Paul Craig Roberts: Amerikas atemberaubender Zusammenbruch

King World News, 10.11.2013

Paul Craig Roberts, ein ehemaliger ranghoher Vertreter des US-Finanzministeriums, sprach heute mit King World News über den letztlich bevorstehenden Crash in Amerika. Ferner sprach er darüber, auf welche Art dieser Zusammenbruch die Entwicklung des Goldpreises, des US-Dollars und des Aktienmarkts beeinflussen wird …

Eric King: „Die Menschen, die versucht haben, ihr Vermögen durch den Kauf von physischen Gold und Silber und auch Minenaktien zu schützen, haben ein paar schwere Jahre durchgemacht, während sie dabei zusehen mussten, wie der Aktienmarkt in die Höhe schoss und die Edelmetalle zu kämpfen hatten. Was würden Sie zu den Menschen sagen, die angesichts dieses Affentheaters ein wenig frustriert sind?“

Dr. Roberts: „Ich würde Ihnen sagen, dass die Märkte durch die quantitativen Lockerungsmaßnahmen der US-Notenbank – also durch ihre Anleiheaufkäufe – manipuliert werden. Mit der einen Hälfte dieses Geldes werden US-Staatsanleihen gekauft und mit der anderen Hälfte werden die besicherten Hypotheken von den in Schwierigkeiten befindlichen Banken aufgekauft.

Wenn also USD 500 Milliarden in die Banken strömen, Gelder, mit denen ihre faulen Investments aufgekauft werden, ja was machen die Banken dann eigentlich mit dem Geld?

Wir wissen, dass sie es an die völlig überschuldeten Verbraucher nicht weiterverleihen. Dauerhafte Vollzeitjobs haben sich in Teilzeitjobs verwandelt und die Menschen haben zu kämpfen, um über die Runden zu kommen.

Die Banken vergeben keine Kredite. Wir wissen, dass die Banken keine Kredite vergeben. Also: Was machen die Banken mit dem Geld? Sie spekulieren damit in Aktien-Futures. Das bedeutet, dass die USD 500 Milliarden, die die Federal Reserve in die Banken pumpt – also in die wenigen systemrelevanten Banken –, in den Aktienmarkt gehen und dort die Preise nach oben treiben. Und das ist künstlich – es ist nicht real.

Also ja: Wenn man das Richtige tut, dann beteiligt man sich nicht an diesem Spielcasino. Das Problem ist, dass, nimmt man an diesem Casino teil, man nicht weiß, in welchem Moment einem der Teppich unter den Füßen weggezogen wird. Die Bewertungen des Aktienmarkts machen überhaupt einen Sinn. Und die Gewinne der Firmen gehen auf ihre Entlassungen zurück, nicht auf irgendwelches Wachstum bei den Einzelhandelsverkäufen. Die Verbraucher haben keinerlei reale Einkommenszuwächse, sie können die Wirtschaft also nicht anheizen. Das ist es aber, worauf höhere Aktienpreise gewöhnlich zurückzuführen sind.

Die Anleger, die in harte Vermögenswerte investiert sind, müssen Kurs halten und weiter daran festhalten, das Richtige zu tun, indem sie physisches Gold und Silber kaufen. Sie müssen sich fragen: ´Wie lange kann dieses Affentheater noch anhalten?` Ich werde Ihnen die Antwort verraten: Es kann nur solange anhalten, bis neue Arten internationaler Zahlungsabwicklung in Kraft getreten sind, Vereinbarungen der Art, wie sie Brasilien, Indien, China, Russland, Südafrika usw. gerade abschließen.

Diese Vereinbarungen werden nicht mehr länger die Nutzung des US-Dollars beinhalten, was heißt, dass die Dollarnachfrage zurückgehen wird. Wir haben jetzt diese Vereinbarungen zwischen Japan und China und zwischen Australien und China. Diese Länder werden im bilateralen Handel keine US-Dollars mehr verwenden. Noch einmal: Das bedeutet, dass die Dollarnachfrage in den Währungsmärkten zurückgehen wird.

Unterdessen ist die Fed aber dazu gezwungen, weiterhin Dollars zu drucken, um die US-Bundesregierung zu finanzieren und die schuldenbasierten Finanzderivate, die sich in den Bilanzen der systemrelevanten Banken finden, zu stützen. Wir haben also eine zunehmende Menge an Dollars, während die Nachfrage zurückgeht. Das bedeutet, dass der Preis im Laufe der Zeit fallen wird. Und wenn der Preis des Dollars fällt, haben wir auch den Punkt erreicht, wo alles zusammenkracht. Das ist der Punkt, wo der Wechselkurs des Dollars gegenüber anderen Währungen fällt. Und das ist auch der Zeitpunkt, wo die Federal Reserve die Kontrolle verlieren wird und die Märkte zusammenbrechen werden.

Ich habe keine Ahnung, wann es soweit sein wird, aber ich weiß, dass der Rest der Welt es leid ist, sich von den USA, also durch den Finanzimperialismus der USA, schikanieren zu lassen. Wir wissen, dass die US-Notenbank den Status des US-Dollars als Weltreservewährung missbraucht, indem sie jedes Jahr über USD 1 Billion druckt. Und wir wissen, dass der Rest der Welt gegenwärtig Vereinbarungen abschließt, um beim internationalen Zahlungsausgleich nicht mehr auf den US-Dollar angewiesen zu sein. Mit anderen Worten: Die Stunde des Dollars hat geschlagen, und wenn der Einbruch des Dollars einsetzt, werden sich diese künstlichen Profite am Aktienmarkt rasch in Luft auflösen.“

Eric King: „Für all die Menschen, die die Gold- und Silberpreismanipulation leid sind, wann glauben Sie, wird das ein Ende haben?“

Dr. Roberts: „Nun, sie können den Gold- und Silberpreis nicht manipulieren, wenn der Wechselkurs des Dollars gegenüber anderen Währungen fällt, weil der Rest der Welt keine Dollars mehr nutzt. Und das heißt, dass sie, fällt der Wert des Dollars, nicht mehr länger in der Lage sein werden, die Preisanstiege von Gold und Silber durch das Shorten dieser Märkte aufzuhalten. An diesem Punkt wird dann alles abrupt zu einem Ende kommen.

Solange der Dollar mehr oder weniger stabil ist, werden sie aber weiterhin versuchen, den Gold- und den Silberpreis einzudämmen. Sie werden diese Fähigkeit jedoch verlieren, wenn all diese alternativen Zahlungs- und Handelsmechanismen in Kraft sind und die Länder nicht mehr länger US-Dollars verwenden, um ihre Außenhandelsbilanzen auszugleichen.

Was ich damit sagen will, ist, dass der Tag kommen wird, wo sie nicht mehr länger in der Lage sind, diese Gold- und Silbermanipulation aufrecht zu halten. Fakt ist, dass dann Chaos herrschen wird. Der Anleihemarkt wird zusammenbrechen, weil ihnen die Kontrolle über die Zinssätze entgleiten wird. Die Banken werden zusammenbrechen. Der Aktienmarkt wird zusammenbrechen. Und aufgrund des geringeren Wechselkurses des US-Dollars wird auch Inflation importiert werden.

Diese Kombination aus fallendem Dollar und steigenden Inlandspreisen wird buchstäblich zu einer Flucht aus dem Dollar führen. Das ist es, was uns bevorsteht, und ich sehe schlicht keine Möglichkeit, wie sie es verhindern können.“

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