Staatsschuldenkrise: An gigantischen Zahlungsausfällen führt kein Weg vorbei

Französische Ökonomen behaupten nun, dass 60% der Staatsschulden illegal seien – das sind die ersten Vorboten der riesigen Staatspleiten, die uns in den kommenden Jahren erwarten werden

Martin Armstrong, Armstrongeconcomics.com, 12.06.2014

Ich habe davor gewarnt, dass es ohne riesige Staatspleiten keine Lösung geben wird. Das ist schlicht und ergreifend die Art, wie es aus historischer Sicht immer abgelaufen ist. Staatsschulden – die komischerweise als qualitativ hochwertige Schuldenpapiere erachtet werden – sind in Wahrheit der schlimmste Vermögenswert, den es überhaupt gibt. Einfach gesagt hat in der Geschichte der Menschheit mit Ausnahme von Rumänien kein Land seine Schulden jemals wieder zurückgezahlt, und im Falle von Rumänien hatte diese Rückzahlung eine riesige Deflation zur Folge.

Eine Gruppe französischer Ökonomen hat nun eine Untersuchung veröffentlicht, in der nahegelegt wird, dass die Lösung darin bestehen könnte, die Schulden für illegal zu erklären. In dem 30-seitigen Bericht heißt es, dass 60% der französischen Staatsschulden illegal seien. Erklärt man die Staatsschulden erst einmal für illegal, ist es das Problem der Idioten, die diese Schulden gekauft haben. In der britischen Zeitung Guardian heißt es dazu:

„ … der ´Ausschuss zur Überprüfung der Staatsschulden durch die Bürger` veröffentlichte einen 30-seitigen Bericht über die französische Staatsverschuldung, ihre Ursprünge und ihre Entwicklung in den letzten Jahrzehnten. Der Bericht wurde von einer Gruppe von Experten für öffentliche Finanzen unter Leitung von Michel Husson, einem von Frankreichs besten kritischen Ökonomen, verfasst. Die unumwundene Schlussfolgerung des Berichts: 60% der französischen Staatsschulden sind illegitim.“

Sie können sich bei Ebay unzählige Staatsanleihen von allen möglichen Ländern kaufen, auf die die Zahlungsunfähigkeit erklärt wurde. Die echte Krise, mit der wir es dieses Mal zu tun haben, kreist um das Problem der Pensionen. Die Manager der Pensionsfonds halten traditionell mindesten 40% ihrer Portfolien in Form von Staatsanleihen. Das ist eine riesige Deflationsbombe, die sich hier am Horizont abzeichnet.

Aber wie wird das Problem gelöst werden? Im Falle des Römischen Imperiums implodierte die Wirtschaft und am Ende setzte das Dunkle Zeitalter ein.

postumus-restorer-of-gall_01Während des dritten Jahrhunderts nach Christus zerbrach das Römische Reich in drei Imperien. Hier sehen Sie eine Münze, die von Postumus ausgegeben wurde. Postumus war ein römischer General, der eine Rebellion anführte, bei der Frankreich, England und Spanien von Rom wegbrachen. Diese Region wurde dann unter dem Namen Gallisches Reich bekannt.

 

Auf der Münze wird verkündet, dass Postumus der Wiedererrichter der Ordnung und Normalität ist, die in Rom nicht mehr gegeben war. So, und nun brauchen Sie nur das Wort Rom durch das Wort Washington D.C. zu ersetzen, und sie werden sehen, dass sich die Geschichte wiederholt.

Die Schulden und nichtfinanzierten Verbindlichkeiten des Römischen Reichs führten einen riesigen Zusammenbruch herbei. Bis heute hat sich nichts verändert. Derzeit wird einer Wiederholung der Geschichte die Bühne bereitet, da die separatistischen Bewegungen überall auf dem Planeten an Stärke gewinnen, während die Steuern gleichzeitig immer weiter erhöht werden […]

Die Besteuerung und die Deflation sind im Grunde die zwei größten Grundübel, da sie das frei verfügbare Einkommen der Menschen absenken und das Wirtschaftswachstum reduzieren. Schauen wir es uns einfach mal aus einer praktischen Perspektive heraus an.

Die Mafia kommt in die Stadt und erklärt, dass Sie ihr 50% Ihres Einkommens geben sollen. Sie haben das Gefühl, dass das unfair und ungerecht sei. So, und jetzt ersetzen Sie das Wort Mafia einfach durch das Wort Staat. Da gibt es keine bedeutenden Unterschiede. Zu behaupten, dass das, was der Staat tut, irgendwie nicht genauso böse sei wie ein Raubzug der Mafia, ist reiner Blödsinn. Wie sie das, was Ihnen weggenommen wird, dann ausgeben, ist hierbei völlig irrelevant. Der Punkt ist, dass es Ihnen überhaupt erst weggenommen wird, was dazu führt, dass Ihr frei verfügbares Einkommen sinkt – und das ist deflationär.

Etablierte Staaten brechen in einer Deflationsspirale zusammen, und diese Deflationsspirale wird durch steigende Steuern ausgelöst, die bei frei verfügbarem Vermögen zu einer riesigen Kontraktion führen. Ja natürlich, es kann auch zu einer Währungsentwertung kommen, aber dem sind bei etablierten Staaten Grenzen gesetzt.

Bei den Hyperinflationsbeispielen Deutschland und Simbabwe handelte es sich um Staaten, die ihre Fähigkeit, Kredite aufzunehmen, vollständig verloren hatten. Typischerweise hatten sie zu diesem Zeitpunkt auf die Schulden der Vorgängerregierung bereits die Zahlungsunfähigkeit erklärt. Im Falle von Simbabwe war es so, dass das Land sogar die Fähigkeit verlor, Währung auszugeben, da die Menschen einfach damit begannen, ausländische Währungen zu nutzen.

In unserem Falle haben wir es jedoch mit etablierten Staaten zu tun, die, um sich an der Macht zu halten, auf die nichtfinanzierten Verbindlichkeiten die Zahlungsunfähigkeit erklären werden, indem sie die Auszahlungsbedingungen ändern – keine Rentenauszahlung, wenn man nebenbei noch einer Arbeit nachgeht; Anhebung des Renteneintrittsalters; Aussetzung der Inflationsanpassungen usw.

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Sie werden die Steuern anheben und Hatz auf Kapital machen, wo immer es sich auch verstecken mag. Rom hatte die Steuern so stark angehoben, dass die Menschen ihre Immobilien einfach aufgaben und weggingen. Und wenn sich der Staat im Niedergang befindet, befindet sich auch die Sicherheit im Niedergang, und die Polizei verwandelt sich dann in Verbrecher. Im Falle Roms war es so, dass das römische Heer damit anfing, römische Städte zu plündern, um so seine nichtfinanzierten Pensionen zu finanzieren.

All diese Trends sorgen für einen Teufelskreis aus immer stärker steigenden Steuern und Deflation. Das ist unsere größte Gefahr – nicht die Hyperinflation (also Preisanstiege im Bereich von mehreren tausend Prozent).

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