Goldrausch: Warum Goldminenaktien über ein unglaubliches Potenzial verfügen

Jeff Clark, Casey Research, 03.03.2014

Jetzt, wo klar zu sein scheint, dass Gold sein Tief ausgebildet hat, ist es an der Zeit, damit aufzuhören, sich mit der Frage herumzuschlagen, wie weit der Goldpreis wohl noch fallen und wie lange die Korrektur noch dauern wird, und damit zu beginnen, sich die Frage zu stellen, wie stark und innerhalb welchen Zeitraums Gold steigen wird.

Wenn wir den Goldmarkt aus historischer Perspektive betrachten, sticht dabei eine Sache heraus: Die Junior-Minentitel neigen im Rahmen der Bullen- und Bärenmarktzyklen zu sehr starken Schwankungen. Als Gruppe verdoppeln sie sich im Preis, legen dann eine Korrektur von 75% hin und verdoppeln, verdreifachen oder vervierfachen sich dann wieder im Preis, nur um im Anschluss daran um 90% zu korrigieren. Die Boom- und Bust-Phasen wechseln sich ständig ab.

Angesichts der Tatsache, dass wir gerade erst eine bedeutende Korrekturphase hinter uns gelassen haben – und zwar nicht irgendeinen Bust, sondern laut einigen Marktveteranen eine der heftigsten Korrekturen überhaupt –, zeichnet sich nun eine bedeutende Rally bei Goldminenaktien ab.

Das mag sich vielleicht sensationsheischend anhören, aber basierend auf den historischen Mustern und unserer Einschätzung, in welche Richtung sich Gold bewegen wird, gehen wir davon aus, dass die Chancen recht hoch sind, dass die Goldproduzenten vor dem Ende des nächsten Zyklus im Schnitt mit USD 200 pro Aktie gehandelt werden. Und da die meisten dieser Titel derzeit zwischen USD 20 und USD 40 pro Aktie kosten, könnten die Zugewinne enorm ausfallen. Und bei den typischen Junior-Minentiteln dürften die prozentualen Zugewinne um viele Größenordnungen höher ausfallen, was Anlegern einmalige Zugewinne bescheren könnte.

Im Folgenden werden wir Ihnen die historischen Zugewinne für große Goldproduzenten und kleine, gering kapitalisierten Junior-Minentitel während drei unterschiedlicher Boom-Phasen zeigen. Es handelt sich hierbei also um tatsächliche, in der Vergangenheit erzielte Zugewinne, keine hypothetischen. Und wenn Sie die Tatsache akzeptieren, dass sich Märkte in Zyklen bewegen, wissen Sie auch, dass es wieder passieren wird.

Von 1979 bis 1980 legte Gold einen spektakulären Anstieg hin und die Goldminenaktien konnten während dieser Phase eine atemberaubende Performance erzielen – viele von ihnen verzehnfachten sich im Preis (über 1.000% Zugewinn und mehr). Und obschon es sich hierbei um eine weithin bekannte Tatsache handelt, haben sich nur die wenigsten Analysten die Mühe gemacht, die genauen Renditen für einzelne Minentitel während dieser Phase zu ermitteln.

Es ist nicht einfach, an harte Daten vor 1985 zu gelangen – das gilt speziell für die Junior-Minentitel –, da die Informationen damals noch nicht mit Computern verarbeitet wurden. Deshalb habe ich meinen Neffen Grant in die Bibliothek geschickt, um das Wall Street Journal auf Mikrofiche durchzusehen. Darüber hinaus haben wir auch Informationen verwendet, die wir von Scott Hunter von Haywood Securities, Larry Page, dem ehemaligen Präsidenten der Manex Resource Group, und aus den staubigen Archiven des Northern Miner haben.

Das bedeutet: Unsere Übersichten sind zwar akkurat, aber keineswegs vollständig.

