Vier Lehren aus 2013: Warum der System-Neustart nicht mehr aufzuhalten ist

Simon Black, Sovereignman.com, 02.01.2014

1. Die Politiker glauben, dass die Vernichtung der Freiheit keine Konsequenzen hätte

Impuls und Reaktion. Das ist die einfachste Methode, um es zu beschreiben. Wenn Politiker stehlen und es keine Konsequenzen hat, stehlen sie einfach weiter.

Zypern war das perfekte Beispiel dafür. Die zypriotische Regierung hat die Bankkonten aller Bürger eingefroren – die Bonzen hatten ihr Geld natürlich rechtzeitig von den Bankkonten geholt –, und trotzdem blieb die gewaltsame Revolution auf den Straßen aus. Die Menschen akzeptierten es einfach.

Polen hat die Pensionsfonds verstaatlicht. Argentinien hat tiefgreifende Kapitalverkehrskontrollen implementiert. Die Franzosen besteuern alles, was sich bewegt. Die US-Regierung wurde auf frischer Tat beim Ausspionieren aller erwischt …

Und trotzdem hat das alles null Konsequenzen. Die Bürger sind wie im Käfig gehaltene Tiere trainiert worden, sich all dem zu fügen und stillzuhalten. Ich stelle mir vor, wie sich die Politiker denken: „Meine Güte – ich kann einfach nicht glauben, dass wir damit davonkommen …“

Und das ermutigt sie nur noch in ihrem Verhalten. Mit jeder weiteren zerstörerischen Tat werden sie noch verwegener und noch mutiger, was die Vernichtung unserer Freiheiten anbelangt; noch zuversichtlicherer, dass sie völlig straffrei handeln können.

2. Die Zentralbanker und Ökonomen glauben, dass das Gelddrucken keine Konsequenzen hätte

Die Fed hat ihre Bilanz im Jahr 2013 um USD 1,1 Billionen ausgeweitet, das ist ein Anstieg von atemberaubenden 38,5%. Das scheint niemanden zu stören. Der Aktienmarkt schoss auf neue Allzeithochs, der Anleihemarkt ist weiterhin stabil und jeder betont, dass die „Wirtschaftserholung“ nun da sei.

Vor ein paar Monaten nahm ich an einem Abendessen teil, wo Ben Bernanke eine Rede hielt und sich darüber freute, wie stark die quantitativen Lockerungsmaßnahmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der USA begünstigt hätten.

Sie glauben allen Ernstes an das, was sie tun. Sie glauben allen Ernstes, dass das Drucken unbegrenzter Mengen an Geld aus dem Nichts der Weg zu wirtschaftlichem Wohlergehen sei.

Und dann belohnt unsere moderne Gesellschaft idiotische Lakaien wie Paul Krugman – der uns erklärt, dass die US-Notenbank eigentlich noch mehr Geld drucken müsste – für ihre intellektuellen Leistungen auch noch mit den angesehensten Preisen. Und die Leute hören ihm zu.

Wir müssen also davon ausgehen, dass Ben „Ich kann die Zinssätze innerhalb von 15 Minuten anheben.“ Bernanke und seine Nachfolgerin Janet Yellen weitermachen werden wie bisher.

3. Die Anleger glauben, dass Defizite oder die Währungsentwertung keine Konsequenzen hätten

2013 wurden Schlagzeilen wie „US-Defizit liegt bei lediglich USD 700 Milliarden“ sogar noch als gute Meldungen erachtet.

Und die Märkte haben über all diese Fiaskos hinweggesehen – von der partiellen Schließung der US-Regierung über die Schulden auf Rekordniveau bis hin zu den Herabstufungen durch die Ratingagenturen. AA wurde 2013 zum neuen AAA.

Niemanden scheint es zu stören, dass sich die US-Regierung von der staatlichen Rentenkasse eine Rekordsumme „geliehen“ hat. Oder dass die US-Regierung 2013 eine Rekordsumme ausgegeben hat, nur um die Zinsen für ihre Schulden zu zahlen – und das zu einer Zeit, wo die Zinssätze auf Allzeittiefs notieren.

Die Anleger investieren einfach weiter … ohne auch nur einmal über die möglichen Risiken nachzudenken. Die Angst, dass sie den großen Boom verpassen könnten, ist viel größer als die Angst, Geld zu verlieren. Aber noch einmal: Es ist nicht das Geld der institutionellen Anleger, das dem Risiko ausgesetzt wird. Es ist Ihr Geld.

