Der echte Crash kommt erst noch: Wie die US-Wirtschaft am Wohlfahrtsstaat zu Grunde geht

Die wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten sind genauso unumstößlich und gewaltig wie die Gesetzmäßigkeiten der Physik

Monty Perlerin’s World, 30.11.2013

Ob das Licht am Ende des Wirtschafts-Tunnels nun Sonnenlicht oder ein entgegenkommender Zug ist, hängt davon ab, wen man fragt. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass es ein entgegenkommender Zug ist. Die wirtschaftlichen Themen können nicht besser werden, solange wir nicht ganz unten angekommen sind und die Wirtschaft wieder auf den Trümmern neu errichtet haben. Das müsste eigentlich nicht so sein, wäre da nicht die Regierungspolitik, die uns überhaupt erst an diesen Punkt gebracht hat.

Der Staat, speziell die heutige Regierung, hat bei den Menschen mittels langanhaltender und großzügiger staatlicher Zuwendungen Anreize geschaffen, nicht arbeiten zu gehen. Die Gesellschaft hat zwar eine Verpflichtung, sich um die weniger glücklichen Zeitgenossen zu kümmern, sie ist jedoch nicht dazu verpflichtet, die Menschen zu ermutigen, sich der Gruppe der Leistungsempfänger anzuschließen, und es ihnen dann angenehm genug zu machen, dass sie kaum noch Anreize haben oder über die Fähigkeit verfügen, diese Gruppe wieder zu verlassen. Sozialhilfe darf keine soziale Hängematte sein; sie darf keine Karriere sein, für die man sich entscheidet.

In den USA gibt es eine Partei, die ein besonderes Interesse daran hat, dass die Abhängigkeit der Bevölkerung gegenüber dem Staat immer weiter zunimmt. Diese Menschen stellen einen erheblichen Teil ihrer Wählerschaft und ihrer Macht. Durch die Schaffung von immer mehr Abhängigen schafft sie sich immer mehr Wähler, was zu immer größeren Wahlerfolgen führt. Keine Gesellschaft ist in der Lage, zu wachsen oder sich zu erholen, wenn der Staat die Notwendigkeit, arbeiten zu gehen, absichtsvoll untergräbt. Dieser Weg führt in die Armut und die Vernichtung.

Das Gelddrucken ist kein Ersatz für echte Anstrengungen. Durch das Gelddrucken werden weder Dinge noch Vermögen geschaffen. Der Mythos der keynesianischen Wirtschaftslehre ist keine Antwort auf eine Gesellschaft, deren Erwerbsquote zurückgeht und die über immer weniger produktive Menschen verfügt, die immer mehr Abhängige stützen müssen. Die Anreize auf individueller Ebene müssen verändert werden, damit Arbeit wieder erstrebenswerter und attraktiver als Sozialhilfe wird.

Eine Gesellschaft, deren Erwerbsbevölkerung rückläufig ist, kann nur deshalb vorgeben, auf den einstigen Wohlstandsniveaus zu leben, weil sie das in früheren Generationen geschaffene Vermögen und Kapital verkonsumiert.

Diese Verhaltensweise ist mit einem Mann vergleichbar, der mit seinem alten Job USD 250.000 pro Jahr verdient hat und heute arbeitslos ist. Um sein Gesicht zu wahren, lebt er weiterhin so, als würde er immer noch sein altes Gehalt haben. Diesen Lebensstil kann er für kurze Zeit aufrecht erhalten, indem er das von ihm über Jahre mit harter Arbeit aufgebaute Kapital verkonsumiert. Und an irgendeinem Punkt geht ihm dann das Kapital aus und er ist gezwungen, ein Leben als Almosenempfänger zu führen.

Unsere Wirtschaft und unsere Regierung verhalten sich genauso, wie dieser einst reiche Mann. Beide verkonsumieren das Saatgut, um den Anschein des Wohlergehens aufrecht zu halten. Die Politiker werden dieses Verhalten so lange fortsetzen, bis die Party vorbei ist. Und wenn dieser Punkt gekommen ist, ist von der Gesellschaft und der Freiheit hoffentlich noch genug übrig, um eine Erneuerung zu bewerkstelligen.

