Globales Staatsschuldendebakel – die Lage ist aussichtslos

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 28.07.2013

Der Bail-in in Zypern scheint sich nun auf 47,5% zu belaufen. Wir sollten im Hinterkopf behalten, dass das Ganze darauf zurückgeht, dass die Banken griechische Staatsanleihen hielten, bei denen es laut den Versprechungen der EU nie zu einem Haircut kommen sollte.

Das ganze europäische Bankensystem ist unglaublich gefährdet. Abgesehen von den Problemen mit dem Eigenhandel – was ja auch in New York schiefging – haben wir es in Europa auch noch mit dem Problem zu tun, dass die Banken dort AAA-Anleihereserven der Euroländer gehalten haben.

Wir haben es hier also mit einem fehlerhaften Eurokonstrukt zu tun, das das Bankensystem gerade auf systemischer Ebene untergräbt. Das hat dafür gesorgt, dass nun selbst die Schweiz in Gefahr gerät, da die Schweizer Unmengen an Euros halten, die sie gekauft haben, um zu versuchen, den Schweizer Franken an ein sinkendes Schiff zu koppeln.

Die Schweiz verfängt sich gerade im EU-Chaos, und der Versuch der Europäischen Union, nach der Bundestagswahl in Deutschland Eurobonds aufzulegen, wird ebenfalls scheitern. Sie müssten dann alle ausstehenden Schulden aller Euroländer bedienen, um Europa zu retten.

Der Dollar verwandelt sich gerade in die einzige funktionsfähige Währung. Als nächstes steht uns der Kampf um die US-Schuldenobergrenze im September bevor, und Obama fordert, die Steuern um USD 1,6 Billionen anzuheben. Dadurch droht die enorme Gefahr der Deflation.

Das US-Haushaltsdefizit geht zurück, weil die Rettungen nun abgeschlossen sind, und die US-Notenbank rennt jetzt umher und erklärt den Bankern, dass sie ihre Modelle anpassen sollten und der Eigenhandel das nächste Mal, wenn die Krise zuschlägt, nicht mehr gerettet wird. Die Banker werden hinter den Kulissen rumjammern und erklären, dass die Verluste dem Steuerzahler gehören und die Gewinne an sie gehen. Doch dieses Mal könnte das auf taube Ohren stoßen, da die Krise 2016 mit der Wahl zusammenfällt. Wir müssen dem Eigenhandel der Banken ein für allemal den Garaus machen. Wenn sie mit dem Geld anderer Leute traden wollen, sollen sie sich in einen Hedge-Fonds umwandeln.

Das US-Haushaltsdefizit geht gegenwärtig leicht zurück – es wird aber wieder steigen und zwar aufgrund der steigenden Zinssätze. Das ist der Grund, warum die US-Notenbank den Bankern gegenwärtig erklärt, dass sie aufwachen sollen, da die Flucht in Richtung Qualität [in Richtung Staatsanleihen], die traditionell einsetzt, dieses Mal ausbleiben könnte.

Unsere Modelle warnen immer noch davor, dass es keine Hyperinflation geben wird. Sorry – da muss man sich schon eine andere schwachsinnige Geschichte ausdenken, um die Öffentlichkeit an der Nase herumzuführen.

In Europa werden wir es mit weitflächigen Bail-ins zu tun bekommen, die G20-Staaten werden auf jeden einzelnen Cent Jagd machen und Obama wird immer massivere Steuererhöhungen predigen. Und die Kommunalanleihen werden platzen, da die Gemeinden nicht mehr in der Lage sind, die Pensionen zu zahlen und die öffentliche Versorgung auf dem jetzigen Niveau zu halten.

Zurzeit implodiert alles um uns herum, und das spiegelt sich in dem massiven Rückgang der Liquidität wider. Die Liquidität liegt immer noch 50% unter den Niveaus von 2007. So ist bisher jede bedeutende Wirtschaft zusammengebrochen! Eine vollständige Implosion, durch die die wirtschaftlichen Grundlagen vernichtet werden.

Die Politiker haben die Folgen ihrer marxistischen Politik einfach ignoriert. Und sie werden nicht kleinbeigeben, denn dafür müssten sie selbstkritisch sein und sich der Tatsache gewahr werden, dass ihre Wirtschaftstheorien grundfalsch und komplett überbewertet sind. Der Staat mit seinem allmächtigen marxistischen Umhang – das ist das Problem, und sie können einfach nicht erkennen, dass die Lichter jetzt ausgehen. Das marxistische Paradies ist Geschichte.

Die Ökonomen und Politiker halten sich für die Elite, die durch die Hand Gottes dazu auserkoren wurde, der Gesellschaft vorzuschreiben, wie sie zu funktionieren hat. Sie stellen sich nie die Frage: Was ist, wenn wir falsch liegen?

Sie haben keinen Notfallplan, abgesehen von Panzern und Munition, während sie versuchen, allen privaten Waffenbesitzern die Munitionsversorgung abzuschneiden, um eine Revolution zu verhindern. Was wird passieren, wenn die Menschen, die ihr ganzes Leben in dem Glauben gearbeitet haben, dass sie irgendwann einmal in Rente gehen können so wie in Detroit, merken, was los ist?

Jeder, der an diesen Unsinn eines fortwährenden Utopias geglaubt hat, wird aus allen Wolken fallen. Und das ist auch das Einzige, worum es bei der US-Heimatschutzbehörde geht – um den Schutz der Regierung vor tobenden Menschen wie den Staatsbediensteten in Griechenland.

Was ich sage, ist weder populär noch schick –weil die Menschen sich selbst nicht gerne für Idioten halten. Zu glauben, die Zuwendungen für Staatsbedienstete würde es auf immer und ewig geben, ist trotzdem falsch – ganz gleich, wie lange das unhinterfragt so geglaubt wurde, dadurch wird es auch nicht richtig.

Zu viele Menschen bringen immer noch ein Land und seine Regierung durcheinander. Diese Leute haben sich selbst mit Titeln und Ehren geschmückt, aber das hilft ihnen in der Realität auch nicht weiter. Eines Tages sieht man den Kaiser, wie er ist – splitterfasernackt. Der Staat und die Gesellschaft sind zwei grundverschiedene Dinge. Die Menschen sind nicht die Regierung und die Regierung kann sich nicht den Umhang des Volks umhängen, während sie die Menschen ausbeutet, um sich weiter an der Macht zu halten.

Die Verheißungen des Marxismus lösen sich gerade in Luft auf und weichen der Finsternis. Die Lichter am Horizont sind ausgelöscht worden.

Ich versuche nur zu erklären, dass genau das die Art und Weise ist, wie Imperien, Nationen und Stadtstaaten historisch gesehen immer zugrunde gegangen sind (nicht durch Hyperinflation), da ich selbst darauf hoffe, dass wir die Dunkelheit vermeiden können, wenn wir nur einmal die Augen öffneten, bevor hier alles in Schutt und Asche gelegt wird. An dieser Aufgabe werde ich aber scheitern, denn wer bin ich schon, dass ich das Schicksal der Menschheit ändern könnte.

Weitere Artikel zu diesem Thema