Na dann wollen wir mal loslegen …

Die heiße Phase des Goldbullenmarkts von 1979 bis 1980

Die Mutter aller Goldbullen-Zyklen fand in den 1970er Jahren statt. Dieser Goldbullenmarkt endete 1979/1980 mit einem heftigen Goldrausch. Gold bildete am 21.01.1980 mit USD 850 pro Unze sein Hoch aus. Das gelbe Metall war seit Anfang 1979 um 276% gestiegen – ja richtig, Gold notierte am letzten Handelstag des Jahres 1978 bei gerade einmal USD 226 pro Unze.

Im Folgenden finden Sie eine beispielhafte Auflistung der Aktienpreise der Goldproduzenten während dieser Ära. Neben den erstaunlichen Zugewinnen sticht ins Auge, dass die Goldminenaktien ihr Hoch erst neun Monate nach dem Goldpreishoch ausbildeten:

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Der GDX-Index wird heute (mit Stand zum 26.02.2014) mit USD 26,05 gehandelt; würde der Index auf einen Zugewinn von 289,5% kommen, läge der Preis bei USD 101,46.

Wir sollten hier im Hinterkopf behalten, dass unsere Daten das exakte Hoch der Aktienpreise ausweisen. Die meisten Anleger verkaufen natürlich nicht exakt auf dem Hoch. Wenn man in der Lage ist, sagen wir einmal, 80% des Anstiegs mitzunehmen, wäre das immer noch eine Rendite von 231,6%.

Im Folgenden finden Sie eine beispielhafte Liste, die zeigt, wie erfolgreich einige Junior-Minentitel während dieser Phase gewesen sind:

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Anleger, die ihr Portfolio vernünftig diversifiziert hatten und vor 1979 die besten Junior-Minentitel hielten, konnten mit ihren Investments innerhalb von gerade einmal zwei Jahren eine Rendite von 2.300% erzielen. Und diejenigen, denen es gelang, 80% dieses Anstiegs mitzunehmen, hatten immer noch Zugewinne von über 1.800%.

Das bedeutet, dass ein Junior-Minentitel, der heute USD 0,50 pro Aktie kostet, auf seinem Hoch bei USD 12 pro Aktie läge, würde dieser durchschnittliche Zugewinn wieder erreicht werden. Bei 80% dieses Zugewinns läge der Aktienpreis dann bei USD 9,75. Stellen Sie sich vor, Sie halten zehn Juniorminentitel und nur einer davon kommt auf die Rendite von Copper Lake, wo sich der Aktienpreis mehr als verhundertfacht hat.

Was könnten solche Renditen für Ihr Portfolio bedeuten? Sagen wir einfach mal, in Ihrem Portfolio befinden sich USD 10.000 an Junior-Minentiteln, die derart spektakuläre Zugewinne verbuchen können. Sollte der nächste Boom-Zyklus an das Muster von 1979 bis 1980 heranreichen, könnte ihr Portfolio auf dem Hoch USD 241.370 wert sein – oder rund USD 195.000, wenn Sie nur 80% der Rally mitnehmen.

Beachten Sie bitte, dass man natürlich auch verkaufen muss, um seine Gewinne zu realisieren. Wenn man seine Gewinne nicht realisiert, also nicht aussteigt, dürfte man am Ende wohl mit nichts dastehen, denn bei dem daraufhin einsetzenden Platzen der Blase brachen viele Junior-Goldminentitel – auch einige aus der oben stehenden Liste – einfach in sich zusammen und gingen pleite. Die Anleger, die diese Titel bis zum bitteren Ende hielten, mussten also nicht nur dabei zusehen, wie sich ihre Gewinne in Luft auflösten, sondern verloren ihre gesamten Investments.

Man muss den Zyklus schon ausnutzen.

Wir haben ja bereits in der Vergangenheit über die Renditen aus dieser Ära berichtet, weshalb ich genau weiß, was sich einige Anleger nun denken werden: „Ja sicher, aber das war ein einmaliges Ereignis.“

Ganz im Gegenteil!

