Der Crash kommt: Das Märchen von der EU-Wirtschaftserholung könnte Anleger Millionen kosten

Graham Summers, Gainspainscapital.com, 02.04.2014

Diese ganze „Wirtschaftserholung“ in Europa hat für uns nie richtig Sinn ergeben.

Fortwährend wird uns erklärt, dass Europa den Sturm gemeistert hat, sich das Wirtschafts- und Finanzsystem der EU auf dem Weg der Besserung befindet und Europa nun der Ort ist, wo man investiert sein sollte.

Fakt ist aber, dass Wirtschaftsdaten aus politischen Gründen manipuliert und Aufstände und Proteste von den Medien marginalisiert werden können. Der wahre Zustand der Bankbilanzen kann ebenfalls geheim gehalten werden, solange man in der Lage ist, bedeutende Nachschussforderungen oder Finanzierungprobleme zu vermeiden.

Wenn man bedenkt, dass die Probleme Europas Jahre brauchten, um sich zu entwickeln – und das trotz der eindeutigen Beweise, dass das europäische Bankensystem buchstäblich pleite ist –, hat die Tatsache, dass die Lage in Europa gegenwärtig ruhig erscheint, im Hinblick auf die wirkliche Situation vor Ort kaum etwas zu bedeuten.

Also, was hat sich in Europa tatsächlich verbessert?

Die Staatsanleihezinsen sind gefallen. Aber wenn die Staaten (mittels ihrer Rentenkassen), die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds allesamt Staatsanleihen kaufen, ja wie stehen die Chancen dann, dass die Zinsen für diese Papiere fallen?

Und was ist mit den Umsätzen und Gewinnen der Unternehmen? Nun, vergleicht man die Ergebnisse mit 2012, als das gesamte EU-Bankensystem kurz vor der Implosion stand, sind die Chancen in der Tat hoch, dass die Zahlen ziemlich gut aussehen. Wenn man seinen Gesundheitszustand mit dem eines Toten vergleicht, sieht man auch gesund aus, ganz gleich, wie es einem gerade geht.

Und dann haben wir natürlich noch die europäischen Aktien, die seit der Erklärung des EZB-Präsidenten Mario Draghi, „alles Notwendige zu tun“, um das Finanzsystem über Wasser zu halten, immer weiter in die Höhe geschossen sind. Irgendwie scheint Draghis Behauptung bedeutsamer zu sein als die Geld- und Bankengesetze der EU.

Fakt ist, dass sich die EU-Finanzinstitutionen seit den dunklen Tagen von 2012 nicht nur verdoppelt haben, nein, sie sind sogar noch weit über ihre Hochs von 2011 gestiegen!

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Aber noch einmal: Wenn einem die eigene Zentralbank Zugang zu unbegrenzten Mengen an Kapital verschafft – wofür sie im Gegenzug komplette Giftmüllpapiere als Sicherheiten erhält, die mit dem vollen Nominalwert bewertet werden, obwohl sie höchstens die Hälfte wert sind –, ist es auch recht wahrscheinlich, dass jede Menge Liquidität in Richtung Aktien geht.

Letztlich handelt es sich bei den statistischen Daten, die für die Behauptung herangezogen werden, dass sich die Lage verbessert hat, zu weiten Teilen um Buchhaltungstricks. Die Leute, die behaupten, alles sei in bester Ordnung, sind dieselben Typen, die bestritten, dass es überhaupt ein Problem gab … und es sind dieselben Typen, die aus der Aufrechterhaltung dieser Behauptung den Großteil ihres politischen und gesellschaftlichen Kapitals schlagen.

Im Folgenden finden Sie ein paar verblüffende statistische Daten aus Europa, mit denen man sich auseinandersetzen sollte, bevor man erklärt, dass alles in Ordnung ist:

Die Lösung für diese Probleme? Man behauptet einfach weiterhin, dass die Krise vorbei ist – und implementiert unterdessen verschiedene Strategien, um den Bürgern ihr Geld zu stehlen, sollte sich die Lage wieder verschlimmern. (Zypern griff sich während seiner letzten Bankenkrise über 40% aller über EUR 100.000 hinausgehenden Bankeinlagen.)

Wenn man aktiv Pläne bewirbt, die darauf abzielen, sich die Einlagen der Bankkunden zu schnappen, um das Bankensystem zu stützen – sehen Sie hierzu auch die jüngsten IWF-Vorschläge –, befindet man sich nicht in einer „Wirtschaftserholung“.

Wir wissen nicht, ob die Lage morgen, nächste Woche oder nächstes Jahre explodieren wird. Was wir wissen, ist, dass die „Erholung“ zu weiten Teilen reine Fiktion ist und die Krise an irgendeinem Punkt wieder ausbrechen wird.

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