Sollten die Goldbugs nicht langsam zugeben, dass sie geschlagen worden sind?

Jeff Clark, Casey Research, 02.12.2013

Nach einem 12-jährigen Lauf sieht es nun so aus, als hätte Gold sein Hoch tatsächlich schon gesehen, und viel Bären behaupten, dass es von jetzt an nur noch abwärts geht. Ein flüchtiger Blick auf den Langzeit-Goldpreischart scheint diesen Eindruck sicherlich noch zu untermauern.

Seit seinem Hoch im Jahr 2011 ist der Goldpreis um über ein Drittel gefallen. Der aktuelle Rückgang ist sogar noch größer als die massiven Abverkäufe des Jahres 2008. Viele technische Analysten sagen nun, dass der „Schaden“, der bei den Charts angerichtet wurde, zu groß ist, als dass sich Gold wieder erholen könnte. Die Schlappe ist so massiv, dass in jüngster Zeit selbst eingefleischte Goldbugs ruhig geworden sind.

GoldsLongRiseHasTurnedDownwards

Ist es nicht an der Zeit, dass die Goldanleger ihre Niederlage einräumen?

Nun, wenn es stimmen würde, dass der „Schaden“ auf einem Chart wie dem obigen das Ende eines Bullenmarkts signalisiert, wäre es vielleicht angebracht. Aber stimmt das auch oder handelt es sich hierbei nur um eine Korrektur?

Einer der größten Bullenmärkte der heutigen Zeit, war der des NASDAQ in den 90er Jahren. Der NASDAQ Composite Index stieg innerhalb von 10 Jahren um atemberaubende 1.150%. Aber wussten Sie, dass es in der Mitte diesen Bullenmarkts eine massive Korrektur gab? Dasselbe gilt für den enormen Ölpreisanstieg Mitte des letzten Jahrzehnts. Schauen wir uns doch einmal den folgenden Chart an, wo die großen Korrekturen zu sehen sind, die der NASDAQ und Öl durchliefen:

BigSelloffsSeenDuringRecentBullMarkets

Nach dem Preiseinbruch beim NASDAQ und bei Öl glaubten die meisten Anleger, dass diese Bullenmärkte vorbei seien – aber sie waren es nicht. In der nachfolgenden Grafik sehen Sie die Zugewinne, nachdem die Preise ihr Tief ausgebildet hatten.

LargeSelloffsLedtoMassiveGains

Der NASDAQ und Öl erholten sich von ihren großen Korrekturen – und das trotz all des technischen „Schadens“, den viele als Beweis angeführt hatten, dass diese Bullenmärkte vorbei seien. Den Anlegern, die ihre Positionen während dieser Abwärtsschwünge verkauft hatten, entgingen einige fantastische Gewinne.

Und da all die Gründe, die dafür sorgten, dass Gold von 2001 bis 2011 stieg, nach wie vor in Kraft sind, bin ich überzeugt davon, dass die aktuelle Korrektur dem zweiten großen Anstieg den Boden bereitet – und es letztendlich zu einer wahren Gold-Manie historischen Ausmaßes kommen wird.

Nur weil Gold derzeit nicht auf die Gelddruckerei der US-Notenbank zu reagieren scheint, bedeutet das nicht, dass das nicht in Zukunft der Fall sein wird. Früher oder später wird die Fantasiewelt von der Realität eingeholt werden. Allein schon die Vernunft sagt einem, dass man die Bilanz nicht innerhalb von fünf Jahren verfünffachen kann, ohne dass dies nicht auch mit negativen Konsequenzen einherginge. Die Fed deutet weiterhin an, dass sie ihre Gelddruckmaßnahmen zurückfahren will, hat dies bisher aber noch nicht getan. Wir hatten die erste und zweite Runde der quantitativen Lockerung, Operation Twist und jetzt haben wir die dritte Runde der quantitativen Lockerung – nichts von dem hat funktioniert, und die neue Fed-Vorsitzende will sogar noch mehr Geld drucken.

Es ist ein absolutes Märchen, zu glauben, dass diese Maßnahmen keine Konsequenzen haben werden – und die Realität ist, dass, was auch immer sonst noch geschehen mag, Gold darauf positiv reagieren wird.

Sollten die Goldanleger ihre Niederlage eingestehen? Ich sage, dass es eher die skrupellosen Zentralbanker sind, die ihre Niederlage eingestehen sollten.

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