Viele glauben, dass die Regierung und ihr Partner die US-Notenbank, klug und stark genug seien, um diesen Crash zu vermeiden. Wenn Gelddrucken und erhöhte Ausgaben eine Lösung wären, gäbe es nirgends auf der Welt Armut. Selbst die ärmsten Länder haben eine Regierung, die sich eine Druckerpresse leisten kann.

Bisher ist der Zusammenbruch ausgeblieben. Das ist vergleichbar mit einem Mann, der vom Empire State Building springt und auf Höhe der 40. Etage sagt: „Soweit so gut.“ Sein Schicksal war bereits besiegelt, als er gesprungen ist. Und ähnlich ist es um die US-Wirtschaft bestellt. Die wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten sind unumstößlich. Sie sind so mächtig und unveränderbar wie die Kräfte der Physik.

„Soweit so gut“, ist für eine Wirtschaft nicht akzeptabel. Die im Juni 2009 fälschlicherweise ausgerufene Wirtschaftserholung gib es nicht. Die Verzerrungen und Fehlallokationen, die der Wirtschaft in den letzten paar Jahrzehnten aufgezwungen wurden, haben sich immer stärker aufgetürmt und jetzt einen Punkt erreicht, wo sie nicht mehr länger übertüncht werden können. Es wird zunehmend schwerer, den Mythos einer Erholung aufrecht zu erhalten.

Es muss zu einer vollumfänglichen Bereinigung der Fehlinvestments, verzerrten Anreize und des regulatorischen Ballasts kommen, bevor eine echte Erholung stattfinden kann.

Kann die Wirtschaft für ein weiteres Jahr (oder gar für mehrere Jahre) auf einer Art von heißer Lufttasche auf Höhe der 40. Etage schweben, bevor sie ihren Fall in Richtung Erdboden wieder aufnimmt? Vielleicht, aber ohne Flügel kann sie nicht fliegen, und diese Flügel sind der Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten mittels regulatorischer Hemmnisse und Wirtschaftsinterventionen gestutzt worden. Sicher, sie können wieder nachwachsen, aber erst nachdem eine vollumfängliche Bereinigung stattgefunden hat.

Uns steht ein riesiger Crash bevor. Die Dot.com-Blase und die Eigenheimblase waren keine Crashs, zumindest nicht in dem Sinne, wie ich mir einen Crash vorstelle. Sie waren Anfänge von Korrekturen, die mittels staatlicher Interventionen wieder abgebrochen wurden. Das Land überlebte diese beiden riesigen Blasen, doch der Preis dafür ist, dass die nächste Blase noch gewaltiger ausfallen wird. Die Regierung hat die US-Bürger vor diesen zwei Ereignissen nicht geschützt, sondern sie hat diese Ereignisse überhaupt erst geschaffen, und durch die Aufschiebung der Korrektur dieser Blasen hat sie sichergestellt, dass die nächste Blase noch größer und schmerzlicher ausfallen wird.

In dem unten stehenden Video sehen Sie einen Zug, der ein Gleis entlangfährt. Es ist ein ausgezeichnetes Gleichnis das für unsere Wirtschaft. Der Zug repräsentiert die Marktkräfte – langsam, aber gewaltig. Der Zug hat nichts Bedrohliches an sich, doch genauso wie die Märkte repräsentiert er eine unglaubliche Gewalt. Und dadurch, dass das Video auch noch in Zeitlupe ist, werden die Überraschung und die Kraft noch stärker herausgestrichen.

Die Regierung mag ja durchaus glauben, die Kontrolle über die Wirtschaft zu haben – dem ist aber nicht so. Sie mag glauben, den Ausgang beeinflussen und kontrollieren zu können. Zu einem gewissen Grad stimmt das auch. Doch die Kräfte, die hier über Jahrzehnte mittels dieser Interventionen aufgestaut worden sind, können an irgendeinem Punkt nicht mehr kontrolliert werden.

Ben Bernanke, Barack Obama, das Establishment der US-Bundesregierung und all ihre Dollars und Verordnungen stehen kurz davor, vom Zug, der Jahrzehnte an unterdrückten Marktkräften repräsentiert, überrollt zu werden. Es gibt keine Regierung, die für hunderte Millionen von Bürgern, die die Märkte repräsentieren, ein Gegner wäre. Die Märkte zu unterdrücken, heißt, den Willen der Bürger zu unterdrücken. An irgendeinem Punkt werden sie sich erheben und sagen: Es reicht. Und dann ist die Regierung hilflos.

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