18 Hinweise darauf, dass die weltweite Wirtschaftskrise in der zweiten Jahreshälfte wieder an Fahrt aufnimmt

Michael Snyder, The Economic Collapse, 30.06.2014

Viele Menschen, mit denen ich in letzter Zeit sprach, wollen wissen, wann die Krise eigentlich richtig losgeht. Fakt ist, dass sich aktuell bedeutende Risiken am Horizont abzeichnen, und im Grunde braucht man einfach nur seine Augen zu öffnen und zu verfolgen, wie sich die weltweite Wirtschafkrise weiterentwickelt.

Wie Sie im Folgenden sehen werden, veröffentlichen derzeit selbst die Zentralbanker bedrohliche Warnungen über „gefährliche neue Spekulationsblasen“ und auch die Weltbank verkündet, dass es „jetzt an der Zeit ist, sich [auf die nächste Krise] vorzubereiten.“

Die meisten Amerikaner neigen dazu, sich nur für das zu interessieren, was in den Vereinigten Staaten passiert, Fakt ist aber, dass in Südamerika, ganz Europa und den Wirtschaftszentren Asiens wie in China und Japan gegenwärtig massive Wirtschaftsprobleme ausbrechen. Hier kommen noch die endlosen Konflikte im Nahen Osten hinzu, die praktisch jederzeit zu einem großen regionalen Krieg werden können.

Wir leben in einer Welt, die zunehmend instabiler wird, und die Menschen müssen begreifen, dass die Phase relativer Stabilität, die wir derzeit genießen, extrem anfällig ist und nicht allzu lange anhalten dürfte. Im Folgenden finden Sie 18 Hinweise, dass sich die Weltwirtschaftskrise weiter beschleunigt, während wir in die zweite Hälfte des Jahres 2014 eintreten:

1. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat einen neuen Bericht veröffentlicht, in welchem sie davor warnt, dass derzeit „gefährliche neue Spekulationsblasen“ entstehen, die wohlmöglich zu einer weiteren großen Finanzkrise führen können. Wissen die Zentralbanker etwas, wovon wir keine Ahnung haben, oder versuchen sie einfach nur, die Schuld für den gigantischen und von ihnen selbst geschaffenen Schlamassel auf jemand anderes abzuwälzen?

2. Argentinien konnte eine Schuldenzahlung von USD 539 Millionen nicht bedienen und steht jetzt am Rande der zweiten großen Staatspleite innerhalb der letzten 13 Jahre.

3. Bulgarien versucht verzweifelt, einen massiven Bank-Run abzukühlen, der droht, außer Kontrolle zu geraten.

4. Letzten Monat sind die Privatkredite in der Eurozone so schnell zurückgegangen wie noch nie. Warum halten die europäischen Banken jetzt so stark an ihrem Geld fest?

5. Die Zahl der arbeitslosen Franzosen ist nun abermals auf ein brandneues Allzeithoch geschossen.

6. Die Wirtschaften in der Eurozone stagnieren oder schrumpfen. In der Zeitschrift Forbes hieß es dazu vor kurzem:

„Italiens Wirtschaft ist in den ersten drei Monaten des Jahres 2014 um 0,1% zurückgegangen, womit der Schnitt der vorangegangenen drei Quartale erreicht wurde. Die französische Wirtschaft konnte im zweiten Quartal 2013 um 0,6% zulegen, aber seitdem ist in Frankreich nur noch Nullwachstum zu verzeichnen. Die portugiesische Wirtschaft ging um 0,7% zurück, nachdem in den vorangegangenen 9 Monaten positive Wachstumszahlen verzeichnet wurden. Und obwohl die Zahlen für Griechenland und Irland für das erste Quartal noch nicht vorliegen, zeigt keines der beiden Länder Fortschritte. Das griechische BIP ist im vierten Quartal 2013 um 2,5% eingebrochen und Irland dümpelte mit 0,2% vor sich hin.“

7. Vor ein paar Tagen wurde gemeldet, dass die Verbraucherpreise in Japan so schnell gestiegen sind wie seit 32 Jahren nicht mehr.

