Der fürchterliche Schwarze Schwan, der die Welt schockieren wird

King World News, 01.12.2013

Während die weltweiten Märkte nun mit ihrem letzten Handelsmonat dieses Jahres beginnen, warnte der 42-jährige Marktveteran Egon von Greyerz die Zuhörer von King World News heute, dass ein fürchterlicher Schwarzer Schwan bevorsteht, der die Welt schockieren wird. Im Folgenden finden Sie, was der Gründer der schweizerischen Firma Matterhorn Asset Management in diesem außerordentlichen Interview zu sagen hatte:

Greyerz: „Jede Generation glaubt, dass die Ära, in der sie lebt, die Norm ist. Das ist einfach so. Nur sehr Wenige begreifen, dass die letzten 100 Jahre seit der Schaffung der US-Notenbank außergewöhnlich gewesen sind. Es ist ganz eindeutig so, dass wir bei der Technologie, der Wissenschaft, der Medizin usw. ein riesiges Wachstum gesehen haben, was für die Welt ja auch ausgezeichnet gewesen ist.

Die andere Seite der Medaille erzählt uns aber eine völlig andere Geschichte. In vielen Bereichen erfolgten das Wachstum und die Innovationen auf Kosten der größten Kreditschaffung, die die Welt je erlebt hat. Und diese exponentielle Geld- und Kreditschaffung hat nun zu einer kranken und nicht tragfähigen Weltwirtschaft geführt – einer Wirtschaft, die mit geliehener Zeit lebt.

Die meisten Menschen sind sich dessen überhaupt nicht bewusst, aber einige von uns warnen schon seit vielen Jahren. Und wegen der staatlichen Interventionen und Manipulationen brauchen die Dinge viel länger, um sich zu entwickeln, als viele von uns erwartet haben. Niemand will zugeben, dass der Kaiser nackt ist, weil es für die Mächtigen am besten ist, wenn die aktuelle Situation weiter anhält. Aber die aktuelle Lage wird nicht weiter anhalten, weil eine Welt, die auf Schulden und gedrucktem Geld errichtet wurde, in der heutigen Form niemals überleben wird. Die einzige Frage ist, wann sich die Dinge ändern werden.“

Eric King: „Was hat es mit all den jüngsten Aktivitäten von China auf sich?“

Greyerz: „Wir haben ja schon oft über die Probleme im Westen und in Ländern wie Japan gesprochen, aber bezüglich der Geschehnisse in China wissen wir weniger – das geht zum Teil darauf zurück, weil ihre Daten nicht so leicht zugänglich sind. Aber jetzt wird zunehmend klarer, dass sich China in einer Kreditblase befindet, die der des Rests der Welt sehr stark ähnelt.

Die chinesischen Bankvermögenswerte sind seit Ende 2008 um 166% auf (atemberaubende) USD 24 Billionen gestiegen. Das ist ein Anstieg von USD 15 Billionen innerhalb der letzten 5 Jahre. Das ist völlig erstaunlich und zeigt, dass China ebenfalls eine nicht tragfähige Kreditblase geschaffen hat, die tränenreich enden wird.

Während der 5 Jahre, in denen China seine Bankvermögenswerte um USD 15 Billionen ausgeweitet hat, sind die US-Bankvermögenswerte lediglich um USD 2 Billionen gestiegen. Das chinesische Bankensystem entspricht nun dem zweieinhalbfachen des chinesischen BIP. Darüber hinaus hat China ein riesiges Schattenbankensystem, und niemand kennt seine genaue Größe. Und die Unternehmensschulden in China sind die höchsten der Welt – 150% des BIP. Die Lage in China ist also sehr gefährlich für die Welt, und wir haben hier eine Situation, die die meisten Beobachter nicht im Blick hatten […]

Der Goldpreis wird die fallenden Währungen in 2014 direkt widerspiegeln. Die 2-jährige Goldkorrektur dürfte wahrscheinlich vorbei sein und der Bärenmarkt bei den Währungen wird sich bei Gold in Form eines großen Bullenmarkts widerspiegeln. Das Problem, das wir dieses Jahr beim Goldpreis hatten, ist, dass der Goldpapiermarkt, der bis zu 100 Mal größer ist als der physische Markt, den Preis von physischem Gold nach unten gedrückt hat.

2014 könnte aber das erste Jahr sein, wo wir erleben werden, wie sich der Papiergoldmarkt seinem intrinsischen Wert annähert, der natürlich bei null liegt. Der physische Markt wird dann zum einzig echten Goldmarkt werden. Das wird enorme Auswirkungen auf den Goldpreis haben, was wir ab 2014 sehen werden.“

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