Globales Staatsschulden-Inferno: 50 Dinge, die Anleger jetzt beachten sollten

Tim Price, Sovereignman.com, 20.05.2014

Im Folgenden finden Sie meine persönliche Einschätzung zu einigen Herausforderungen, mit denen die Anleger aktuell konfrontiert sind:

1. Das kommunistische Experiment mit der Kommandowirtschaft ist gescheitert.

2. Dieses Experiment ist nicht nur gescheitert, sondern führte überdies zur Verarmung von Millionen von Menschen.

3. Die westlichen Zentralbanken, ihre jeweiligen Staaten und ihre Ökonomen scheinen sich über die vorgenannten Punkte nicht im Klaren zu sein oder schauen absichtsvoll darüber hinweg.

4. Die Menschen reagieren auf materielle Anreize. Alles andere ist schmückendes Beiwerk.

5. Adams Smiths „unsichtbare Hand“ funktioniert, wenn sie vom langen Arm der Bürokratie in Ruhe gelassen wird.

6. Nach dem Zusammenbruch von Bretton Woods haben die „Industrieländer“ riesige Schuldenberge angehäuft, die nicht mehr zurückgezahlt werden können.

7. Eine Kultur des Anspruchsdenkens hat dafür gesorgt, dass diese Schuldenberge immer größer wurden.

8. Diese Schulden werden nie wieder zurückgezahlt werden – außer vielleicht mit entwertetem Geld.

9. Die US-Notenbank hat bereits darauf hingewiesen – es ist ein offenes Geheimnis.

10. Der Schuldenüberhang wird das Wirtschaftswachstum auf absehbare Zeit belasten.

11. Aber der Kult des „Wirtschaftswachstums um jeden Preis“ hat die moderne Psyche infiziert.

12. In der echten Welt da draußen sind dem Wirtschaftswachstum praktische Grenzen gesetzt. Alles, was in einem voll entwickelten System über eine bestimmte Menge an Wachstum hinausgeht, kann mit Fettleibigkeit oder Krebs gleichgesetzt werden.

13. Das Wirtschaftswachstum, das in den westlichen Industrieländern vor der Finanzkrise verzeichnet wurde, war illusorisch. Es wurde auf dem Treibsand der Kreditschöpfung und auf Kosten der Zukunft errichtet.

14. Solange es bezüglich dieses wirtschaftlichen Stillstands keine Lösung gibt, wird sich das bei den Vermögenswerten in Form von wilden Schwankungen zwischen Deflations- und Inflationsängsten widerspiegeln. Damit könnte man Geld machen, aber es wird noch viel mehr Geld verlorengehen.

15. Würde man den freien Markt gewähren lassen, würde dieser mittels eines Deflationsschocks eine Selbstreinigung durchführen.

16. „Fallende Preise oder Preisdeflation sind nicht die Ursache für Wirtschafts- und Finanzkrisen, sondern ihre Folge – und zur selben Zeit auch ihr Heilmittel.“

17. Die verschuldeten Staaten und die im Grunde insolventen Banken können sich einen Deflationsschock nicht leisten. Er stellt für die Finanzen der herrschenden Regierungen und das Fortbestehen des Bankensystems eine existentielle Bedrohung dar.

18. Und da die furchtbare Situation bei den Staatsfinanzen für die Menschen immer offenkundiger wird, verwischen die Staaten und Medien nun auf unaufrichtige Art und Weise die Unterscheidung zwischen Steuervermeidung und Steuerhinterziehung.

19. Steuervermeidung ist ein völlig legitimes und rechtmäßiges Verhalten.

20. „Kein Mensch im Land ist im Geringsten dazu verpflichtet – weder moralisch noch anderweitig –, seine Rechtsbeziehung zu seinem Unternehmen oder seinem Eigentum so zu gestalten, dass es dem Finanzamt ermöglicht wird, sich so viel als möglich davon zu nehmen. Das Finanzamt ist nicht langsam und ergreift zu Recht jeden Vorteil, den es nach dem Steuerrecht sieht, um die Taschen der Steuerzahler zu leeren. Und genauso hat er Steuerzahler das Recht, scharfsinnig zu verhindern – sofern er das auf ehrliche Art tun kann –, dass seine Kasse vom Finanzamt geleert wird.“

21. Wenn die Regierungen darauf aus sind, bestimmte Arten der Steuervermeidung illegal zu machen, dann steht es in ihrer gesetzgeberischen Macht, genau das zu tun.

22. Die geldpolitischen Reaktionen auf diesen wirtschaftlichen Stillstand können einzig auf den Versuch hinauslaufen, die Inflation anzuheizen (und die Sparer und diejenigen, die auf festverzinsliche Einkommen angewiesen sind, im Rahmen dieses Prozesses zu vernichten).

