Pento: Wie die katastrophale Geldpolitik der Fed den Goldpreis beeinflussen wird

King World News, 01.08.2013

Nachdem von der US-Notenbank noch mehr Propaganda kam, sprach King World News heute mit einem der weltbesten Ökonomen über die wirklichen Machenschaften der US-Notenbank und deren Folgen für Gold, und darüber, was seine eigene Firma gegenwärtig mit ihrem Geld macht. Michael Pento ist der Gründer von Pento Portfolio Strategies. Im Folgenden finden Sie, was er King World News im Interview zu sagen hatte:

„Die US-Notenbank hat die jüngsten wirtschaftlichen Daten gesehen und dann riesige Angst bekommen, noch irgendwelche Andeutungen bezüglich einer geldpolitischen Straffung zu machen. Sie hat sich jetzt zurückgenommen, um sicherzustellen, dass die Straffungsmaßnahmen für sehr, sehr lange Zeit nicht kommen werden. Wir hatten im ersten und zweiten Quartal ein BIP-Wachstum von durchschnittlich 1,4%.

Rechnet man aber die Doppelzählungen heraus, liegt das Wachstum weit unter 1,4% – weil wir dürfen hier ja nicht vergessen, dass sie die Berechnungsmethode des BIP geändert haben, genauso wie sie auch die Berechnungsmethode für die Ermittlung der Inflation neuausgerichtet haben. Auf diese Art kann die Regierung, wenn ihr die Zahlen nicht gefallen, die Berechnungsmethode einfach solange ändern, bis die gewünschte Zahl rauskommt …

Aber in Wirklichkeit haben sie in diesem jüngsten Bericht ja gesagt, dass die Inflation annualisiert bei 0,7% liegen würde. Wer dieses Märchen glauben will, muss die Tatsache ignorieren, dass die Eigenheimpreise innerhalb der letzten zwölf Monate zweistellig gestiegen sind (12%), dass der Ölpreis weit über USD 100 pro Barrel liegt, dass die USA die Geldmenge gegenwärtig mit einer annualisierten Rate von 7% ausweiten und dass die Aktien nominell auf einem Allzeithoch notieren.

Wenn man also durch alle Daten geht, die in den US-Verbraucherpreisindex einfließen, kann man sich nur wundern und fragen: ´Ja wie kommen sie auf eine annualisierte Inflationsrate von 0,7%? Sie muss doch viel höher liegen.` Wenn er eine reale Berechnung durchführt und die Doppelzählungen herausrechnet, weiß Bernanke auch, dass die Wirtschaft in Wirklichkeit überhaupt nicht wächst. Und wenn die Wirtschaft in Wirklichkeit überhaupt nicht wächst, können sie auch nicht über geldpolitische Straffungsmaßnahmen sprechen.

Wir sollten uns hier noch einmal daran zurückerinnern, dass, als Bernanke das letzte Mal von einer Straffung sprach, der S&P 500 innerhalb von vier Tagen um 80 Punkte zurückging und die Rendite für [10-jährige] Staatsanleihen von 1,6% auf 2,7% in die Höhe schoss. Bernanke weiß also, dass, sollte für die Wirtschaft die Stunde der Wahrheit schlagen und sie tatsächlich mit einer Straffung beginnen, die gesamte Wirtschaft von der Notversorgung künstlicher Zinssätze und der Inflation abgeschnitten und in sich zusammenbrechen würde.“

Eric King: „Michael, wenn wir die Fed-Propaganda hier einmal außen vorlassen, was glauben Sie, was die Fed in Zukunft tatsächlich tun wird?“

Pento: „Ich rechne damit, dass sich Bernanke die eingehenden Daten ansehen wird, und die werden zunehmend schwächer ausfallen, weil die Zinsen steigen. Nach 5 Jahren an Nullzinspolitik und viereinhalb Jahren an quantitativen Lockerungsmaßnahmen können wir für das erste Quartal 2013 gerade einmal fragliche 1,4% an BIP-Wachstum vorweisen.

Also, warum sollte irgendwer, der noch bei Trost ist, davon ausgehen, dass die US-Notenbank geldpolitische Straffungsmaßnahmen einleitet? Warum um Himmels willen soll es im zweiten Quartal 2013 zu einem Anstieg des BIP kommen? Die Leute in den Massenmedien versuchen die Menschen schon seit 2008 davon zu überzeugen, dass es in der zweiten Hälfte irgendeines dieser Jahre zu einem Anstieg des BIP kommen würde. Die Wahrheit ist, dass die Wirtschaft vor sich hindümpelt und sich nicht erholt hat.

Zum zehnten Mal seit Beginn der Großen Rezession haben die Markt-Experten und die Massenmedien nun also schon versucht, uns davon zu überzeugen, dass die nächste Jahreshälfte besser sein wird als die vorangegangene. Das ist aber nie passiert, und es gibt auch keinen Grund, davon auszugehen, warum es dieses Mal anders sein soll.“

Eric King: „Michael, was machen Sie in diesem Umfeld mit dem Geld Ihrer Firma?“

Pento: „Derzeit shorten wir US-Staatsanleihen, und wir halten auch sehr viel Bargeld. Aber wir halten auch immer noch an unserer Goldposition fest. Fakt ist, dass wir sogar noch mehr Gold kaufen werden, wenn die US-Notenbank erst einmal mit all dem Gerede über die Straffung aufgehört hat und damit beginnt, ihre Bilanz mit noch schnellerer Rate auszuweiten, womit ich irgendwann in 2014 rechne.“

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