Die Hemlo-Rally von 1981 bis 1983

Viele Anleger wissen nicht, dass es nach der Phase von 1979 bis 1980 auch noch andere Bullenmarktzyklen bei den Goldminenaktien gegeben hat.

Ironischerweise legte der Goldpreis während der Hemlo-Rally von 1981 bis 1983 eine Seitwärtsbewegung hin. Es gab also einen anderen Grund für den Bullenmarkt: Die Entdeckung neuer Goldvorkommen.

Zu jener Zeit wurde der überwiegende Teil der Explorationsarbeiten von Teams erledigt, die den großen Goldproduzenten angehörten. Und aufgrund des schwachen Goldpreises und der daraus resultierenden Notwendigkeit, Kosten zu sparen, begannen die großen Goldproduzenten damit, die Budgets für die Suche nach neuen Goldvorkommen zurückzufahren, was dazu führte, dass eine Flut an erfahrenen Geologen – die aufgrund ihrer Arbeit für die großen Goldproduzenten über die entsprechende Erfahrung verfügten, hochwertige Lagerstätten zu finden – keine Arbeit mehr hatte. Viele von ihnen machten daraufhin ihre eigenen Unternehmen auf und begaben sich auf die Suche.

Das führte zu einer ganzen Reihe von spektakulären Entdeckungen. Die erste dieser Entdeckungen wurde Mitte 1982 gemacht, als Gold Sceptre und Goliath Gold bei Hemlo im Osten Kanadas (Ontario) die Golden Giant Lagerstätte entdeckten. Der Goldpreis legte im Sommer eine Rally hin und setzte einen Minibullenmarkt in Gang, der bis Mai 1983 anhielt. Die Öffentlichkeit wurde darauf aufmerksam, und so kam es dann auch dazu, dass über einen solch kurzen Zeitraum beeindruckende Renditen erzielt wurden.

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Die Goldproduzenten verteuerten sich während dieser Phase im Schnitt um 70%. Und obschon wir es hier nicht mit denselben spektakulären Zugewinnen zu tun haben, die ein paar Jahre zuvor erzielt worden waren, sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Gewinne 1982/1983 innerhalb von zwölf Monaten erzielt wurden. Das wäre so, als würde eine Goldminenaktie mit einem Preis von USD 20 in zwölf Monaten bei USD 34,50 notieren – nur weil sich das Unternehmen in einer Region befindet, wo bedeutende neue Vorkommen entdeckt worden sind.

Und auch bei den Junior-Minentiteln kam es wieder zu schwindelerregende Renditen:

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Der durchschnittliche Zugewinn dieser Junior-Goldminen, die direkt mit der Hemlo-Region in Zusammenhang standen, lag bei atemberaubenden 4.000%.

Richtig beeindruckend wird das Ganze, wenn man bedenkt, dass diese Entwicklung stattfand, ohne dass der Rest der Goldbranche daran partizipierte. Und das sagt uns, dass große Goldfunde zu enormen Zugewinnen führen können, selbst wenn sich die Goldbranche als Ganzes nur schwach entwickelt.

Mit anderen Worten: Wir haben hier einen historischen Präzedenzfall, der zeigt, dass man auch dann unglaubliche Zugewinne realisieren, wenn überhaupt kein Goldrausch stattfindet, indem man Aktien besitzt, die von einer neuen Fundstätte profitieren. In den letzten zehn Jahren haben wir eine Vielzahl an Beispielen gesehen, wo sich genau das bewahrheitet hat, wie die Langzeitleser vom International Speculator bestätigen können.

Bis Mai 1983 – also rund ein Jahr, nachdem das Ganze begann – war er Goldpreis wieder gesunken, was auch das Ende dieses Zyklus einläutete. Ein weitere Erinnerung daran, dass man seine Gewinne dann auch tatsächlich realisieren muss.

