Drei Charts, die beweisen, dass sich die US-Wirtschaft in einer Depression befindet

Graham Summers, Phoenix Capital Research, 11.06.2014

Wall Street und die Mainstream-Ökonomen sind hellauf begeistert und behaupten im Hinblick auf die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten, dass wir gegenwärtig Zeugen einer Wirtschaftserholung sind. Dabei ignorieren sie aber nicht nur das große Ganze, sondern lesen noch nicht einmal das Kleingedruckte (mehr dazu gleich).

Die Wahrheit ist, dass die aktuellen Geschehnisse in den USA nichts mit einer zyklischen Rezession zu tun haben, sondern es sich hierbei vielmehr um eine säkulare Veränderung der Wirtschaft handelt, die so nur alle 100 Jahre zu beobachten ist.

Machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Im Folgenden finden Sie einen Chart, der die durchschnittliche Arbeitslosendauer ausweist. Offizielle Wirtschaftsrezessionen sind grau hinterlegt. Die US-Notenbank hat über USD 4 Billionen ausgegeben – und die durchschnittliche Arbeitslosendauer der US-Bevölkerung ist unterdessen gerade einmal um ein oder zwei Monate zurückgegangen:

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Der nächste Chart weist die US-Erwerbsbevölkerung in Prozent aus. Wirtschaftsrezessionen sind grau hinterlegt.

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Es gibt auch noch eine andere Möglichkeit, sich den obenstehenden Chart anzuschauen. Man kann nämlich auch sagen, dass seit dem Technologie-Crash ein immer kleiner Prozentsatz der US-Bevölkerung arbeiten geht. Heute geht ein genauso großer Prozentsatz der US-Bevölkerung einer Arbeit nach wie Ende der 70er Jahre.

Und im letzten Chart sehen Sie die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Privatsektor:

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Diese Zahl ist von außerordentlicher Wichtigkeit, weil die Unternehmen nicht damit beginnen, die Menschen in Massen auf die Straße zu setzen, wenn die Wirtschaft schwächelt, sondern sie zunächst damit anfangen, die Wochenarbeitszeit sukzessive zurückzufahren. Die Massenentlassungen kommen erst, wenn auch die offiziellen Zahlen ausweisen, dass sich die US-Wirtschaft in einer vollumfänglichen Wirtschaftsrezession befindet.

Wenn man sich das Bevölkerungswachstum und den Rückgang bei den durchschnittlichen Wochenarbeitsstunden anschaut ist es in Wahrheit sogar so, dass in den USA in den letzten 5 Jahren überhaupt keine neuen Arbeitsplätze geschaffen worden sind. Mit anderen Worten: Seit dem „Ende“ der Rezession hat es null Arbeitsplatzwachstum gegeben.

Noch einmal: Wir werden in den USA gerade Zeugen einer Entwicklung, die nichts mit den gewöhnlichen zyklischen Rezessionen zu tun hat. Wir befinden uns in einer strukturellen säkularen Wirtschaftsdepression.

Leute, es ist eine Depression. Und all jene, die behaupten, wir hätten die Kurve gekriegt, nutzen für diese Schlussfolgerung „angepasste“, also „frisierte“ Daten. Die wirklichen Daten – die von der US-Notenbank und der US-Bundesregierung ebenfalls bereitgestellt werden – stützen all diese Behauptungen nicht. Wenn diese Daten irgendetwas beweisen, dann höchstens, dass wir Geld verschwendet und dadurch eine vernünftige Schulden-Restrukturierung, mit der das Finanzsystem wieder auf Vordermann gebracht worden wäre, verhindert haben.

Man kann es tatsächlich auf den einfachen Satz herunterbrechen, auch wenn ich mich damit wiederhole: Ein Schuldenproblem lässt sich nicht dadurch lösen, dass man noch mehr Schulden schafft.

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