Paul Craig Roberts: Finanzcrash ist jetzt nur noch eine Frage des Wann

King World News, 25./27.10.2013

Dr. Paul Craig Roberts, stellvertretender US-Finanzminister unter Ronald Reagan, sprach heute mit King World News über den fürchterlichen Zusammenbruch, der die USA letztlich ereilen wird. Darüber hinaus sprach Roberts darüber, dass der kommende „Schwarze Schwan“ [unvorhergesehenes Ereignis] enorme Auswirkungen auf den Goldpreis haben wird. Im Folgenden finden Sie, was Roberts in diesem Interview zu sagen hatte:

Dr. Roberts: „Viele Menschen glauben, dass es sich bei den ´Ansprüchen` um Sozialhilfe handeln würde, aber bei diesen ´Ansprüchen` handelt es sich genau genommen um die staatliche Rentenkasse und die staatliche Krankenkasse – und beide werden über die Einkommensteuer finanziert. Sie sind also nicht nichtfinanziert, und es ist auch keine Sozialhilfe. […] Diese Programme sind nicht das Problem. Die US-Bundesregierung hatte in den letzten 30 Jahren weit mehr Renteneinnahmen, als sie an Renten ausgezahlt hat – die Differenz liegt bei rund USD 2 Billionen.

Und was geschah mit diesen USD 2 Billionen? Liegen die Gelder sicher auf der Bank? Nein. Das US-Finanzministerium hat die Gelder genommen, sie ausgegeben und durch unverkäufliche Schuldscheine ersetzt. Die Rentenkasse besteht jetzt also aus unverkäuflichen Schuldenscheinen des US-Finanzministeriums in Höhe von USD 2 Billionen.

Die einzige Möglichkeit, das wieder wettzumachen, bestünde darin, dass entweder die Steuereinnahmen um USD 2 Billionen steigen – was unvorstellbar ist – oder das US-Finanzministerium USD 2 Billionen mehr an Staatsanleihen auflegt und die Einnahmen dann nutzt, um die Gelder in die Rentenkasse zu stecken.

Als sie sich dieses System ausdachten, war es angeblich so, dass die Rentenkasse Gelder für die ferne Zukunft einsammelt, obwohl prognostiziert wurde, dass die Einkommenssteuer bei der jetzigen Rate nicht ausreichend sein würde, um für all die Rentenleistungen zu zahlen. In Wirklichkeit ging es bei diesem System, das von Alan Greenspan und David Stockmann ausgeheckt wurde, nur darum, das aktuelle US-Haushaltsdefizit zu reduzieren, um Wall Street bezüglich seiner Anleihe- und Aktienportfolien das Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.

Jetzt tut jeder so, als hätten wir all diese ´Schmarotzer`, die von der Öffentlichkeit leben. Fakt ist aber, dass viele Bereiche der US-Regierung von diesen Überschüssen der Rentenkasse gelebt haben – damit wurden auch die Kriege der US-Bundesregierung finanziert.“

Eric King: „Was bedeutet das für die künftige Entwicklung?“

 Dr. Roberts: „Wir haben es dadurch mit praktisch unlösbaren Problemen zu tun. Wir haben Experten, die die Kosten dieser Kriege mit USD 6 Billionen veranschlagen. Nun, das ist praktisch der überwiegende Teil unseres Schuldenanstiegs. Aber sie sprechen nicht darüber, weil der militärisch-industrielle Komplex einfach zu mächtig ist.

Aber wenn man die Gesamtnachfrage in der Wirtschaft absenkt, geht die Wirtschaft zurück, während die Haushaltsdefizite größer werden. Sie stecken also in der Falle. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sie da wieder rauskommen. Und ich glaube, der Irrsinn (in Washington) wird dazu führen, dass man sich immer stärker vom US-Dollar distanzieren wird. Die Ausländer werden einfach aufhören, den Dollar zu nutzen. Wir sehen das ja bereits.

Und das zeigt uns diesen wahnsinnigen Einbruch des amerikanischen Finanzeinflusses. Wir sehen, wie die BRIC-Länder ihren Handel nun ohne die Nutzung des Dollars abwickeln. Ja selbst unser Marionettenstaat Australien begleicht seinen Außenhandel mit China jetzt mit der eigenen Währung und nutzt dafür nicht mehr den US-Dollar. Das heißt, dass die Nachfrage nach Dollars zurückgeht, was wiederum einen niedrigeren Preis für den Dollar bedeutet. Die US-Notenbank kann den lieben langen Tag Geld drucken, um den Wert der Anleihen oben zu halten, aber sie können keine Fremdwährungen drucken, um Dollars zu kaufen.