4. Der Normalbürger weiß aber, dass das alles Schwachsinn ist

2013 belief sich das Nettovermögen der 300 reichsten Menschen auf dem Planeten auf USD 3,7 Billionen und war somit 16,5% höher als in 2012. Die Unternehmensgewinne lagen 2013 ebenfalls auf Rekordniveaus.

Die Fortune 500 Unternehmen, die Superreichen, die Reichen, ja selbst die obere Mittelschicht waren zu weiten Teilen die Begünstigten der von der Zentralbank herbeigeführten Vermögensblase.

Aber alle anderen werden von der Inflation erschlagen … und müssen dabei zusehen, wie sich ihre Ersparnisse und ihr Lebensstandard vor ihrer Nase in Rauch auflösen.

Ein Bericht der US-Zensusbehörde zeigt, dass das mediane Haushaltseinkommen in den USA in 2013 das fünfte Jahr in Folge zurückgegangen ist. Und die Zahl derjenigen, die in Armut leben, auf staatliche Lebensmittelmarken angewiesen sind oder Arbeitslosengeldzahlungen erhalten, verharrte 2013 weiter auf Rekordniveaus.

Unterdessen ist die Vermögenskluft heute so große wie seit 1929 nicht mehr – also dem Jahr, an dem der schicksalhafte Finanzzusammenbruch stattfand.

Es ist Zeit, dass wir mal einen kleinen Realitäts-Check machen: Hier stimmt irgendetwas nicht.

Wir sind gegenüber allem desensibilisiert worden. Gegenüber der „beispiellosen“ Geldpolitik, den Rekordschulden, dem massiven Vermögensungleichgewicht, der staatlichen Überwachung, dem Diebstahl, dem Betrug und der Inflation.

Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, abgezogen zu werden, dass es mittlerweile einfach irgendwie dazugehört. Wir sitzen einfach still da und warten auf die nächsten Schläge, und wischen das dann alles noch mit der Erklärung beiseite, dass das die neue Normalität sei.

Es ist aber nicht normal. Das ist nicht die Art, wie eine freie Gesellschaft funktionieren sollte.

Eine freie Gesellschaft spioniert ihre eigenen Bürger nicht aus und sie droht ihnen auch nicht mit der Tötung durch Drohnen, während sie einer nicht gewählte Bankenelite das Recht gewährt, zugunsten eines aufgeblähten Aktienmarkts die Kaufkraft der Massen zu stehlen.

Doch ungeachtet all dieser gemeinhin für wahr gehaltenen Auffassungen leben wir keineswegs in einer Welt, die frei von Konsequenzen ist.

Die Geschichte ist voll von Beispielen, wo ganze Nationen ihren Kipppunkt erreichen … und die Menschen von den Dächern schreien: „Ich bin stinksauer! Und ich werde das nicht mehr länger mitmachen!“

2013 konnten wir ja bereits mitverfolgen, wie es in einigen der stabilsten Länder auf dem Planeten wie in Singapur oder Schweden zu gewaltsamen Protesten gekommen ist – Proteste, die alle von der absoluten Verachtung des Status Quo getragen wurden.

Ganz gleich, ob es nun heute, morgen, dieses oder nächstes Jahr sein wird – der Tag der Abrechnung wird kommen. Das System ist viel zu kaputt, als dass man es noch reparieren könnte – es muss zu einem Neustart kommen.

Wenn man die Situation objektiv betrachtet, ist es völlig absurd, zu glauben, dass dieser Status Quo auf immer und ewig aufrecht erhalten werden kann; dass es dieses Mal anders sei; dass wir irgendwie etwas Besonderes und gegenüber universellen Gesetzmäßigkeiten immun seien.

Das ist keine Schwarzmalerei, weit davon entfernt. Das ist in Wirklichkeit eine optimistische Botschaft, denn umso schneller die durchgeknallten verbrecherischen Politiker und ihre Zentralbank-Kumpanen aus ihren Ämtern entfernt werden, desto besser werden wir alle dran sein.

Bedauerlicherweise wird es aber noch ein ziemliches Chaos geben, bis es soweit ist.

2014 ist da. Und es wird höllisch werden.