Wie in den 70ern: Der Goldbärenmarkt wird mit einem großen Knall enden

Jordan Roy-Byrne, Daily Gold, 07.11.2013

Seit Monaten schreiben wir darüber, dass bei den Edelmetallen ein Tief ausgebildet werden muss. Zunächst schien es so, als hätten wir diese Bodenbildung im Juni endlich hinter uns gebracht, da die Metalle und die Edelmetallminenaktien während des Sommers stark gestiegen sind. Aber die Märkte gaben im August abermals nach und diese Rückgänge hielten auch im Oktober weiter an. Die Edelmetallminenaktien waren sieben Wochen in Folge im Minus. Diese Entwicklung sorgte für eine Rally aus dem überverkauften Bereich heraus.

Solange die Edelmetalle nicht über die Wochenschluss-Hochs von Oktober klettern können, bleibt der Ausblick weiterhin bärisch. Und obwohl dieser Bärenmarkt derzeit tatsächlich an sein Ende gelangt, gehen wir nicht davon aus, dass das sang- und klanglos vonstattengehen wird. Die aktuelle Goldpreisentwicklung ähnelt auf gespenstische Art und Weise der Goldpreisentwicklung des Jahres 1976 und der Kursentwicklung des S&P 500 Index von 2009, bevor die entscheidenden Tiefs ausgebildet wurden.

In der nachfolgenden Grafik, sehen Sie den Goldpreis während der Jahre 1975 und 1976. Der plötzlich einsetzende Goldpreisrückgang begann im August 1975 und sorgte dafür, dass das gelbe Metall von USD 160 pro Unze auf USD 128 pro Unze sank. Der Goldpreis ging innerhalb eines Monats um 20% zurück. Nachdem sich Gold wieder erholt hatte und ein neues Zwischentief (A) ausgebildet wurde, hielt sich das Metall rund fünf Monate im Bereich von USD 130 pro Unze. Als Gold dann an seinem fallenden gleitenden 50-Tage-Schnitt und der horizontal verlaufenden Widerstandslinie scheiterte, brach es auf sein finales Tief ein.

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2013 bildete Gold ein sehr ähnliches Preismuster aus. Das erste Paniktief wurde im April ausgebildet und darauf folgte einige Monate später ein weiteres Tief. Gold erholte sich dann wieder und stieg über das erste Paniktief auf Punkt B. Punkt C ist der abermalige Rückgang unter das Paniktief vom April und stellt ein Zwischentief dar. Genau wie im Sommer 1976 legte Gold eine Rally bis zu den starken Widerständen (horizontal verlaufende Widerstandslinie und der gleitende 50-Tagesschnitt) hin und scheiterte daran.

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In der unten stehenden Grafik habe ich die Goldpreisentwicklungen der Jahre 1976 und 2013 übereinandergelegt, wobei beide Linien mit ihrem ersten Paniktief beginnen. Die blaue Linie ist die Goldpreisentwicklung der Jahre 1975 und 1976 und die schwarze Linie die des Jahres 2013. Im März 1976 verzeichnete Gold sein finales Tief. Wir können aber deutlich erkennen, dass Gold heute ein paar Monate voraus zu sein scheint.

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Und jetzt schauen Sie sich bitte das finale Tief des S&P 500 Index während der Jahre 2008 und 2009 an. Es ist exakt dasselbe Muster!

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Vergleichen wir die drei Preisentwicklungen einmal miteinander: Von 1975 bis 1976 befand sich Gold in einer bärischen Konsolidierungsphase, die (vom ersten Paniktief bis zum Scheitern am Widerstand) neun Monate dauerte, während der darauffolgende finale Rückgang zwei Monate anhielt. Die bärische Konsolidierungsphase des S&P 500 dauerte nur vier Monate und der finale Rückgang dauerte dann nicht einmal vier Wochen. Die jetzige bärische Konsolidierungsphase von Gold hielt rund sechseinhalb Monate an. Basierend auf diesen Daten könnte man zu der Schlussfolgerung gelangen, dass uns ein sechswöchiger Goldpreisrückgang bevorsteht, bei dem Gold sein finales Tief ausbilden wird.

Es gibt auch noch andere wichtige Aspekte, die hier Erwähnung finden sollten. Während der Jahre 1975 und 1976 durchlief der Goldpreis von Punkt A zu Punkt B eine sehr schwache Rally. Gold war in einer schwächeren Position und konsolidierte am längsten. Das ist auch der Grund, warum es den tiefsten finalen Rückgang hatte. Der S&P 500 Index durchlief 2009 nur eine viermonatige Konsolidierungsphase. Als der Index dann auf ein neues Tief einbrach, wurde das finale Tief innerhalb relativ kurzer Zeit ausgebildet. Und genau wie beim S&P 500 Index gab es während der jetzigen Gold-Konsolidierung von Punkt A zu Punkt B ebenfalls eine stärkere Rally. Und im Unterschied zum S&P 500 Index und der Goldpreisentwicklung von 1976 befindet sich Gold nun schon seit 2 Jahren in einem Bärenmarkt. Zieht man all diese Dinge in Betracht, ist davon auszugehen, dass das finale Tief eher dem des S&P 500 ähneln wird als der Goldpreisentwicklung von 1976.

Und wie würde dieser finale Goldpreisrückgang die Goldminenaktien beeinflussen?

Die nachfolgende Grafik ist ein Monatschart des HUI-Goldbugs-Index und des NYSE Gold-Miners-Index (GDM), bei dem es sich um den Leitindex des GDX ETF handelt. Beide Märkte bildeten im Juni ihr Tief nahe ihrer wichtigen Stützungslinie aus, die bis ins Jahr 2004 zurückreicht. Einen Tag vor der Ausbildung des Juni-Tiefs hatten wir in einem Artikel sogar noch darauf hingewiesen.

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Vielleicht wird es ja so sein, dass Gold auf ein neues Tief einbricht, während die Goldminenaktien kein neues Tief ausbilden. Sollten die Goldminenaktien ein neues Tief ausbilden, dann sagt uns der nachfolgende Chart, dass dies nicht allzu lange anhalten dürfte. Es gibt eine sehr starke Stützungslinie, die direkt unter den Sommertiefs verläuft.

Solange Gold kurzfristig nicht in der Lage ist, mit einem Wochenschlusskurs von über USD 1.350 pro Unze aus dem Handel zu gehen, ist der kurzfristige Ausblick bärisch. Es sieht so aus, als würde Gold noch auf sein finales Tief einbrechen. Die Goldbugs werden „Manipulation“ schreien und die CNBC- und Twitter-Typen werden die Peter Schiffs dieser Welt schlecht machen und viele werden behaupten, dass Gold auf USD 900 pro Unze fallen wird.

Wir empfehlen Ihnen dringend, all diesem Unsinn aus dem Weg zu gehen und sich nur auf eine Sache zu konzentrieren: Positionieren Sie sich so, dass Sie aus diesem Tief Kapital schlagen können. Ich gehe davon aus, dass das kommende Tief ein typisches Tief sein wird, dem riesige Anstiege folgen.

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