Bürgerunruhen wie in Ägypten bald auch im Westen

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 03.07.2013

Frage: Wie kann es sein, dass Ihr Modell auch Bürgerunruhen wie die [in Ägypten] vorhersagt? Das ist ehrlich gesagt ziemlich verblüffend.

Antwort: Ja das ist wahr. Also ich bin zu der Schlussfolgerung gelangt, dass bedeutende Ereignisse wie dieses niemals die Ursache eines Trends sind, sondern immer die Reaktion auf einen Trend. Mit anderen Worten: Es sind die wirtschaftlichen Faktoren, die die Veränderung des gesellschaftlichen Trends herbeiführen.

Die Amerikanische Revolution hätte niemals stattgefunden, wenn der König nicht genau das getan hätte, was die NSA heute macht – in die Privathäuser der Bürger gehen, um herauszufinden, was sie gerade treiben, und sie dann wegen irgendetwas anzuklagen. John Adams sagte, dass genau das der Punkt war, wo die Revolution geboren wurde. Die Amerikanische Revolution war eine Reaktion auf das repressive Verhalten des Königs.

Die NSA und der US-Kongress begreifen einfach nicht, dass das, was sie tun, massiv in die Privatsphäre eingreift, erniedrigend ist und sie in den Augen aller – bis auf die Grenzdebilen – an Respekt verlieren. Ihr Missbrauch bereit den am Ende einsetzenden Bürgerunruhen den Boden – Bürgerunruhen, die durch den ab Herbst 2015 beginnenden wirtschaftlichen Rückgang ausgelöst werden.

Auf diese Art stürzten auch Russland und China. Jeder Krieg beginnt mit dieser Art von wirtschaftlichem Druck. Der Kommunismus kollabierte von ganz alleine; es bedurfte keiner Invasion. Der Staat ist nicht in der Lage, die einem Trend zu Grunde liegenden wirtschaftlichen Entwicklungen zu verstehen. Das ist auch der Grund, warum wir uns derzeit inmitten des Zusammenbruchs des Sozialismus befinden.

Und es ist genau dieser Trend, der für die fehlgeleiteten Vorstellungen sorgte, dank derer der Staat heute mit wunderbarer Selbstgerechtigkeit in allen gesellschaftlichen Dingen herumfingert. Der Mensch ist aber nicht in der Lage, die Wirtschaft zu planen und zu kontrollieren, sei es nun im Kommunismus oder im Sozialismus.

Der Staat glaubt, dass er über das Recht und die Macht verfügt, den Menschen Dinge aufzudiktieren. Die Menschen ergeben sich der Regierung und werden ihre Existenz immer zulassen, und zwar solange, bis es von ihrer Seite her nicht mehr machbar ist.

Trasymachus (ca. 459 – 400 v. Chr.) hatte Recht und Sokrates lag daneben. Im Grunde sind alle Staatsformen ein und dasselbe. Es geht immer nur darum, an der Macht zu bleiben:

„Weißt du denn nicht, dass von den Staaten die einen durch Tyrannen beherrscht, die andern demokratisch und wieder andere aristokratisch eingerichtet sind? … Ist denn nun nicht dieses, das Regierende, in jedem Staat das Überlegene? … Jede Regierung gibt doch die Gesetze mit Rücksicht auf das, was ihr zuträglich ist: die Demokratie demokratische, die Tyrannis tyrannische und die andern ebenso. Wenn sie sie gegeben, so haben sie damit ausgesprochen, dass dies, das ihnen Zuträgliche, für die Regierten gerecht sei, und den, der das übertritt, bestrafen sie als einen Gesetzesübertreter und Frevler. Das also … ist das, was ich meine, das in allen Staaten das Nämliche gerecht ist, nämlich das der bestellenden Regierung Zuträgliche. Diese aber ist in Überlegenheit, sodass richtiges Nachdenken ergibt, wie das Gerechte überall dasselbe ist, nämlich das dem Überlegenen Zuträgliche.“

Die Bürgerunruhen, die wir derzeit überall auf dem Planeten sehen, sind ein Nebenprodukt der scheiternden Wirtschaftsstruktur eines verkommenen Sozialismus, bei dem der Staat vorgibt, er würde sich um das Wohl der Menschen sorgen – doch wenn die Menschen dem Staat in die Quere kommen, sind sie immer im Unrecht. Das ist der Grund, warum der Staat mit perfektem Timing immer exakt das Falsche macht.

