Kurz- und Mittelfristiger Ausblick: Gold & Silber tendieren weiter nach unten

Michael Noonan, Edge Trader Plus, 01.12.2013

Gold und Silber befinden sich derzeit in einer inversen Blase, wenn man so will, wo der Preis beider Metalle durch die Zentralbanken erheblich verzerrt wird. Die Zentralbanken sind die sichtbaren Werkzeuge der ansonsten im Verborgenen agierenden Geldwechsler, also der Leute, die an der Spitze der Bevölkerungspyramide stehen und die gesamte Welt versklaven und in einem totalitären Zustand kontrollieren wollen. Die einzige Hoffnung für die [nicht ganz so] freie Welt kommt nun aus China und Russland. In was für einer verrückten Welt wir doch leben.

Das Puzzle besteht aus zahlreichen Einzelteilen, und ungeachtet all der bekannten Puzzlesteine sind die wichtigsten der überwiegenden Mehrheit nicht bekannt. Das Einzige, was wir tun können, ist, die Ereignisse fortwährend im Auge zu behalten und uns entsprechend vorzubereiten. Die Ereignisse der Vergangenheit sind immer noch der beste Hinweisgeber für künftige Entwicklungen, und der Goldbesitz ist seit Jahrhunderten die zuverlässigste Vorbereitungsmethode gewesen.

Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass es dieses Mal anders sein wird. Angesichts der massiven Manipulation von Gold und Silber können wir davon ausgehen, dass, sollten diese künstlichen, inversen Blasen bei Gold und Silber erst einmal platzen, die Verzerrungen nach oben hin genauso massiv ausfallen werden. Es ist gar nicht so lange her, da haben wir regelmäßig von USD 5.000 oder USD 10.000 Gold gehört. Die Zahlen für Gold und Silber schaukelten sich dann bis auf USD 50.000 bzw. USD 500 pro Unze hoch.

Wer erahnen möchte, was die Zukunft für Gold und Silber bereithält, braucht sich nur Bitcoins anzuschauen: Ein Bitcoin ist auf über USD 1.200 gestiegen. Es ist keine zwei Wochen her, da wurde ein Bitcoin noch mit USD 460 gehandelt, und heute ist ein Bitcoin fast schon so viel wert wie eine Unze Gold.

Und obwohl es bezüglich der Verlässlichkeit oder Nachhaltigkeit dieses jüngsten Phänomens natürlich keinerlei Garantien gibt, zeigt diese Entwicklung ganz eindeutig, dass es eine Nachfrage nach einer [von den Zentralbanken und Regierungen] nicht kontrollierten Alternative zu den Fiatwährungen gibt. Die Welt wird sich gerade des gigantischen Schneeballsystems der Zentralbanker gewahr.

Bitcoin ist eine digitale Währung oder auch Krypto-Währung, die über keinen inhärenten Wert verfügt. Bisher handelt es sich bei Bitcoin um eine rein elektronische Währung, die die Welt im Sturm erobert hat. Der stärkste Grund, der dafür spricht, Bitcoins zu kaufen, ist, dass ihr Wert bisher fortwährend gestiegen ist – es ist also eher die Dynamik der Preisbewegung, die hier für den Erfolg sorgt, nicht so sehr die Fundamentaldaten. Bitcoins laufen Gefahr, sich in Tulpencoins zu verwandeln.

Wenn wir hier einmal die Frage ausblenden, ob dieses Novum namens Bitcoin irgendwelche Stresstests überleben könnte – bisher gab es solche Belastungsproben ja noch nicht –, ist es natürlich so, dass jedwede Möglichkeit, außerhalb des bestehenden Fiatgeld-Kartells der Zentralbanken zu operieren, über eine enorme Anziehungskraft verfügt. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass es sich hierbei nicht so sehr um einen Wertanstieg bei den Bitcoins handelt, sondern eher um einen Vertrauensverlust bei den Fiatwährungen. Brauchte man kürzlich noch USD 400 an Federal Reserve Noten (FRNs), um einen Bitcoin zu kaufen, sind es heute bereits über USD 1.200 an FRNs, um denselben Bitcoin zu erwerben. Dies verdeutlicht die Nachteile von Fiatwährungen.

Für die Halter von Gold und Silber sind das natürlich tolle Neuigkeiten. Ist die Preisdrückungs-Manipulations-Blase bei Gold und Silber erst einmal geplatzt, wird die Menge des Fiatgelds, das man braucht, um eine Unze Gold [derzeit rund USD 1.260] und eine Unze Silber [derzeit rund USD 20] zu kaufen, steigen. Bitcoin ist der Vorläufer, der uns veranschaulicht, wie sich die Realität urplötzlich einstellen wird und die Edelmetalle in die Höhe treiben werden. Die Metalle dürften Bitcoins dann wohl in den Schatten stellen.

Es ist unklar, warum die westlichen Zentralbanken Gold und Silber immer noch so erfolgreich drücken und manipulieren können. Im großen Ganzen ist es so, dass die Zentralbanken die weltweiten Währungen kontrollieren und festsetzen, und die meisten Menschen haben bezüglich der heimtückischen Natur des Mindestreservesystems und der korrupten Verbrecherorganisation, die dieses System steuert, überhaupt keine Ahnung. Sie tun es, weil sie ungestraft damit davonkommen.

China wird jetzt überraschend zum zentralen Akteur, der die Welt ein und für allemal vom Dollar befreien wird. Das haben sie sich zur Aufgabe gemacht, und bei dieser Aufgabe werden sie nicht versagen.