23. „Geld- und Kreditwachstum können einer Nation niemals wirtschaftlichen Erfolg bescheren. Es mag vielleicht zu einer Einkommens- und Vermögensumverteilung von einigen Gruppen zu anderen Gruppen führen, aber es führt unvermeidlich dazu, dass das Wohlergehen der ganzen Nation geschädigt wird.“

24. Die Ausweitung der Geldbasis ist inhärent inflationär.

25. „Das Wichtigste, woran man sich erinnern sollte, ist, dass Inflation kein Akt Gottes ist; dass Inflation keine Naturkatastrophe oder Seuche ist. Inflation ist eine Politik.“

26. Das Ganze verwandelt sich dann in eine „echte“ Inflation, wenn sich die Bankenkreditvergabe erholt und die Geldumlaufgeschwindigkeit zulegt.

27. Wenn der Inflationsdruck selbst in einem Umfeld künstlich niedriger Zinssätze steigt, besteht das Risiko eines weitflächigen Währungszusammenbruchs. Man kann die Märkte nicht hinters Licht führen.

28. Unterdessen befinden sich die Märkte dank des geringen Wirtschaftswachstums, künstlich niedriger Zinssätze und künstlich aufgeblähter Vermögenspreise in der Schwebe. Der Bullenmarkt wird nicht ewig weitergehen; die Zinszyklus wird sich wieder umkehren, ob die Zentralbanken das nun gut finden oder nicht.

29. Handlungen haben Folgen.

30. Künstlich niedrige Zinsen sorgen für eine Zunahme von Fehlinvestitionen, speziell bei Immobilien. Dieser erbärmliche Zyklus wird sich wiederholen.

31. Wenn die Kapitalkosten der Spielball der Zentralbanker sind, kann es keine sinnvollen unternehmerischen Anstrengungen geben. Die Unternehmen horten ihr Kapital ja nicht aus einer Laune heraus. Die sogenannte Wirtschaftserholung ist zu weiten Teilen nichts weiter als Regierungspropaganda.

32. Der Preismechanismus ist zerstört worden.

33. Und wenn die Struktur der Zinssätze und der sogenannte risikofreie Zinssatz der Spielball der Zentralbanken sind, können keine vernünftigen Investments getätigt werden.

34. Die geldpolitischen Entscheidungsträger versuchen, die aufgeblähten Preise der Immobilienblase durch eine neue Blase aufgeblähter Immobilienpreise zu ersetzen.

35. Höhere nominelle Immobilienpreise sind kein Vermögen.

36. Die quantitative Lockerung nützt niemanden, außer einer kleinen Finanzelite, die von den nominellen Zugewinnen bei den Finanzvermögenswerten profitiert.

37. Eine Nullzinspolitik stellt sicher, dass die Sparquote niedrig ist.

38. Eine niedrige Sparquote ist ein Garant dafür, dass das Investmentniveau zu gering ausfällt.

39. Geld ist zu wichtig, um es dem Staat zu überlassen.

40. Unehrliches Geld vernichtet Kapital, Ersparnisse und die wirtschaftlichen Kalkulationen der Unternehmer.

41. Die Erfahrung aus den 1930er Jahren hätte uns eigentlich lehren sollen, dass ein Abwärtswettlauf bei den Währungen, bei dem versucht wird, auf Kosten der Nachbarländer zu profitieren, nichts bringt.

42. Dieser Abwärtswettlauf wird derzeit praktisch von allen Ländern betrieben.

43. Keine ungedeckte Währung hat je überlebt. Und bisher sind alle staatlichen Versuche der Gehalts- und Preiskontrolle gescheitert.

44. Die Finanzrepression wird weiter zunehmen.

45. Die Zukunft ist unklar, aber das Scheitern des aktuellen Systems scheint sicher.

46. Gold ist eine Antwort, aber es ist nicht die Antwort. Die produktiven und zielgerichteten Anstrengungen von Unternehmen sind ebenfalls eine Antwort – aber nur zu einem angemessenen Preis und wenn eine Abschätzung des Preises in diesem System, in welchem die Finanzkalkulation im Grunde unmöglich gemacht wurde, überhaupt noch durchgeführt werden kann.

47. „Ein Investment in Wissen bringt die besten Renditen.“ Aber wir ertrinken in Daten und dürsten nach Wissen.

48. Moderne Kommunikationsmittel – so effizient sie auch sein mögen – haben unsere Geduld und Disziplin zerstört. Wir sind bei unseren Investments auf umgehende Belohnung und Renditen aus.

49. „Das einzig Sinnvolle, was die Banken in den letzten 20 Jahren erfunden haben, sind Geldautomaten.“

50. „Eine breit gestreute Diversifikation ist nur dann nötig, wenn die Anleger keine Ahnung davon haben, was sie treiben“ – oder wenn die zu Grunde liegende Investmentlandschaft mit beispiellosen Risiken und explosiven Minen übersät ist.

51. Niemand weiß, was als nächstes kommt – die Zentralbanker am allerwenigsten.

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