8. Die Ausgaben der japanischen Privathaushalte sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8% zurückgegangen.

9. Obwohl die US-Unternehmen zurzeit in Schulden versinken, ist die Schuldenblase chinesischer Unternehmen mittlerweile so groß geworden, dass sie nun sogar die Menge an Unternehmensschulden in den USA überstiegen hat.

10. Ein chinesischer Rechnungsprüfer warnte nun davor, dass in China Kredite von bis zu USD 80 Milliarden durch gefälschte Goldtransaktionen besichert sein könnten. Was wird mit dem Goldpreis und der Stabilität der chinesischen Finanzmärkte geschehen, wenn dieser Schlamassel richtig hochkocht?

11. Die Arbeitslosenrate Griechenlands verharrt aktuell bei 27,7% und die Jugendarbeitslosigkeit bei 56,8%.

12. 67,5% der arbeitslosen griechischen Bevölkerung ist seit über einem Jahr ohne Arbeit.

13. Die Arbeitslosenrate der Eurozone liegt bei 11,8%, also gerade einmal geringfügig unter dem Allzeithoch von 12,0%

14. Die Europäische Zentralbank ist so verzweifelt darum bemüht, Geld ins System zu bringen, dass sie bereits Negativzinsen implementiert hat.

15. Der IWF veranschlagt die Wahrscheinlichkeit, dass die Eurozone bis Ende nächsten Jahres in die Deflation abtaucht, mit 25%.

16. Die Weltbank warnt davor, dass „jetzt die Zeit ist, sich [auf die kommende Krise] vorzubereiten.“

17. Der Wirtschaftskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Russland weitet sich weiter aus. Das hat bereits dazu geführt, dass Russland eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet hat, um aus dem US-Dollar zu gehen und sich anderen großen Währungen zuzuwenden, was im Laufe der Zeit bedeutende Auswirkungen auf das Weltfinanzsystem haben wird.

18. Und die US-Wirtschaft hat ebenfalls zu kämpfen; sie schrumpfte im ersten Quartal 2014 mit einer Jahresrate von 2,9%, was weit schlechter ist, als erwartet wurde.

Sollten die US-Wirtschaftsdaten für das zweite Quartal jedoch ein klein weniger besser aussehen, heißt das aber nicht, dass die USA das Schlimmste hinter sich haben.

Ich habe ja schon in der Vergangenheit viele Male darauf hingewiesen, dass die langfristigen Trends und die langfristigen Bilanzzahlen viel, viel bedeutender sind als die kurzfristigen Wirtschaftsdaten.

Würden Sie heute in ein Einkaufszentrum gehen und dort USD 1.000 für Süßigkeiten und Videospiele ausgeben, würde ihre kurzfristige „Wirtschaftsaktivität“ zwar dramatisch steigen, aber langfristig würde sich ihre finanzielle Gesundheit dadurch erheblich verschlechtern. Wenn wir über die Gesundheit der US-Wirtschaft oder des gesamten Weltfinanzsystems sprechen, sollten wir derlei Überlegungen im Hinterkopf behalten.

Und im Hinblick auf die Vereinigten Staaten ist es kaum von Bedeutung, ob die schuldenfinanzierte kurzfristige Wirtschaftsaktivität nun geringfügig steigt oder geringfügig fällt, denn in Wahrheit sind es nämlich die USD 60 Billionen an Schulden, die die US-amerikanische Gesellschaft als Ganzes hat, die das echte Problem sind.

Und dasselbe gilt natürlich auch für die Welt insgesamt. Aktuell ist die Weltbevölkerung mit über USD 223 Billionen verschuldet, während die „systemrelevanten“ Banken mindestens USD 700 Billionen an Finanzderivaten halten.

Im Grunde spielt es also keine allzu große Rolle, ob die kurzfristige Wirtschaftsaktivität ein klein wenig steigt oder fällt. Das ganze System ist ein fehlerhaftes Schneeballsystem, das unter seiner eigenen Last unvermeidlich zusammenbrechen wird.

Wollen wir hoffen, dass diese Phase relativer Stabilität noch ein klein wenig länger anhalten wird. Es ist immer eine gute Sache, Zeit zu haben, um sich vorzubereiten. Aber man muss schon völlig verrückt sein, anzunehmen, dass die größte Schuldenblase in der Geschichte der Menschheit nicht platzen wird.

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