Eurokrise: Wirtschaftszusammenbruch ist voll im Gang

Michael Snyder, The Economic Collapse, 08.01.2014

Falls Sie ängstlich auf die Ankunft des „Wirtschaftszusammenbruchs“ warten, sollten Sie Ihre Augen öffnen und sich einmal anschauen, was sich derzeit in Europa abspielt. Der gesamte europäische Kontinent ist gegenwärtig eine einzige wirtschaftliche Katastrophe. Die Arbeitslosigkeit und die Armut verzeichnen Allzeithochs, die Autoverkäufe liegen auf Rekordtiefs und es gibt ein Meer aus faulen Krediten und Verlusten, soweit das Auge reicht.

In den letzten paar Jahren ist den wirtschaftlichen Problemen von Griechenland, Spanien und Portugal viel Aufmerksamkeit gezollt worden, und es steht außer Frage, dass sich die Lage in diesen Ländern noch weiter verschlimmern wird. Doch 2014 und 2015 werden Italien und Frankreich ins Rampenlicht rücken.

Frankreich hat die fünftgrößte Wirtschaft auf dem Planeten und Italien hat die neuntgrößte Wirtschaft auf dem Planeten – und zum jetzigen Zeitpunkt fallen beide Wirtschaften in hoher Geschwindigkeit auseinander. Rechnen Sie damit, dass Frankreich und Italien im Verlauf des Jahres 2014 für zahlreiche große Schlagzeilen sorgen werden.

Ich habe immer gesagt, dass die nächste große Welle des Wirtschaftszusammenbruchs von Europa ausgehen würde, und das ist genau das, was derzeit stattfindet. Im Folgenden finden Sie lediglich eine kleine Auswahl der Statistiken, die zeigen, dass in Europa gegenwärtig ein „Wirtschaftszusammenbruch“ stattfindet:

Europa erlebt gerade einen echten wirtschaftlichen Albtraum und es wird nur noch schlimmer.

Die extreme Hoffnungslosigkeit, mit der die Arbeitslosen in Europa gegenwärtig konfrontiert sind, ist kaum in Worte zu fassen. Wenn man nicht in der Lage ist, seine Familie zu versorgen, und keine Arbeit finden kann, egal, wie stark man es auch versucht, kann das absolut niederschmetternd sein.

Um eine Vorstellung von dem Ausmaß der in Spanien vorherrschenden Hoffnungslosigkeit zu erhalten, sollten Sie sich die nachfolgende kürzlich auf NPR veröffentlichte Geschichte durchlesen:

„Haben Sie Schwierigkeiten damit, sich ein Bild von dem atemberaubenden Arbeitslosenproblem in Südeuropa zu machen?

Dafür brauchen Sie sich lediglich ein einziges IKEA-Geschäft an Spaniens Mittelmeerküste anzuschauen.

Das Unternehmen plant, nächsten Sommer eine neue IKEA-Filiale in Valencia zu eröffnen. Am Montag begann IKEA damit, Bewerbungen für 400 neue Stellen in ihrem Geschäft entgegenzunehmen.

Das Unternehmen war aber nicht darauf vorbereitet, was als nächstes geschah.

Auf diese 400 Stellen bewarben sich innerhalb von 48 Stunden über 20.000 Menschen online. Das Volumen crashte die spanischen Computerserver des Unternehmens.“

Das erinnert an die Dinge, über die ich gestern geschrieben habe – denn auch in den USA beginnen wir nun einen unglaublich intensiven Wettbewerb um Niedriglohnjobs zu sehen.

Und während sich die wirtschaftliche Lage weltweit weiter eintrübt, wird die Situation für all jene, die am unteren Ende der wirtschaftlichen Nahrungskette stehen, sogar noch härter. Das Armutsniveau wird weiter anschwellen, selbst in Gegenden, wo man eigentlich nicht damit rechnen würde.

Fakt ist, dass ein neuer Bericht zutage förderte, dass die Armut auch in Deutschland kontinuierlich zunimmt – also in dem Land, das angeblich über die stärkste Wirtschaft der gesamten Eurozone verfügt:

„Ein paar Tage vor den Weihnachtsferien veröffentlichte der Wohlfahrtsverband einen Bericht über die regionale Armutsentwicklung in Deutschland in 2013 mit dem Titel ´Zwischen Wohlstand und Verarmung – Deutschland vor der Zerreißprobe`. Der Bericht widerlegt die offizielle Propaganda, dass Deutschland von der Krise zu weiten Teilen gar nicht betroffen und in Europa ein Hort des Wohlstands sei.

Laut dem Bericht ist die Armut in Deutschland auf ´ein trauriges Rekordhoch` gestiegen. Ganze Städte und Regionen sind immer tiefer in die wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise abgerutscht. ´Die sozialen und regionalen Fliehkräfte, gemessen an der Einkommensspreizung, nehmen seit 2006 in Deutschland dramatisch zu. Deutschland steht vor der Zerreißprobe`, heißt es in dem Bericht.“

Die Armut explodiert aber auch auf der anderen Seite des Atlantiks. In den Vereinigten Staaten liegt die Armutsquote schon drei Jahre in Folge bei oder über 15%. Das ist das erste Mal seit den 1960er Jahren, dass das passiert ist.

Und das ist erst der Anfang. Der extreme Leichtsinn der Banken wie der Deutschen Bank und US-amerikanischer Banken wie JPMorgan Chase, Citibank und Goldman Sachs wird letztlich zu einer Finanzkatastrophe führen, die weit schlimmer ist als die, die wir 2008 erlebten.

Wenn die Krise aufschlägt, wird die Kreditversorgung dramatisch einbrechen und die Wirtschaftsaktivität zum Erliegen kommen. Die Arbeitslosigkeit, die Armut und all unsere derzeitigen wirtschaftlichen Probleme werden dann noch viel, viel schlimmer werden.

Also: So schlimm die Lage gegenwärtig auch sein mag, die Wahrheit ist, dass es nichts ist im Vergleich zu dem, was uns noch erwartet. Ich hoffe, dass Sie sich auf den kommenden Sturm vorbereiten, solange noch Zeit dafür ist.

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