Staatsschuldenbombe & Gold: Der „echte Crash“ kommt erst noch!

Die beste Methode, um sich vor dem teuren Irrsinn der Zentralbanker und Pleitestaaten zu schützen, ist das Halten der liquidesten Vermögenswerte, und Gold ist der liquideste Vermögenswert von allen.

Dickson Buchanan, Europacmetals.com, 19.06.2014

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), für Übernachteinlagen der Banken Gebühren einzufordern, wird nicht zu einer höheren Inflationsrate führen, wie EZB-Präsident Mario Draghi beteuern würde. Es ist so wie bei allen anderen Fällen von Zentralplanung: Diese Entscheidung wird unbeabsichtigte und teure Folgen haben – und einige dieser Folgen lassen sich heute bereits beobachten.

Die jüngste Entscheidung der EZB wird – anstatt zu einer erhöhten Kreditvergabe an Unternehmen und steigenden Preisen zu führen – lediglich die Aufkäufe von Schulden insolventer Staaten anheizen, wodurch wir dem Zusammenbruch der Wirtschaft einen weiteren Schritt näherkommen.

Die Staatsschuldenblase ist das viel größere Problem

Seit der Verkündung der jüngsten EZB-Entscheidung zu Beginn dieses Monats sind die Banken dem von der EZB auferlegten Negativzins aus dem Weg gegangen, indem sie Staatsanleihen gekauft haben. Für Banken sind Staatsanleihen die perfekten Investments, da sie als „praktisch“ risikofreie Vermögenswerte erachtet werden.

Dass diese vermehrten Aufkäufe bereits stattfinden, sehen wir, wenn wir uns die Renditen für eine Reihe von 10-jährigen Eurozonen-Staatsanleihen anschauen. Hierbei sollte man im Hinterkopf behalten, dass sich die Rendite von Staatsanleihen und der Preis dieser Wertpapiere entgegengesetzt zueinander entwickeln. Wenn wir uns die Charts für die 10-jährige spanische Staatsanleihe und die 10-jährige italienische Staatsanleihe anschauen, sehen wir, dass die Renditen für beide Papiere gefallen sind.

13

Eigentlich ist es ziemlich offenkundig, dass es den Regierungen der Eurozone durch die jüngste EZB-Entscheidung ermöglicht wird, noch mehr und noch leichter Geld aufzunehmen und ihre bestehenden Verbindlichkeiten zu prolongieren. Noch wichtiger – und bei Weitem gefährlicher – ist die Tatsache, dass die Banken (und ihre Kunden, also Sie und ich) zunehmend mehr Versprechungen insolventer Staaten in ihren Bilanzen halten. Das könnte für all jene, die ihr Kapital noch nicht mittels Gold und Silber aus dem Finanzsystem abgezogen haben, jede Menge Ärger bedeuten.

Der „echte Crash“ kommt erst noch

In den letzten 5 Jahren, also seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008, haben die Zentralbanken beispiellose Marktinterventionen durchgeführt. Peter Schiff war einer der Ersten, der begriff, dass durch die geldpolitischen Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaftserholung (TARP, Bankenrettungen, quantitative Lockerung usw.) in Wirklichkeit der nächste Boom-Bust-Zyklus geschaffen wurde.

Aber der neue Boom und die neue Spekulationsblase sind anders als die vorangegangenen. Schiff beschrieb den letzten Boom-Bust-Zyklus als „Vorbeben“, das dem echten „Erdbeben“ vorangehen würde.

Wo liegt der Unterschied?

Der Grund, warum Peter Schiff glaubt, dass der Tag der Abrechnung immer noch bevorsteht, hat nicht so sehr mit der Größe der aktuellen Spekulationsblase zu tun. Obwohl der Umfang der Blase sicherlich auch wichtig ist, geht es im Grunde jedoch darum, wo die Blase platzen wird.

Der bevorstehende „echte Crash“ sind die falschen Versprechungen der Pleitestaaten, die beteuern, ihre Verbindlichkeiten zu begleichen, obwohl sie dazu in Wahrheit überhaupt nicht in der Lage sind. Das ist auch der Grund, warum die jüngsten EZB-Maßnahmen so schädlich sind – weil dadurch eine Staatsschuldenblase angeheizt wird, die umso verheerender ausfallen wird, desto später sie platzt.

Was Sie tun können

In seinem Buch „The Real Crash“ streicht Schiff verschiedene Möglichkeiten heraus, wie man sein Kapital vor den bevorstehenden Entwicklungen schützen kann. Neben anderen Vorschlägen empfiehlt er auch, „Gold zu besitzen“ und „liquide zu bleiben“.

Das Halten von Gold scheint ein einfaches Unterfangen, doch was muss man tun, um liquide zu bleiben? Es gibt einen ziemlich unbekannten, aber sehr wertvollen Chart des amerikanischen Ökonomen John Exeter, der als Experte für die Große Depression erachtet wurde. Die Grafik nennt sich Exeter´s umgekehrte Liquiditäts-Pyramide. Im Folgenden sehen Sie eine modern Variante davon:

2

In der Pyramide werden verschiedene Vermögensklassen von oben nach unten nach ihrer Liquidität gewichtet. Zu der hinter diesem Chart stehenden Theorie gehört, dass es in Krisenphasen immer zu einer Bewegung aus weniger liquiden Vermögenswerten in Richtung liquiderer Vermögenswerte kommt. Der Grund dafür ist einfach: Wenn die Aussicht auf Verluste oder Zahlungsunfähigkeit besteht, will man diese Risiken so gut es geht minimieren. Das erreicht man, indem man seine Verlustinvestments verkauft und in stabilere und widerstandsfähigere Dinge geht – in Dinge, die ganz generell stärker nachgefragt werden.

