Euro-Crash: EU-Finanzdebakel wird in den kommenden Monaten massiv eskalieren

Gold, Euro & europäische Bankenpleiten: Rechnen Sie für die kommenden Monate mit dem Beginn des Euro-Zusammenbruchs. Die reflexhaften Reaktionen der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank, der europäischen Politiker und der US-Notenbank werden die Lage nur noch schlimmer machen

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 05.07.2013

Gold gab um 3% nach, nachdem die positiven US-Arbeitsmarktzahlen den Dollar auf eine Rally schickten und erneut Ängste entfachten, dass die US-Notenbank versucht sein könnte, ihre geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen im Verlauf des Jahres weiter zurückzufahren. Ich habe davor gewarnt, dass der Wirtschaftsausblick für die USA bis Herbst 2015 bullisch ist. Der Dollar wird steigen, und dieser Anstieg des Dollars wird wiederum dazu beitragen, dass die US-Wirtschaft zwischen Herbst 2015 und Anfang 2020 fallen wird.

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Der Juni-Bericht über die nicht landwirtschaftlich beschäftigen US-Arbeitnehmer weist aus, dass letzten Monat 195.000 neue Jobs hinzukamen, was die erwarteten 165.000 neuen Stellen übertraf. Die US-Arbeitslosenrate hält sich stabil bei 7,6%, und das bestätigt den bereits im Gang befindlichen Trend, bei dem es gleichzeitig zu steigenden Zinsen und Aktienpreisen kommen wird.

Die TV-Kommentatoren werden es nie begreifen. Die Aktien steigen gemeinsam mit den Zinssätzen und brechen gemeinsam mit fallenden Zinsen ein. Schauen Sie nur auf Japan. Solange die Zinsen steigen, nehmen die Menschen Kredite auf, und das ist gut für die Wirtschaft. Die Zinsen gehen bei jeder Rezession und Depression wieder zurück, was Teil des keynesianischen Konzepts ist, wie der Staat die Wirtschaft zu manipulieren hat. Das hat aber bisher kein einziges Mal funktioniert. Jeder Trend muss sich totlaufen – es ist schlicht eine Frage der Zeit.

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Die über den Erwartungen liegenden US-Arbeitsmarktzahlen stehen in Einklang mit dem positiven Wirtschaftsausblick, der die Fed immer stärker dazu bewegen wird, die Laufzeit ihrer Anleiheaufkäufe in Höhe von USD 85 Milliarden pro Monat zu verkürzen. Diese Aufkäufe sind im Vergleich zum Gesamt-BIP (allein nur der USA) aber in Wirklichkeit nichts weiter als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die „Bundesregierung von Europa“ (wenn man es an ihren realen Maßnahmen festmacht) wird aller Vorausschau nach gezwungen sein, die Banken zu verstaatlichen, wenn die Bankenpleiten in Deutschland losgehen. Die Verstaatlichung findet immer dann statt, wenn die Regierungen im sogenannten „öffentlichen Interesse“ agieren, um Privateigentum zu übernehmen.

Für die EU-Kommission wird die Verstaatlichung der Banken keine große Sache sein, da sie sich selbst nicht als das Problem, sondern immer nur als Retter sehen. Die Europäische Union wird sich zur Verstaatlichung gezwungen sehen – anstatt Reformen durchzuführen –, und danach wird die europäische Bundesregierung die Lage retten, indem sie die Kreditnotwendigkeiten des Kontinents bedient. Damit beendet sie die freien Märkte und steuert immer stärker in Richtung einer staatlich kontrollierten, kommunistischen Wirtschaft.

Das europäische Finanzministerium würde dann zur neuen Geldquelle werden und die Kredite der Geschäftsbanken ersetzen – aber diese Kredite werden dann nur an Projekte gehen, die nach ihrem Dafürhalten keinen wirtschaftlichen, sondern einen gesellschaftlich-produktiven Wert haben.

Normalerweise würde man davon ausgehen, dass es dadurch zu einer Inflation bei den Vermögenswerten kommt, und Einige werden wieder einmal erklären, dass das Ganze in die Hyperinflation führt. Die Maßnahmen dürften aber drakonischer ausfallen – und das wird zur Folge haben, dass das Geld aufgrund eines Mangels an Freiheit und Vertrauen gehortet wird. Und wenn derartige Trends auftauchen, sind Währungen anderer Länder extrem gefragt. Der Dollar zirkulierte auch hinter dem Eisernen Vorhang. Hätte irgendwer in Lettland oder der Ukraine in der Inlandswährung gespart? Niemals! Sie horteten Dollars.

Das ist auch der Grund, warum mit der Ausweitung der US-Geldmenge um USD 3 Billionen rein gar nichts erreicht worden ist. Der Dollar ist die einzige Währung, der derzeit weltweit noch vertraut wird. Der, der die Atombomben hat, macht das Geld und stellt die Regeln auf.

