US-Schuldendebakel: Federal Reserve wird ihre Monetisierungsmaßnahmen sogar noch ausweiten

Michael Pento, King World News, 05.10.2013

Der ehemalige US-Finanzminister Hank Paulson hat sich vor ein paar Tagen ebenfalls in die Debatte um den Stillstand beim Haushalt und der Schuldenobergrenze in Washington eingemischt und sagte: „Ich hasse dieses ganze Konzept einer Schuldenobergrenze.“ Er deutete an, dass es ein „Fehler im System“ sei, der Kreditaufnahmefähigkeit der USA rechtliche Beschränkungen aufzulegen. Mit anderen Worten: Wenn wir die Beschränkungen der Schuldenobergrenze nur irgendwie loswürden, wären unsere Probleme gelöst.

Bedauerlicherweise wird diese Auffassung von den meisten Regierungsvertretern geteilt. Und wie üblich, versteht die Mehrheit der Politiker – ganz gleich, welcher Partei sie auch angehören mögen – wieder einmal rein Garnichts. Das Problem ist nicht ein Gesetz, das die Gesamtmenge der Staatsschulden einschränkt – das wirkliche Problem ist, dass unsere politischen Führer fortwährend Ausgabegesetze beschließen, die gegen die US-Schuldenobergrenze verstoßen. Fakt ist, das Washington die Schuldenobergrenze seit 1962 ganze 74 Mal erhöht hat.

Die Mehrheit der Politiker beider Häuser des Kongresses glaubt, dass eine Nichtanhebung der Schuldenobergrenze das Vertrauen in die Solidität von US-Staatsschulden untergraben würde. Es gilt als völlig normal, die Schuldenobergrenze fortwährend weiter anzuheben, ohne die Haushaltsdefizite und die staatlichen Zuwendungen – die die größte Gefahr für die Preise von US-Staatsanleihen sind – unter Kontrolle zu bekommen.

Natürlich würde sich kein Mensch, der bei Trost ist, dafür aussprechen, dass die USA auf ihre Staatsschulden die Zahlungsunfähigkeit erklären – aber das ist exakt das, was wir derzeit mittels der riesigen Monetisierungsmaßnahmen der Federal Reserve tun. Und wenn wir unsere Schuldenabhängigkeit nicht endlich angehen, wird das Ausmaß dieser Pleite nur noch größer werden, während die Realzinsen weiter einbrechen.

Was von einigen rationalen Politikern derzeit versucht wird, ist, einen Anstieg bei den Nominalzinsen und eine noch stärkere Zunahme bei der Inflation zu verhindern … Dadurch, dass man an der aktuellen Schuldenobergrenze von USD 16,7 Millionen festhält, sinkt die Notwendigkeit der Schuldenmonetisierung durch die US-Notenbank.

Fakt ist, dass die aktuellen Steuereinnahmen nicht ausreichen, um die ausstehenden Gesamtschulden zurückzuzahlen, da das Defizit des Fiskaljahrs 2013 bei USD 750 Milliarden liegen wird. Präsident Obama weist ja gerne darauf hin, dass er das Haushaltsdefizit, das 2009 noch bei USD 1,4 Billionen lag, um die Hälfte reduziert hat. Damit verzerrt er aber nur die Wahrheit, denn das Haushaltsdefizit des Jahres 2008, also dem Jahr vor Beginn seiner ersten Amtszeit, lag bei USD 458 Milliarden, und in 2007 lag es bei gerade einmal USD 160 Milliarden. Die Verschuldung wird also ausgeweitet, weil wir fortwährend höhere Haushaltsdefizite auftürmen und, noch wichtiger, das prozentuale Schulden/BIP-Verhältnis nach wie vor weiter anwächst.

Die Schulden und Defizite dürften in den kommenden Jahren weiter in die Höhe schießen, und zwar noch stärker als bisher, weil die Zuschüsse zur Krankenversicherung im Rahmen des Affordable Care Act (ACA; Obamacare) eine weitere riesige staatliche Zuwendung sind, bei der die Regierung Millionen von US-Bürger subventionieren wird, die sich keine Krankenversicherung leisten können.

Daher hat Haushaltsbehörde des US-Kongresses die Kosten für ACA für die kommenden zehn Jahre kürzlich auch auf USD 2,6 Billionen angehoben. Ja, das ACA ist jetzt Gesetz; aber die Schuldenobergrenze ist es auch. Washington kann nicht behaupten, dass einige Gesetze dehnbar sind und andere nicht. Darüber hinaus ist es unsere Abhängigkeit nach Schulden und Inflation, die letztlich dazu führen wird, dass die Preise für US-Staatsanleihen kollabieren werden, und nicht die Schuldenobergrenze, die den Betrag an Schulden einschränkt, der aufgenommen werden darf.

Die Unmengen an ausstehenden Schulden, unkontrollierten Haushaltsdefiziten und staatlichen Zuwendungen sind praktisch ein Garant dafür, dass die Federal Reserve ihre Monetisierung von US-Staatsanleihen, die aktuell bei atemberaubenden USD 1 Billion pro Jahr liegt, weiter ausweiten muss. In einem solchen Umfeld werden Anleger, die sich gegen die inflationären Auswirkungen absichern, am meisten belohnt werden, das gilt besonders für diejenigen, die in physisches Gold und Silber investiert sind.

Weitere Artikel zu diesem Thema


  • Die US-Notenbank – der größte Raubzug in der Geschichte der Menschheit
  • Nein, in Wirklichkeit sind die Machenschaften der Federal Reserve alles andere als harmlos. Die Gewinne, die seitens der FED eingefahren werden sind hier überhaupt nicht das Thema, vielmehr besteht der „Zauber“ des Federal Reserve Systems darin, dass man der US-Regierung das Recht der Geldemission genommen und es an die Banker abgetreten hat.
  • Ron Paul: Überprüfung der Federal Reserve in 2011
  • Theoretisch könnte der Kongress den Federal Reserve Act sogar vollständig widerrufen, da er über die Autorität verfügt, dies zu tun. Offensichtlich hat der Kongress daher auch die Befugnis, eine Organisation einer Überprüfung zu unterziehen, die er selbst per Gesetz ins Leben gerufen hat, und es ist jetzt an der Zeit, diese Verantwortung auch wahrzunehmen.
  • Anhebung der US-Schuldengrenze wird Gold auf über USD 2.000 pro Unze jagen
  • Wenn wir die bisherige Wechselbeziehung zwischen Gold und der Schuldenobergrenze einfach fortschreiben, kommen wir bei Gold auf einen Jahresendpreis von USD 1.950 pro Unze – vorausgesetzt natürlich, dass die Preisentwicklung des gelben Metalls auch in Zukunft eine so starke Übereinstimmung mit der Schuldenobergrenze aufweist.
  • Schuldenbombe & Zinsanstiege: Die Fed steckt in der Falle
  • Was die Fed in Wirklichkeit gesagt hat, ist, dass hinter den Kulissen alle jammern und schreien, dass die steigenden Zinssätze das US-Haushaltsdefizit explodieren lassen.
  • US-Staatsschuldendebakel: Wir nähern uns dem Endspiel
  • Während der US-Dollar-Index unter der psychologisch wichtigen Marke von 80 Punkten schloss und der Dow Jones deutlich unter 15.000 Punkten aus dem Handel ging, erklärte James Turk, der die großen weltweiten Märkte seit über 4 Jahrzehnten tradet, gegenüber King World News …