Während des letzten Boom-Bust-Zyklus – dem Eigenheim-Crash von 2008 – haben wir ja gesehen, dass es zum Abverkauf weniger liquider Vermögenswerte (Immobilien, die in der Pyramide fast ganz oben zu finden sind) kam und liquidere Vermögenswerte nachgefragt wurden (US-Dollars, Anleihen, Gold usw.). Nachdem eine kritische Masse an Marktteilnehmern begriffen hatte, dass der euphorische Boom vorbei war, setzte eine wilde Flucht in Richtung liquiderer Vermögenswerte ein. Der Wert der weniger liquiden Vermögenswerte brach ein. Der Wert der liquideren Vermögenswerte stieg.

Und heute befinden wir uns abermals inmitten eines neuen Zyklus, der wieder einmal von unseren Experten für Volatilität – den Zentralbanken – geschaffen wurde. Aber der aktuelle Zyklus ist anders.

Das ist der Erdbeben-Zyklus, den das Vorbeben von 2008 voranging. Es ist keine weitere Eigenheimblase (ganz oben auf der Pyramide), um die wir uns Sorgen machen müssen; es ist die Staatsschuldenblase (direkt in der Mitte der Pyramide), um die es heute geht.

Die EZB-Entscheidung, die Übernachteinlagen mit einem negativen Zins zu versehen, führt lediglich dazu, die Menge der Gesamtverschuldung im System noch weiter zu erhöhen. Wenn Sie sich die Pyramide noch einmal anschauen, werden Sie feststellen, dass die Staatsschulden direkt über dem Zeug liegen, das wir Geld nennen.

Wir werden nicht über die Fiskalklippe stürzen, sondern über die Geldklippe.

Wenn die Menschen erst einmal begreifen, dass dieser Staatsschulden-Boom nicht das Papier wert ist, auf dem diese Anleihen gedruckt worden sind, wird es zu einer ähnlichen Flucht in liquidere Vermögenswerte kommen wie bei vorangegangenen Busts.

Und genau das ist der Punkt, wo Gold und Silber ins Spiel kommen. Und nun sollten Sie auch verstanden haben, dass das Kaufen von Gold und die Strategie, liquide zu bleiben, in Wirklichkeit ein und dieselbe Sache sind. Gold befindet sich ganz unten an der Spitze der Pyramide.

Die beste Methode, um sich vor dem teuren Irrsinn der Zentralbanker und Pleitestaaten zu schützen, ist das Halten der liquidesten Vermögenswerte, und Gold ist der liquideste Vermögenswert von allen.

Weitere Artikel zu diesem Thema


  • Gold – das ultimative Krisenbarometer
  • Der Boom-Bust-Zyklus geht auf das staatliche Mindestreserve-System zurück. Anstatt dieses Praxis abzuschaffen – also die Privatbanken davon abzuhalten, Geld aus dem Nichts zu schaffen –, wurden die Zentralbanken eigens dafür gegründet, die Privatbanken zu „stützen“.
  • Da kommt noch was: Goldbullenmarkt hat noch weiten Weg vor sich
  • Eine der einfachsten und leichtesten Methoden, um den langfristigen Trend von Gold zu erfassen, ist, die Performance des gelben Metalls der Performance von Rohstoffen ganz allgemein gegenüberzustellen. Warum? …
  • Der Crash kommt – Gold ist wichtiger denn je!
  • Ich hatte Gelegenheit, mit Peter Schiff, dem CEO und Chefstrategen von Euro Pacific Capital zu sprechen. Seit zehn Jahren warnt Schiff die Anleger davor, sich auf einen bedeutenden Zusammenbruch vorzubereiten, der durch die atemberaubenden Schuldenberge …
  • Kurz vorm Platzen: Staatsschuldenblase bläht sich immer schneller auf!
  • Erstmals seit 2008 stürmen die Banken wieder schneller in Staatsanleihen (staatliche Vermögenswerte) als in Unternehmens- und Privatkredite (private Vermögenswerte). Die Portfolienbestände der Banken gehören mit zu den wichtigen Komponenten, die wir heranziehen, um Veränderungen beim Vertrauen in staatliche bzw. private Vermögenswerte zu beobachten.
  • Der Euro geht sicher unter – Interview mit Eichelburg
  • Geht es um Themen wie die Vorsorge in Zeiten der weltweiten Finanzkrise oder Inflation, dann gilt Walter Eichelburg als einer der gefragtesten Experten im deutschsprachigen Raum. Der Österreicher betreibt nicht nur das vielbeachtete Informationsportal „www.hartgeld.com“, sondern er berät seit Jahren in seinen Seminaren auch Anleger zu Fragen des Investment in Edelmetallen