Armstrong: Was es braucht, damit sich das finale Goldpreistief ausbilden kann

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 01.12.2013

Frage: Immer mehr der sogenannten ´Goldanalysten` werden jetzt bärisch, was die Metalle anbelangt. Kitco.com ist voller bärischer Preisprognosen. Wenn Sie ein wenig Geld investieren würden, was würden Sie empfehlen? Soll man jetzt damit beginnen, Gold- und Silberminenaktien oder börsennotierte Edelmetallfonds zu kaufen oder würden Sie eher in den Aktienmarkt investieren?

Ich bin in Gold- und Silberminenaktien gefangen und meine Verluste liegen bei rund 70%. Ich frage mich, ob es schlau wäre, alles zu verkaufen und es in den Aktienmarkt zu stecken, vielleicht in die 3D-Drucker-Branche. Was würden Sie tun?“

Antwort: Wir bereiten gerade die Veröffentlichung eines Global Market Watch Berichts vor, wo die einzelnen Aktien beleuchtet werden, auch Goldminenaktien. Das ist genau die Art, wie alle Märkte funktionieren. Es muss solange beben, bis es keine Hardcore-Bullen mehr gibt. Die Tatsache, dass sich jetzt immer mehr Leute auf die bärische Seite stellen, ist ein Hinweis darauf, dass sich die Auffassungen gerade wandeln – eine Zyklus-Inversion sozusagen.

Auf dem Hoch eines Bullenmarkts, findet sich keine einzige bärische Stimme. Die Menschen sprechen dann über neue Preisplateaus und das Hoch schraubt sich exponentiell in die Höhe. Genau das ist der Treibstoff für einen Crash. Es ist nie ein Short, sondern es ist der Mangel an Shorts, die den Markt bei Rückgängen stützen. Wenn alle long sind und sie dann mit den Verkäufen beginnen, kommt es zu einem massiven Abwärtssog, da es keine Gebote gibt.

NYGC85-D-Low

Auf dem Tief sind alle bärisch und es gibt jede Menge Shorts. Das ist wiederum der Treibstoff für die Trendumkehr nach oben – die klassische Short-Covering-Rally, mit der sich der Kurs aus seinem Loch befreit. Es ist also notwendig, dass die Mehrheit der Analysten endlich bärisch wird. Schon bald werden sie damit beginnen, einen Goldpreis von USD 600 pro Unze zu prognostizieren. Genau diese Art von bärischer Stimmung brauchen wir, damit sich das Tief ausbilden kann.

Silver-Trade

Ich hatte die Metalle vor 16 Jahren getradet. Die Finanzinstitutionen behielten mich immer im Auge. Für die Trades auf dem Parkett nutzte ich Emerald Trading. Diese hier sind von einem Silber-Short. Sie beobachteten alles, was ich tat, und setzten alles daran, herauszufinden, was ich treibe. Das Lustige war, dass ich ziemlich gut darin war, meine Strategie zu verbergen.

Auf dem Tief deckte ich meine Shorts ein und wandelte sie in Long-Positionen um. Sie gingen davon aus, dass ich lediglich Shorts eindecken würde. Ich hatte meine gesamte Position von mehreren tausend Anteilen auf den Tiefs komplett in Longs umgewandelt. Ich musste ihnen dann zeigen, dass ich long war, weil sie es nicht glauben wollten und immer aggressiver boten. Es war superlustig, als sie endlich mitbekamen, dass ich long und nicht short war. Ich saß am Telefon und hörte sie schreien: „F*** er ist long, er ist f****** long!“ Und dann kam es zur Short-Covering-Rally und die war spektakulär.

So werden Tiefs ausgebildet. Die Mehrheit kauft nie auf einem Tief. Das ist es, was ich meine, wenn ich sage, dass man mit dem Trend gehen muss, und die Momente, wo ich komplett alleine dastand, waren immer die besten Trades, die ich je gemacht habe.

Ich werde im ersten Quartal in Princeton, New Jersey eines der seltenen Trading-Seminare abhalten. Also all jene, die solange darum gebeten haben – das wird es sein.

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