Panik & Chaos: Der Zusammenbruch der Staatsanleihemärkte rückt unaufhaltsam näher

King World News, 20.02.2014

Heute sprach Michael Pento, einer der weltbesten Ökonomen, mit King World News über die Auslöser, die eine Panik, einen Zusammenbruch und in der Folge ein vollständiges Chaos herbeiführen werden. Darüber hinaus warnte Pento davor, dass die Implosion der Weltwirtschaft bereits begonnen hat und sich im weiteren Jahresverlauf nur noch weiter intensivieren wird.

In diesem unglaublich bemerkenswerten Interview enthüllt der Gründer von Pento Portfolio Strategies außerdem, welche Entwicklung der US-Notenbank einen solchen Schrecken einjagen wird, dass sie sich letztlich dazu gezwungen sehen wird, ihren Kurs zu ändern und neue quantitative Lockerungsmaßnahmen einzuleiten.

Eric King: „Die quantitative Lockerung wurde vor vielen Jahren eingeleitet und wir haben den Aktienmarkt und den Anleihemarkt in die Höhe gepumpt, aber die US-Wirtschaft trat unterdessen im Grunde auf der Stelle. Hat die Wirtschaft immer noch mit einer realen Arbeitslosigkeit von rund 23% zu kämpfen? Wo geht die Reise von hier aus hin?“

Pento: „Zunächst einmal halte ich es für einen ziemlich komischen Zufall, dass es sich bei den einzigen zwei Dingen, die letztes Jahr um 30% gestiegen sind, um den S&P 500 und die Bilanz der US-Notenbank handelt. Alle anderen Indikatoren wie das Beschäftigungswachstum oder die Erwerbsquote gehen gegenwärtig zurück und sind von ihren Hochs von 2007 buchstäblich abgestürzt. Und bei den Unternehmensgewinnen und ihren Umsätzen sehen wir ebenfalls kein Wachstum.

Der einzige Ort, wo sich Wachstum ausmachen lässt, ist nicht etwa am Arbeitsmarkt, sondern bei der Fähigkeit der US-Notenbank, Geld zu drucken. Und hier geht es nicht nur um die die Fed, sondern auch um Japan. Schauen wir nur auf die Katastrophe, die dort gerade unter ´Abenomics` stattfindet: Es reichte nicht, dass die Währung um JPY 70 Billionen pro Jahr entwertet wird, nein, jetzt müssen sie dem japanischen Bankensystem sogar noch Geld leihen, und zwar praktisch ohne irgendwelche Zinsen.

Wir befinden uns also weltweit auf dem Weg in Richtung dramatischer Schwünge zwischen Inflation und Deflation, und ich glaube, dass wir uns letztlich in Richtung eines vollständigen Zusammenbruchs des japanischen und US-amerikanischen Anleihemarkts aufgemacht haben. Dort geht die Reise hin.

Die Fed weiß natürlich, dass das, was sie gerade treibt, falsch ist, und sie versuchen verzweifelt aus der quantitativen Lockerung auszusteigen … Doch bei der aktuellen Rate an quantitativer Lockerung monetisieren sie über 100% des jährlichen Haushaltsdefizits. Wenn sie aussteigen, ja wer soll diese Anleiheaufkäufe dann kompensieren? Wir verfügen gar nicht über die Ersparnisse, um das zu tun.

China verkauft US-Staatsanleihen, und das heißt, dass die Zinssätze steigen müssen. Ich halte es für ein Hirngespinst, zu glauben, dass die Fed unter Yellen aus der quantitativen Lockerung aussteigen wird. Sie werden in Kürze wieder gegen ihren Willen hineingezogen werden, wahrscheinlich irgendwann im Sommer, wenn die Wirtschaftsdaten eindeutig schwach sein werden und es bei den großen Indizes zu riesigen Abverkäufen kommt.

Wenn sie wieder mit der Ausweitung der Lockerungsmaßnahmen beginnen, ist das zumindest indirekt ein Eingeständnis, dass die US-Notenbank die Kontrolle über die Geldpolitik vollständig verloren hat und dauerhaft auf Preismanipulationen bei den Vermögenswerten und Geldfälschungsmaßnahmen angewiesen ist. Es wird für die Fed nicht leicht werden, diesen Richtungswechsel zu vollziehen. Die Fed braucht dafür einen Zustand der Panik – also einen Punkt, wo die Katastrophe richtig einschlägt. […]

Bei den Wirtschaftsdaten waren drastische Abwärtsbewegungen zu verzeichnen. Das ging im Dezember los und verschlimmert sich nun zusehends. Schauen Sie sich nur die US-Eigenheimverkäufe an, und auch die Baubeginne bei den Eigenheimen sind um 16% zurückgegangen. Ja, einiges davon hat mit dem Wetter zu tun, aber man kann ein oder zwei Schneestürme in den USA nun schlecht für die Wirtschaftsdaten in der Türkei, China und Japan verantwortlich machen. Die Wirtschaftsdaten verschlechtern sich also immer weiter, und ich rechne damit, dass sich dieser Trend im weiteren Jahresverlauf noch intensivieren wird.“

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