Silber: Silberbullen sind komplett verschwunden; Short-Positionen schießen auf Allzeithochs!

Am Ende eines Bärenmarkts sind alle short. Der Silberbärenmarkt nähert sich immer stärker seinem Ende

Tiho Brkan, Shortsideoflong.com, 10.06.2014

Vor einem Monat schrieb ich einen Artikel, bei dem ich mich auf die technische Preisentwicklung von Silber konzentrierte. Der Artikel trug den Titel „Zeit der Entscheidung für Silber“. Interessanterweise hat es bisher immer noch keine Entscheidung gegeben. Die Märkte können manchmal in der Tat sehr ironisch sein, Fakt ist aber, dass der Druck zurzeit weiter zunimmt. Daher dachte ich mir, dass es an der Zeit ist, die Trader mal wieder über die jüngsten Entwicklungen zu informieren, da ich das Gefühl habe, dass bei Silber in Kürze etwas passieren wird.

Hier ist eine interessante Tatsache: Was den Silberpreis anbelangt, hat es in den letzten 6 bzw. 12 Monaten überhaupt keine Veränderung gegeben. Silber notierte im Juni 2013 bei USD 19 pro Unze und im Dezember 2013 lag es ebenfalls bei USD 19 pro Unze. Und während ich diese Zeilen schreibe, notiert Silber bei … ja richtig … USD 19 pro Unze.

Und obwohl es bei Silber keine Preisveränderungen gegeben hat, ist die Stimmung am Silbermarkt bei verschiedenen Indikatoren extrem negativ geblieben und hat sich bei einigen anderen Indikatoren sogar noch weiter eingetrübt. Wenn wir uns Chart 1 anschauen, sehen wir, dass die Hedge-Fonds und andere Spekulanten zurzeit gerade einmal 766 Netto-Long-Kontrakte halten – das liegt fernab von den über 40.000 Netto-Long-Kontrakten, die am Silbermarkt verzeichnet wurden, als Gold seinen Crash einleitete.

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Chart 1: Silber befindet sich immer noch im Entscheidungsprozess. Zum Vergrößern anklicken.

Sollten die Spekulanten ihre Positionen für eine weitere Woche abbauen, würden wir erstmals seit zehn Jahren offiziell netto-short sein. Es ist klar, dass sich diese Daten einzig auf Silber-Futures beziehen, aber wenn wir die Silber-Futures und die Silber-Optionen zusammenfassen – so wie es die CFTC macht –, sehen wir, dass die Silberbullen komplett aus dem Markt verschwunden sind, da sich die Netto-Long-Positionen nun erstmals seit 11 Jahren in Netto-Short-Positionen verwandelt haben.

Die CFTC gibt uns die Möglichkeit, die einzelnen Daten im Detail zu analysieren, da die CFTC die Gesamt-Futures der Long- und der Short-Seite in verschiedene Kategorien unterteilt. Für querdenkerische Anleger sind die Hedge-Fonds, die auch unter dem Namen „verwaltetes Geld“ bekannt sind, der beste Leitindikator. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass „dummes Geld“ hier wohl die bessere Bezeichnung wäre.

Wenn wir uns Chart 2 anschauen, sehen wir, dass das verwaltete Geld bei Silber zurzeit so stark netto-short ist wie seit mindestens 2006 nicht mehr. Dieser Umstand an sich ist schon extrem selten und wird gewöhnlich als ein bedeutendes Kaufsignal gedeutet. Aber es wird noch besser.

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Chart 2: Die COT-Daten zeigen, dass die Hedge-Fonds jetzt netto-short sind. Zum Vergrößern anklicken.

Wenn wir mit den Daten ein wenig weiter herumspielen, gelangen wir auch zu der Schlussfolgerung, dass die Gesamt-Shorts bei Silber aktuell auf einem Allzeithoch notieren (siehe Chart 3). Die Brutto-Short-Positionen sind gegenwärtig rund 33% höher als während irgendeines anderen bedeutenden Silberpreistiefs (beispielsweise 1997, 2001 und 2005).

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Chart 3: Die Short-Positionen bei den Spekulanten notieren auf Allzeithochs. Zum Vergrößern anklicken.

Also: Womit können wir bei Silber rechnen?

Nun, ich wünschte, ich hätte eine Kristallkugel, um zu sehen, was die Zukunft bringt. Zumindest kann ich Ihnen sagen, was ich mit meinem Geld tun werde. Ich werde meine alten Silber-Long-Positionen halten und bei bedeutenden Schwächen des Silberpreises weiter nachkaufen. Ja ich denke aktuell über weitere Zukäufe nach, doch bevor ich nachkaufe, warte ich darauf, dass es bei dem technischen Dreieck, das sie auf Chart 1 sehen, zu einer Lösung kommt.

Ich sehe es so: Nur weil Hinz und Kunz bei Silber zurzeit bärisch sind, bedeutet das nicht, dass der Silberpreis von den jetzigen Preisniveaus aus nicht noch weiter fallen kann – aber sollte Silber weiter im Preis fallen, dürfte der Abverkaufsdruck und die bärische Energie bald erschöpft sein.

Ich gehe daher davon aus, dass das Abwärtspotenzial begrenzt ist. Darüber hinaus glaube ich, dass dieses bärische Niveau (Brutto-Short-Wetten) nicht allzu lange aufrecht erhalten werden kann, weshalb man letztlich mit einem bedeutenden Short-Squeeze rechnen sollte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mein Finger bereits auf dem Kauf-Knopf liegt … ich ihn bisher aber noch nicht gedrückt habe.

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