Und genau das ist der echte Schwarze Schwan, der nur darauf wartet, einzutreten. Wann bricht der Dollar ein? Wann kann die Fed nicht mehr genügend Fremdwährungskredite auftreiben, um die Dollars zurückzukaufen? Wenn das passiert, ist alles vorbei – sie verlieren die Kontrolle. Die Zinsen explodieren, die Anleihen brechen zusammen, die Aktien brechen zusammen, die Immobilienpreise brechen zusammen und das Haushaltsdefizit wird riesig. Ich meine richtig riesig. Alles fährt zur Hölle! […]

Wir befinden uns auf dem Weg in Richtung Dollar-Zusammenbruch, und damit wird auch die Macht Amerikas zusammenbrechen. Ein Land ist deshalb eine Supermacht, weil es seine Rechnungen in seiner eigenen Währung bezahlen kann. Das ist die Bedeutung einer Weltreservewährung.

Wenn man diese Fähigkeit verliert, aber man hat riesige Mengen an Rechnungen – ja wie bezahlt man sie dann? Man kann sie nicht mehr bezahlen. Das ist das Dilemma. Für mich ist es einfach nur unehrlich, dass die Medien die wahren Probleme vor den Menschen verbergen und die politischen Entscheidungsträger die Probleme entweder verstecken oder nicht die geistigen Fähigkeiten haben, sie zu verstehen.

Und ich halte es auch für unehrlich, wenn die Federal Reserve – anstatt das wirkliche Problem beim Namen zu nennen – vorgibt, dass sie an einer Lösung arbeiten würde. Man hätte die Banken pleitegehen lassen sollen. Es wäre nicht sehr teuer gewesen. Der US-Einlagensicherungsfonds hätte die Einlagen geschützt. Der notwendige Betrag, den sie hätten drucken müssen, um die Einlagen zu retten, ist winzig im Vergleich zu dem, was sie ausgegeben haben, um die Banken zu retten – und dem Schaden, den sie beim Dollar und der Wirtschaft angerichtet haben. Sie hätten die Banken pleitegehen lassen und restrukturieren sollen.

Sie müssen das Finanzsystem regulieren. Die Auffassung, dass Finanzderivate nicht reguliert werden sollten, ist verrückt. Die Auffassung, dass Geschäftsbanken und Investmentbanken unter einem Dach sein sollten, ist verrückt. Das waren entsetzliche Fehler, mit denen kurzfristige Profite gemacht wurden, aber die langfristigen Auswirkungen sehen wir ja jetzt – es sind die Probleme, über die wir heute sprechen.

Wenn alle die Wahrheit leugnen und jeder die ganze Zeit über daran arbeitet, inklusive der Finanzmedien, die wirkliche Situation zu verschleiern, dann ist das Ganze nur ein Haufen von Lügen. Und die Wahrheit ist so tief unter diesem Haufen an Unehrlichkeit und fingierten Diskussionen vergraben, dass sie einfach nicht ans Licht kommen kann […]

Die meisten Menschen sind nicht in der Lage, Gold zu kaufen. Sie wissen nicht, wo ihnen der Kopf steht. Die realen medianen Einkommen lagen 2012 inflationsbereinigt 9% unter denen des Jahres 2000. Wir haben also die letzten 12 Jahre keinen Anstieg des medianen Einkommens gehabt, sondern stattdessen einen Rückgang von 9% … Die Massen können sich kein Gold kaufen.

Die Menschen, die sich Gold kaufen können, sind zahlenmäßig begrenzt. Darüber hinaus scheint das Gold derzeit in Richtung Asien zu gehen. Es scheint, als würde das physische Gold fortwährend abfließen. Die jüngsten Meldungen zu Chinas Käufen zeigen, dass sie derzeit mehr als die gesamte Weltproduktion kaufen.

Wer Gold besitzt, sollte es mit Sicherheit halten. Der Normalbürger hat vielleicht besser Chancen, an Silber zu kommen. Aber es gibt weit mehr Papier, als es Gold und Silber gibt. Gold kann sich bei den aktuellen Preisen also nicht jeder leisten.

Und wenn dann klar ist, dass es einen ´Schwarzen Schwan` gibt und sich der US-Dollar in Schwierigkeiten befindet und wir uns nicht einfach aus den Problemen herausquatschen können, ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Edelmetalle steigen werden. Dann wird sich plötzlich jeder sagen: ´Oh meine Güte, schau nur!` – und dann werden sie versuchen, aus dem System auszusteigen, und die Nachfrage nach Edelmetallen wird so schnell steigen, dass sich bis auf die wirklich Wohlhabenden praktisch niemand mehr Gold und Silber kaufen kann.

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