Staatsschuldenkrise: Warnung vor Bankaktien & Rentenfonds

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 09.07.2013

Frage: „Die Deutsche Bank ist also pleite und die US-Investment- und Geschäftsbanken sind dem großen Risiko steigender Zinssätze ausgesetzt – aber werden nicht alle Aktienpreise weiter steigen, weil die Menschen Goldman- oder Barclays-Aktien mehr vertrauen werden als Staatsanleihen?“

Antwort: Ich bezweifle ernsthaft, dass Bankaktien gut laufen werden. Während der Staatsschuldenkrise 1931 gingen über 3.000 US-Banken pleite. Roosevelt rief einen Bankfeiertag aus. Bargeld war König. Rohstoffe, darunter auch Silber, brachen 1932 auf ihr 13-Jahrestief ein.

Es war die Entwertung des Dollars, die die Inflation herbeiführte, genauso wie es derzeit von Japan versucht wird, wobei sie die wirklichen Probleme immer noch nicht erkannt haben, die Japan unten halten. Roosevelt konfiszierte Gold, um sicherzustellen, dass seine Programme durch die Entwertung des Dollars und das Ende des Hortens auch finanziert werden können. Wenn die Menschen kein Vertrauen haben, horten sie einfach Bargeld und investieren nicht.

Das ist der Grund, warum es zu einer Geldverknappung kam, was die Städte dazu zwang, ihr eigenes Geld, das sogenannte „Scrip“, zu drucken. Die Menschen akzeptierten Scrip, weil sie gar keine andere Wahl hatten! Über 400 Städte gaben ihr eigenes Geld heraus – und auch diese Tatsache wurde in den Geschichtsbüchern einfach ausgelassen.

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Ja Sie können auf Ebay gehen und dort Anleihen kaufen, auf die die Zahlungsunfähigkeit erklärt wurde, genauso wie Sie dort auch Scrip kaufen können. Die Regierung wurde 1931 von der Staatsschuldenkrise getroffen, und diese Tatsache wurde in den Geschichtsbüchern einfach ausgelassen, auch in Gailbraiths Buch „Great Crash“. Es ging einzig und allein darum, den Sozialismus zu rechtfertigen. Ja sie haben gelogen! Wundert Sie das?

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Das Problem war, dass die Politiker und Ökonomen dem Volk den New Deal verkaufen mussten. Lesen Sie doch mal die Zeitungen vor 1929 und nach dem New Deal. Zuvor war es klar, dass Aktien immer dann steigen, wenn die Zinssätze eine Rally hinlegen; das war bullisch, da es zeigte, dass immer noch Nachfrage nach Geld da war. In Boomphasen kommt es zu Zinsanstiegen.

Während des New Deals wurden diese Auffassungen auf den Kopf gestellt. Von da an hieß es, dass steigende Zinssätze bärisch seien, weil die Regierung sinkende Aktienpreise sehen wollte, um der Wirtschaft ihre Forderungen aufzudiktieren. Die Analysten schauten nicht hinter den Vorhang; sie untersuchten nichts. Jeder übernahm diese neue New Deal Denkweise und den Keynesianismus.

Sie schufen sich ihre eigenen Theorien, die auf fingierten Fakten basierten, bei denen es sich im Grunde um nichts weiter als Propaganda, Interventionen und Manipulationen handelte. Sorry – aber die Verwirrung, unter der die Menschen heute leiden, ist darauf zurückzuführen, dass es ihnen nicht gelingt, die Welt so zu sehen wie sie ist, und sie es lieber vorziehen, die Regierung für einen Halbgott Wall Streets zu halten …

Der populäre Mythos, Gold würde aufgrund der Hyperinflation auf USD 30.000 pro Unze steigen, ist einfach nur Unsinn. Deutschland beendete seine Hyperinflation nicht mit Gold, sondern mit immobiliengedeckten Banknoten. Bedauerlicherweise wollen die Leute all dieses Zeug über die Hyperinflation aber glauben und schicken mir fortwährend E-Mails, nur um darin fanatisch irgendwelche Behauptungen aufzustellen, so als würde es sich bei ihnen um Terroristen handeln, die auf 72 Jungfrauen hoffen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, wer das überhaupt wollte, weil sie ja auch mit 72 Schwiegermüttern kämen.

Es gibt kein einziges historisch fundiertes Beispiel, wo ein großer Staat jemals in die Hyperinflation abgerutscht wäre. Sie sterben alle durch ihre eigene Hand und begehen finanziellen Selbstmord, da sie bei ihrer Jagd nach Vermögen gegen die eigene Bevölkerung vorgehen – genauso wie wir es derzeit beobachten können.

Die Liquidität ist seit 2007 um 50% zurückgegangen. Sie vernichten die Weltwirtschaft und sind komplett gehirnamputiert. Sie sind einfach viel zu dumm, um zu begreifen, dass sie gerade den Zusammenbruch der Zivilisation herbeiführen, indem sie genau die Grundlagen vernichten, die die Menschen überhaupt erst zusammengeführt haben.

Mittlerweile kann ein Ausländer nicht einmal mehr ein Konto bei Merrill Lynch eröffnen und mit dem Broker seiner Wahl Geschäfte machen. Er darf nur über das internationale Büro handeln, weil sie der Regierung Bericht erstatten müssen, was er in den USA so treibt. Es gibt Treuhänder, die keine REITS [börsennotierten Immobilienfonds] mehr akzeptieren, weil sie sich nicht mit dem Problem herumschlagen wollen, diese Fonds für die Regulierungsbehörden bewerten zu müssen.

Mit jedem Schritt, der ergriffen wird, wird unsere Wirtschaft stärker vernichtet, ganz zu schweigen davon, dass wir dabei all unsere Menschenrechte verlieren.

Warnung vor Anleihefonds – Zinsen werden bis Ende 2015 und darüber hinaus steigen

Das ist unsere Prognose für langlaufende Zinssätze aus dem Jahr 1996, die wir während des Dollartiefs veröffentlichten. Wir hatten davor gewarnt, dass die Zinsen gemäß dem Pi-Zyklus 31,4 Jahre nach dem Hoch von 1981 ihr Tief ausbilden würden und dem dann bis Ende 2015 drastische Zinsanstiege folgen würden.

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Das gehörte alles mit zur der Prognose über die Staatsschuldenkrise. Also, um hier all die eingehenden Fragen zum Thema Zinssätze zu beantworten: Hüten Sie sich vor irgendwelchen Rentenfonds – sie werden in Schutt und Asche gelegt werden.

Die US-Notenbank hat US-Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit gekauft, um den US-Eigenheimmarkt indirekt zu stützen. Sie haben den Zyklus auf perfekte Art zur Vollendung gebracht und jetzt sehen wir so drastische Zinsanstiege wie nie zuvor. Alles läuft genau nach Zeitplan. 2013 ist die Trendwende bei den Zinssätzen.

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