Chef der „Weltzentralbank“ warnt vor Ausbruch der nächsten großen Finanzkrise

Michael Snyder, The Economic Collapse, 13.07.2014

Die meisten Menschen werden von Jaime Caruana noch nie gehört haben, und das obwohl er der Chef einer unglaublich mächtigen Organisation ist. Seit 2009 ist Caruana der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und er hat dieses Amt bis 2017 inne. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich – das ist ein eher langweilig klingender Name, und nur die wenigsten Menschen sind sich im Klaren darüber, dass es sich bei der BIZ um das Herzstück unseres zentralistisch geplanten globalen Finanzsystems handelt.

Wenn Jaime Caruana spricht, sollten die Leute also besser zuhören. Und die Tatsache, dass er jüngst davor warnte, dass das globale Finanzsystem heute in vielerlei Hinsicht „fragiler“ ist als vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers, sollte eigentlich bei jedem die Alarmglocken angehen lassen.

Im Hinblick auf die Finanzmärkte erklärte Caruana unheilvoll, dass es „schwer ist, sich nicht über die rätselhafte weltweite Abkopplung der brummenden Märkte von den ihnen zu Grunde liegenden wirtschaftlichen Entwicklungen zu wundern.“ Er sagt also genau das, worauf ich schon seit langer Zeit hinweise: Die Finanzmärkte haben sich von der wirtschaftlichen Realität vollumfänglich abgekoppelt, und an irgendeinem Punkt wird es zu einer massiven Korrektur kommen.

Also, warum hat der Chef der „Weltzentralbank“ ausgerechnet diesen Augenblick gewählt, um solch eine furchteinflößende Warnung vom Stapel zu lassen? Weiß er etwas, von dem der Rest von uns keine Ahnung hat?

Laut einem kürzlich von Ambrose Evans-Pritchard bei der britischen Zeitung Telegraph veröffentlichten Artikel zeigt sich Caruana angesichts der steigenden Schuldenniveaus und des Ausmaßes an Euphorie, das an den Finanzmärkten herrscht, extrem besorgt:

„Die Weltwirtschaft ist heute gegenüber einer Finanzkrise genauso anfällig wie in 2007, nur das jetzt noch die zusätzliche Gefahr hinzukommt, dass die aktuellen Schuldenniveaus weit höher sind und es in den Schwellenmärkten bereits brennt, so die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Jaime Caruana, der Chef der in Basel sitzenden Finanzüberwachung, sagte, dass die Anleger bei ihrer unerbittlichen Jagd nach Renditen die Risiken geldpolitischer Straffungsmaßnahmen einfach ignorieren würden.

´Die Märkte scheinen nur mit einem sehr eingeengten Spektrum an möglichen Ausgängen zu rechnen. Sie sind mittlerweile überzeugt davon, dass die geldpolitischen Rahmenbedingungen über einen sehr langen Zeitraum hinweg locker bleiben werden, und sie dürften in dieser Annahme zuversichtlicher sein, als sich das die Zentralbanken wünschen würden`, so Caruana gegenüber dem Telegraph.

Caruana sagte, dass das internationale System heute in vielerlei Hinsicht fragiler ist als im Vorfeld der Lehman-Krise. Die Schuldenverhältnisse der Industrieländer sind seit damals um 20% auf 275% des BIP angewachsen.“

Ja und wissen Sie was – Caruana hat völlig Recht, wenn er uns vor diesen Dingen warnt!

Ich hatte ja bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Gesamtmenge aller weltweiten Staatsschulden seit der letzten Rezession um rund 40% gestiegen ist und die „systemrelevanten“ Banken seitdem rund 37% größer geworden sind. Die US-Staatsverschuldung ist von rund USD 10 Billionen auf über USD 17,5 Billionen gewachsen, und selbst die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich räumt ein, dass die weltweite Finanzderivate-Blase auf mindestens USD 710 Billionen gestiegen ist.

Die riesigen Ungleichgewichte, mit denen wir während der letzten Krise konfrontiert waren, sind nicht etwa gelöst worden, sondern stattdessen nur noch, viel, viel schlimmer geworden.

Aber sollten wir der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich trauen?