Sie müssen begreifen, dass der Staat Macht ist und sich niemals selbst als das Problem erachten wird. Für sie besteht das Problem darin, dass die Menschen Steuern hinterziehen, und wenn sie nur jeden einzelnen Cent bekämen, dann wäre alles in Ordnung. Aber im Rahmen dieses Prozesses vernichten sie die Wirtschaft.

Als in England nach dem Schwarzen Tod erstmals die Besteuerung eingeführt wurde, rebellierten die Menschen. Und so verwandelte sich die Besteuerung zum Wohle der Gesellschaft rasch in die Weigerung, den Befehlen des Königs Folge zu leisten. Er sandte seine Truppen aus und massakrierte die Menschen, weil sie sich weigerten, ihre Steuern zu zahlen, die er für sein gottgegebenes Recht als König hielt.

Die Steuer-Rebellion von Wat Tyler im Jahr 1381 wird für immer in Erinnerung bleiben, da sie der Beweis dafür ist, was der Staat den Menschen zum Wohle seiner Macht und der Steuern antun wird. 1932 wurden in Washington D.C. gegen die Bonus-Armee [US-Veteranen, die die ihnen zugesagte Kriegsrente einforderten] Panzer eingesetzt. Es ist immer der Staat gegen das Volk, und nur ein Narr kann das nicht objektiv erkennen.

Rom besteuerte alle zu Tode. Die römischen Gerichte kollabierten und wurden korrupt, genauso wie es heute in New York City der Fall ist. Am Ende ließen die Menschen ihr Eigentum einfach zurück, da sie es nicht mitnehmen konnten, da sie sich die Steuern nicht leisten konnten und es auch keinen Sinn machte, noch zu bleiben und weiter unterdrückt zu werden. Das ist der Grund, warum ich sage, dass die Städter die ersten sind, die gehen werden. Wenn das System den Zustand des wirtschaftlichen Niedergangs erreicht, betreten wir ein dunkles Zeitalter und laufen Gefahr, dass das Ganze in ein Mad-Max-Ereignis ausartet.

Ich kann nur hoffen, dass durch die Veranschaulichung der Tatsachen – das hat hier nichts mit persönlicher Meinung zu tun – genügend Menschen ein Licht aufgeht, dann werden wir vielleicht in der Lage sein, das dunkle Zeitalter abzuwenden und vorher zum Stehen zu kommen.

In Ägypten stand die Armee immer wieder auf Seiten des Volks. Das ist sehr selten. Manchmal fungierte die Armee als die traditionelle Gewalt, die den Staat kontrolliert. Wenn wir nur so viel Glück hätten, dass das Militär sich weigert, das Volk zu unterdrücken, wäre die Lage gerettet. Historisch gesehen ist das aber nicht immer der Fall gewesen.

Beim Nika-Aufstand in Konstantinopel (532 n. Chr.) weigerte sich die Armee, ihr eigenes Volk abzuschlachten. Der Kaiser brachte daraufhin eine Armeedivision nach Konstantinopel, die außerhalb der Stadt stationiert war und deren Kämpfer keine Griechen waren. Sie hatten kein Problem damit, die Menschen in Konstantinopel zu massakrieren, obwohl sie auch Byzantiner waren. Rund 30.000 wurden ermordet und die Hälfte der Stadt wurde durch Feuer vernichtet.

Es hängt also immer von der Stimmung in der Armee ab. Wenn sie die Regierung verteidigen, geht es in Richtung des total durchgeknallten Mad-Max-Szenarios. Das ist der Grund, warum der Staat die Entwicklung von Robotern finanziert. Er will eine Armee schaffen, die auf seine Befehle hört.

Das ist der Grund, warum die NSA in Wirklichkeit gar nicht nach Terroristen Ausschau hält. Sie sammeln all die Daten, um den Staat vor dem eigenen Volk zu schützen. Ja sie entwickeln sogar winzige Roboter-Insekten, um die Menschen auszuspionieren – eine Entwicklung, die man normalerweise nie für möglich gehalten hätte. Es geht nur um Wirtschaft. Folgen Sie einfach der Spur des Geldes.

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