert ausschließlich, welche Gewinne und Verluste sie auf Dollarbasis gemacht haben.

Wir hatten davor gewarnt, dass der Goldpreis bis ins Jahr 1999 hinein fallen würde. Das ergab sich aus dem in einem Währungskorb ausgepreisten Goldpreis. Gold ging international in verschiedenen Währungen zurück, während die Goldbugs im Dollarraum weiterhin jede Mini-Rally feierten, als wäre es der Beginn des supergroßen Bullenmarkts.

In einem Währungskorb ausgepreist wurde das Goldpreistief 1982 erzielt, nicht 1985. Auf Dollarbasis war das Goldpreishoch des Jahres 1987 nur deshalb höher als das des Jahres 1986, weil der Dollar 40% an Wert verloren hatte.

Im Folgenden sehen Sie einen Vergleich des aktuellen Goldpreises auf Dollarbasis und auf Eurobasis. Auf Dollarbasis hat Gold bereits einen bärischen Umkehrpunkt getroffen, was bedeutet, dass Gold jetzt auf dem Weg in Richtung neuer Tiefs ist. Gold konnte noch nicht einmal eine Rally hinlegen, während der Dollar fiel.

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Eine der goldenen Regeln des Tradings ist, dass das, was keine Rally hinlegt, wenn es eigentlich an der Zeit dafür ist, drastisch einbricht, wenn der Zyklus sich wieder umkehrt. Wir hatten vor einem Tief im Juni gewarnt. Die Argumente, die auf uns einschlugen, weil wir zu sagen wagten, dass der Goldpreis fallen würde, waren einfach nur unglaublich. Der Hass, der uns von vielen entgegenschleuderte, war atemberaubend und reichte bis zu dem Vorwurf, dass ich die Goldbugs betrogen hätte, weil ich mich weigerte, ihnen dasselbe vorzubeten, was sie gewohnt waren.

Auf Dollarbasis hat Gold jetzt einen monatlichen bärischen Umkehrpunkt getroffen – in Euros aber noch nicht. Das ist ein Warnhinweis, dass der erste monatliche bärische Umkehrpunkt auf Eurobasis auf den Beginn einer Dollar-Rally hinweist, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben.

Ich habe unzählige Male darauf hingewiesen, dass es keinesfalls zu einer Hyperinflation kommen wird und all die Geschichten darüber totaler Unsinn sind, um Edelmetalle zu verkaufen. Der Rückgang bei Gold ist notwendig, um den Markt massiv zu bereinigen – genauso wie es in Japan der Fall war, wo die Japaner ihre Long-Positionen bis in den Keller hielten.

Das Entscheidende ist aber, dass die Zinssätze nun zu steigen beginnen. Bernanke wird als Fed-Chef aufhören, weil er weiß, was uns erwartet. Wenn die Zinssätze steigen, werden die Haushaltsdefizite steigen und die Regierung wird dann sogar noch aggressiver agieren, als es heute bereits der Fall ist. Ich hatte davor gewarnt, dass die einzige Möglichkeit, wie es zu einem Anstieg der Inflation kommen könnte, steigende Zinssätze sind, nicht sinkende. Niedrige Zinssätze sind deflationär, während steigende Zinssätze inflationär sind.

Also: Wer begreift, was es mit den Korrekturen auf sich hat, kann jede Menge Geld sparen.

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