Die EZB wird die Verluste höchstwahrscheinlich absorbieren und abschreiben, anstatt sie den Steuerzahlern oder den Einlegern aufzuzwingen. Die Bürgerunruhen dürften die EU-Kommission dazu zwingen, von ihrer aktuellen Bail-in-Politik Abstand zu nehmen. Durch die Schulden-Absorption der Zentralbank wird die Struktur der EZB verändert – sie wir die Macht erhalten, eine elastische Geldversorgung zu schaffen, so wie es bei der US-Notenbank der Fall ist.

Deutschland wird umkippen und der EZB diese Rechte zubilligen – aber erst, wenn die Krise bei den deutschen Banken aufschlägt. Das ist aller Vorausschau nach der Trend, der dazu führen wird, dass der Euro in den Schutt-und-Asche-Modus eintritt und der Dollar auf eine Rally geschickt wird. Die US-Notenbank wird dann die ganze Zeit über die Zinsen erhöhen, um zu versuchen, etwas zu verhindern, das sie fälschlicherweise ausschließlich als spekulative, inländische Spekulationsblase erachten wird.

Der Euro ging mit USD 1,2830 aus dem Handel. Damit ist ein kleiner wöchentlicher bärischer Umkehrpunkt getroffen worden, aber die bedeutende Stützungslinie liegt immer noch bei USD 1,2800. Bricht diese Linie, werden wir drastische Einbrüche sehen. Gold schloss mit USD 1.271,70 pro Unze, hier wurde die bedeutende Stützungslinie also auch noch nicht durchbrochen.

Gold & der Euro

Ein Leser war der Auffassung, dass wir ganz eindeutig so viel Einfluss hätten, dass nur Idioten unsere Arbeit nicht mitverfolgen würden. Einige Menschen glauben ganz einfach, dass, nur weil ich erklärt habe, dass wir am Freitag [den 28.06.2013] ein Goldpreistief mit anschließender 3-Tages-Reaktions-Rally sehen würden – und das dann auch passiert ist –, alles auf unseren Einfluss zurückzuführen wäre. Das ist reine Ablenkung.

Was wäre denn, wenn die Märkte weit genauer sind, als die meisten Menschen annehmen, und es eine unglaubliche versteckte Ordnung gibt? Zufällige chaotische Entwicklungen sind Unsinn. Einstein fasste es am besten zusammen: „Jedenfalls bin ich überzeugt, dass [Gott] nicht würfelt.“

Sind wir doch mal ehrlich. Die ganze Idee, die hinter dem Turm zu Babel steckt, war doch, die Kommunikation unter den Menschen zu zerstören. Wenn es um die Natur der Dinge geht, ist es eine Tatsache, dass wir es mit einer Fülle an Verschiedenheiten zu tun haben, weshalb man nie einen Konsens erreichen wird.

Sollte ich Recht haben und sich hinter der Illusion des Chaos eine unglaubliche Ordnung verbergen, dann verlieren die Politiker ja an Macht, denn sie behaupten ja, dass man nur für sie stimmen braucht und sie die Gesellschaft dann schon so manipulieren werden, dass die perfekte Welt geschaffen wird. Und auch die Ökonomen würden die Macht verlieren, Gott zu spielen – sie müssten sich dann auf die Untersuchung konzentrieren, wie die Dinge wirklich funktionieren, anstatt zu versuchen, die Natur des Menschen zu verändern.

Bei Gold haben wir am Freitag drei wöchentliche bärische Umkehrpunkte, die bei USD 1.233, USD 1.197 und USD 1.176 pro Unze liegen. Werden alle drei durchbrochen, sollten wir mit einem Preisrutsch in den Bereich von USD 1.040 pro Unze rechnen.

Es wäre fantastisch, bis zur ersten Augustwoche einen Einbruch auf USD 950 pro Unze zu sehen. Dadurch würde Gold in den Augen der Meisten sogar als Vermögensklasse als solches vernichtet. Das würde dem echten Goldbullenmarkt den Boden bereiten.

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Der Euro hatte sein Hoch exakt gemäß unserer Prognose-Matrix am 18.06.2013, also in der Woche vom 17.06. bis 23.06. ausgebildet. Alles weist derzeit eine hohe Volatilität auf, während wir uns der Ziel-Woche des Economic Confidence Modells im August nähern. Die Hauptstützungslinie des Euros liegt bei USD 1,2137. Behalten Sie im Hinterkopf, dass die sich in Schwierigkeiten befindenden deutschen Banken der letzte Dominostein sind, der zum Zusammenbruch des Euros führt. Das wird den Dollar weiter in die Höhe und Gold tiefer treiben.

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