Die goldenen 90er Jahre

In den 90er Jahren hatten sich viele Junior-Explorationsfirmen bereits das notwendige „intellektuelle“ Kapital der großen Goldproduzenten angeeignet. Mitte der 1990er Jahre führte eine weitere Serie an Goldentdeckungen zu einem der erstaunlichsten Bullenmärkte unserer Generation.

Zu den Firmen mit großen Fundstellen gehörten Diamet, Diamond Fields und Arequipa. Es war auch die Zeit des berühmten Bre-X-Skandals – die Firma schien auf einen unglaublichen Fund gestoßen zu sein, aber sie hatten, wie sich später herausstellte, einfach nur die Bohrergebnisse frisiert.

Bis Sommer 1996 hatten die Entdeckungen einen weiteren Bullenzyklus entfacht, und Unternehmen, die praktisch über nichts weiter als über Bohrlöcher verfügten, wurden für USD 20 pro Aktie verkauft.

In der nachfolgenden Tabelle sehen Sie einige der bekannteren Namen aus dieser Zeit. Die Zahlen sagen mehr als tausend Worte. Der durchschnittliche Goldproduzent konnte den Einsatz der Anleger während dieser Phase mehr als verdreifachen. Und auch hier wurden die Zugewinne während einer relativ kurzen Phase erzielt, in diesem Fall waren es 24 Monate:

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Und hier sehen Sie, wie sich einige Junior-Minenaktien entwickelt haben. Und wenn Sie zu der Art von Anlegern gehören, die über den Mut verfügen, niedrig zu kaufen, und die Disziplin, während der Manie-Phase zu verkaufen, kann das buchstäblich Millionen wert sein:

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Viele Analysten sagen, dass der Goldbullenmarkt in den 70er Jahren der ultimative Goldbullenmarkt gewesen ist – und in vielerlei Hinsicht ist das ja auch richtig –, aber wie Sie sehen, lag der durchschnittliche Zugewinn dieser Aktien Mitte und Ende der 1990er Jahre sogar noch über den Renditen der Junior-Minentitel während des Booms von 1979 bis 1980.

Das wäre so, als würde man heute einen Junior-Minentitel für USD 0,50 kaufen, der dann auf USD 19,86 klettert, oder auf USD 16, wenn man 80% der Rally mitnimmt. Ein Portfolio von 10.000 würde so auf USD 397.000 anwachsen (oder auf über USD 319.000 bei 80%).

Goldminenaktien und Wirtschaftsdepression

Diejenigen unter Ihnen, die sich im Lager der Deflationisten befinden, könnten all das verwerfen, weil Sie überzeugt davon sind, dass uns eine große Deflation bevorsteht. Okay, warum nicht! Aber deswegen sollten Sie nun nicht glauben, dass sich Goldminenaktien in einem solchen Umfeld nicht positiv entwickeln könnten.

Schauen wir uns doch einmal die Renditen der zwei größten Goldproduzenten in den USA und Kanada während der Großen Depression in den 1930er Jahren an, als es zu einer bedeutenden Deflation kam:

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Während sich vor den Suppenküchen lange Schlangen bildeten, die Aktienmärkte zusammenbrachen und es eine feste Goldpreisbindung gab, verfünffachte bzw. versechsfachte sich der Wert dieser Titel innerhalb von vier Jahren. Wir sind der Meinung, dass Anleger, die in Goldminentitel investieren, auch dann Zugewinne realisieren können, wenn die Deflation die Oberhand gewinnt.

Die Geschichte zeigt, dass sich die Edelmetallminenaktien in Zyklen bewegen. Wir haben jetzt einen bedeutenden Bust-Zyklus hinter uns gelassen, und wir gehen davon aus, dass wir nun am Anfang eines unglaublichen Booms stehen. Die einzige Möglichkeit, diese Art von Renditen zu realisieren, besteht darin, zu kaufen, bevor der Boom voll im Gang ist. Also jetzt …

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