Es gibt ein Buch aus dem Jahr 1958 mit dem Titel „Der hässliche Amerikaner“. 1963 wurde der Film dazu gedreht, der für einige Zeit ziemlich bekannt war. Dabei ging es um die Unfähigkeit, ja sogar die mangelnde Bereitschaft Amerikas, fremde Kulturen zu verstehen – und besonders im Hinblick auf die amerikanische Regierung stimmt das auch. Jetzt können wir noch ein weiteres Adjektiv hinzufügen: „Der hässliche und unwissende Amerikaner“. Die amerikanische Bevölkerung weiß praktisch nichts über ihre de facto bankrotte Bundesregierung und ihre eigene Fiatwährung.

China wird die Welt wachrütteln und ihr zeigen, dass Amerika bereits seit ein paar Jahrzehnten ein Dritte-Welt-Land ist, das von der Substanz einer einst erfolgreichen Nation lebt. Wir werden uns China, das wahrscheinlich die geldpolitische wie auch nationale Vorherrschaft übernehmen dürfte, nächste Woche noch einmal genauer anschauen.

Wenn wir auf die Edelmetallcharts blicken, dann sehen wir, dass es seit letzter Woche keine nennenswerten Veränderungen gegeben hat. Der dramatische Anstieg von Bitcoin ist für all jene, die physisches Gold und Silber kaufen und halten, die eindringlichste Erinnerung daran, dass ungeachtet der Zeit und des Preises bessere Tage kommen werden. Das ist nur eine Frage der Zeit.

Man könnte sagen, dass die von dem Juni-Tief ausgehende Gold-Rally derzeit einen 13-wöchigen, ziemlich schwerfälligen Korrektur-Rückgang erlebt. Aktuell deutet nichts auf eine Trendwende hin.

Gegenüber der Vorwoche hat sich praktisch kaum etwas getan. Der Trend zeigt weiterhin nach unten, und gegenwärtig gibt es keine Hinweise darauf, dass dieser Trend zu Ende geht. Gold ging zwar etwas stärker aus dem Handel, aber die enge Handelsspanne ist eher ein Hinweise darauf, dass die Nachfrage aktuell zu schwach ist, um den Preis in die Höhe zu treiben …

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Die in der unten stehenden Grafik eingekreiste Anhäufung von Tagesschlusskursen deutet daraufhin, dass eine Kursbewegung in die ein oder andere Richtung bevorsteht. Einer der Vorteile, wenn man sich gerade ausbildende Marktaktivitäten beobachtet, ist, dass die Richtung nicht im Voraus antizipiert werden muss. Wir brauchen also nicht zu wissen, in welche Richtung sich der Preis in der kommenden Woche oder zu einem noch späteren Zeitpunkt bewegen wird. Wir müssen lediglich auf ein konkretes Signal warten und dann mit der vorherrschenden Marktrichtung gehen. Das ist die beste Methode, um zu vermeiden, auf der falschen Seite eines Markts zu stehen.

Innerhalb des Abwärtstrendkanals fand in den letzten sechs Wochen eine Cluster-Bildung bei den Schlusskursen statt. Eine solche Anhäufung kann entweder eine Pause bedeuten, bevor der [Abwärts-]Trend wieder an Fahrt aufnimmt, oder einen Richtungswechsel. Es werden noch mehr Hinweise benötigt, um herauszufinden, in welche Richtung der Preis gehen wird.

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Die starke August-Rally bei Silber wurde von einem viel langsamer erfolgenden Rückgang wieder zunichte gemacht. Silber notiert derzeit bereits unter dem starken Rally-Balken, der Anfang August verzeichnet wurde. Die letzten vier Wochenbalken haben sich kaum überschnitten, bis auf eine kleine Überschneidung vergangene Woche, was darauf hindeutet, dass derzeit eine Markt-Liquidierung stattfindet. Ob diese kleine Überschneidung von letzter Woche bedeutsam wird und die Rückgänge zum Halten kommen, bleibt abzuwarten.

Auf Wochenbasis bleibt der Silberpreis weiterhin in einem Abwärtstrend. Silber notiert jetzt in seinem vorangegangenen Stützungsbereich [rechteckiger Kasten]. Die Tiefs von vergangener Woche liegen über der unteren Linie des Abwärtstrendkanals, was ein positives Zeichen ist – aber es bedarf weiterer positiver Marktentwicklungen, um die allgemeine Marktschwäche zu überkommen, da es der August-Rally nicht gelang, die entscheidende Widerstandsmarke von USD 26,00 pro Unze zu knacken.

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Der Silberpreis könnte sogar noch ein klein wenig weiter nachgeben, ohne dabei die vorangegangene Stützungszone zu durchbrechen. Bei einem Abwärtstrend haben die Verkäufer unter Beweis gestellt, dass sie richtig liegen. Dann ist es an den Käufern, zu zeigen, dass sie über die Fähigkeit verfügen, eine Veränderung herbeizuführen. Bis auf Weiteres gibt es aber keine Hinweise darauf, dass die Käuferseite den Markt übernehmen wird. Das „Schicksal“ der Edelmetalle bleibt weiterhin in den Händen der Zentralbanker.

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Seit Silber vor acht Wochen durch seine Stützungslinie gebrochen ist, deutet die Marktaktivität weiter nach unten. Silber könnte hier an Halt gewinnen, aber dafür müsste es schon bald etwas Stärke zeigen.

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