Natürlich nicht.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ist eine sehr geheimnisvolle Organisation, und nur die wenigsten Menschen wissen, welch absolut enorme Macht sie in ihren Händen hält. Das Folgende ist ein kurzer Überblick über die BIZ, der aus einem meiner vorangegangenen Artikel mit dem Titel „Wer kontrolliert das Geld? Eine nichtgewählte Weltzentralbank kontrolliert es im Geheimen“ stammt:

„Es gibt eine unglaublich mächtige Organisation, von der die meisten Menschen noch nie etwas gehört haben und die im Geheimen die Geldversorgung des gesamten Planeten kontrolliert. Sie wird Bank für Internationalen Zahlungsausgleich genannt und sie ist die Zentralbank der Zentralbanken. Sie sitzt im schweizerischen Basel, hat aber auch in Hongkong und Mexiko-Stadt Niederlassungen.

Im Grunde ist die BIZ eine nichtgewählte Weltzentralbank, die nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann und über vollständige Steuerbefreiung und politische Immunität verfügt. Selbst Wikipedia räumt ein, dass ´sie gegenüber keiner einzigen Nationalregierung rechenschaftspflichtig ist.`

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wurde von den Nazis während des Zweiten Weltkriegs für Geldwäsche genutzt, aber heutzutage besteht der Hauptzweck der BIZ daran, das zentralistisch geplante globale Finanzsystem zu steuern. Der BIZ gehören heute 58 weltweite Zentralbanken an, und sie hat weit mehr Einfluss auf die US-Wirtschaft (oder auch auf jede andere Wirtschaft) als irgendein Politiker.

Die weltweiten Zentralbanker treffen sich alle zwei Monate in Basel zu einem ´Weltwirtschaftstreffen`. Während dieser Treffen werden Entscheidungen gefällt, die jeden Mann, jede Frau und jedes Kind auf dem Planeten betreffen, und trotzdem hat keiner von uns irgendein Mitsprachrecht bei dem, was diese Organisation treibt.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ist eine Organisation, die von der globalen Elite gegründet wurde und zum Wohle der globalen Elite operiert, und sie soll auch einer der Eckpfeiler des sich herausbildenden Eine-Welt-Wirtschaftssystems werden.“

Die Rolle, die die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich heutzutage spielt, wurde von der globalen Elite schon vor langer Zeit für sie geplant. Carroll Quigley, ein Professor der Georgetown University, erklärte 1975 in seinem Buch „Tragedy & Hope“, wie die BIZ eines Tages zum Herzstück des weltweiten Finanzsystems werden würde:

„Die Mächte des Finanzkapitalismus hatten ein weiteres weitreichendes Ziel, nichts weniger als die Schaffung eines in privaten Händen ruhenden weltweiten Systems der Finanzkontrolle, das in der Lage ist, das politische System eines jeden Landes und die Weltwirtschaft als Ganzes zu beherrschen.

Dieses System sollte durch die weltweit im Konzert agierenden Zentralbanken auf feudalistische Art kontrolliert werden, und zwar mittels geheimer Vereinbarungen, die auf regelmäßig stattfindenden privaten Treffen und Konferenzen vereinbart werden. Das Zentrum des Systems sollte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel werden, eine im Privatbesitz befindliche Bank, die von den weltweiten Zentralbanken, die wiederum selbst Privatunternehmen sind, kontrolliert wird.“

Interessant ist, dass Professor Quigley nicht gegen das System war, das hier von der Elite geschaffen wurde. Er war lediglich ein Akademiker, der versuchte, das, was er über die Funktionsmechanismen des globalen Systems gelernt hatte, korrekt wiederzugeben.

Und bedauerlicherweise ist das System, über das Quigley bereits 1975 schrieb, nun zu voller Blüte gelangt.

Die weltweiten Zentralbanker reisen alle zwei Monate in das schweizerische Basel, um dort ihre „Weltwirtschaftstreffen“ abzuhalten. Und obwohl die meisten Menschen noch nie von diesen Treffen gehört haben, sind sie sogar schon im Wall Street Journal besprochen worden:

„Alle zwei Monate treffen sich hier über ein Dutzend Banker, um sonntagnachmittags im 18. Stock des zylindrischen Gebäudes mit Blick auf den Rhein miteinander zu reden und zu essen.

Die Unterhaltungen während des Abendessens über Geld und Wirtschaft sind mehr als akademischer Natur. Am Tisch sitzen die Chefs der weltgrößten Zentralbanken, die Länder repräsentieren, welche jährlich über USD 51 Billionen an Bruttoinlandsprodukt, also zwei Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung erwirtschaften.“

Ja was halten Sie denn davon, dass sich die weltweiten Zentralbanker regelmäßig treffen, um ihre nächsten Schritte für die Weltwirtschaft zu planen? Es stellt sich die Frage, ob eine nichtgewählte Gruppe von Zentralbankern, die von keiner Nationalregierung zur Rechenschaft gezogen werden kann, tatsächlich über eine solche Macht verfügen sollte.

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