Explosiver Aufwärtstrend: Silberpreis wird sich in den nächsten 36 Monaten verfünffachen

The Gold Report, 16.07.2014

In der Silberbranche ist ein Aufwärtstrend im Gang, so Sean Rakhimov, der Herausgeber von Silverstrategies.com. Rakhimov glaubt, dass ein Silberpreis von USD 26 pro Unze das Ende des Abwärtstrends bestätigen würde und die Silber-Anleger in diesem Fall das nächste Widerstandsniveau von USD 32 pro Unze ins Auge fassen sollten. Sollte dieser Widerstand durchbrochen werden, ist Silber wieder bereits für Anstieg in Richtung USD 50 pro Unze und höher.

In diesem Interview mit The Gold Report spricht Rakhimov über die Trends in der Silberbranche und darüber, was das weiße Metall so besonders macht:

The Gold Report: Das in Washington D.C. ansässige Silver Institute meldet, dass die Nettosilbernachfrage die Nettosilberversorgung seit 2004 jedes Jahr überflügelt hat. Für 2013 wurde ein Angebotsdefizit von 113 Millionen Unzen gemeldet. Warum hat das nicht zu Preissteigerungen geführt?

Sean Rakhimov: Zunächst einmal halte ich von diesen Zahlen recht wenig. Beispielsweise hat die CPM Group andere Zahlen. Wie dem auch sei, die Silbernachfrage und das Silberangebot sind in den letzten 10 Jahren meines Erachtens immer relativ ausgeglichen gewesen.

Silber spielt seine Stärken als Edelmetall immer dann aus, wenn wir uns in einer Krise oder Phase der Unsicherheit befinden. Wenn alles glatt läuft, verhält sich Silber wie ein unedles Metall und wird dann eher gemäß seinen Nachfrage- und Angebotsdaten gehandelt. Der Silberpreis wird bei einer Krise entsprechend reagieren, da Silber dann nicht mehr als Industriemetall, sondern als Edelmetall erachtet wird. Dann wird man auch wieder mehr von dem sehen, was wir 2011 sahen, als sich der Silberpreis in einem Zeitraum von rund sechs Monaten verdreifachte. So eine Phase wird kommen.

TGR: Anfang Juni legten die Edelmetalle wieder ein wenig zu und konnten sich bisher sogar halten. Ist das ein Trend?

SR:
Es ist der Anfang eines Trends. Edelmetalle gehen nach langanhaltenden Rückgängen immer ein wenig hoch, aber zu Anfang dieser Trendwende können sie bei den Anlegern kaum Vertrauen erwecken, da die zahlreichen vorangegangenen Erholungsrallys nach einen 10%igen oder 20%igen Anstieg immer wieder abgebrochen wurden. Das könnte jetzt abermals der Fall sein.

Silber wird aktuell mit USD 21 pro Unze gehandelt, und wer weiß, vielleicht testet es nächste Woche schon wieder USD 18 pro Unze. Das kann niemand sagen, aber ich gehe davon aus, dass wir bis Ende des Jahres wahrscheinlich einen höheren Silberpreis sehen werden, vielleicht liegt Silber dann schon bedeutend höher.

TGR: Gibt es Hinweise, auf die Anleger achten können, um in Erfahrung zu bringen, dass der aktuelle Aufwärtsschwung real ist?

SR: Einen solchen Indikator verwende ich nicht, es ist mehr ein Bauchgefühl.

TGR: Das aktuelle Silberpreis-Fixing läuft am 14.08.2014 aus und die Londoner Edelmetallbörse prüft gerade Methoden, um das klassische Silberpreis-Fixing zu ersetzen. Ist es wahrscheinlich, dass ein neues Silberpreisfestsetzungssystem zu einem höheren Silberpreis führen wird?

SR: Das ist wahrscheinlich. Mit dieser neuen Alternative zum Silberpreis-Fixing hätten wir zumindest für die nächsten ein bis zwei Jahre weniger Manipulationen, als historisch zu verzeichnen gewesen sind. So gesehen dürfte der Silberpreis volatiler werden. Alles in allem dürfte das positiv für den Silberpreis sein.

Netdania.com---Silberpreis-auf-Wochenbasis-in-Euros---17.07.2014

Netdania.com – Silberpreis auf Wochenbasis in Euro. Silber – einer der volatilsten Rohstoffe überhaupt. Zum Vergrößern anklicken.

TGR: Was ist Ihre Meinung zur Silberbranche insgesamt?

SR: Bei der im Hintergrund stattfindenden Konsolidierung von Silber-Finanzinstrumenten und Investments gibt es derzeit nicht viel Spektakuläres. Silber ist gegenwärtig ziemlich unbeliebt, was mich daran erinnert, dass die dunkelste Stunde der ganzen Nacht, die vor Sonnenaufgang ist. Und ich glaube, dass sich das Ganze in Kürze wieder umkehren wird.

In jüngster Zeit habe ich wieder über einige Stellen in Jesse Livermores Biographie „Reminiscences of a Stock Operator“ nachgedacht. Er schrieb: „In einem Bullenmarkt gibt es jede Menge zeitiger Bullen.“ Und ich bin ein zeitiger Bulle in einem Edelmetallbullenmarkt, der bis Anfang 2000 zurückreicht.

Viele Menschen steigen entlang des Weges aus, aber Livermores Konzept bestand darin, dass der Anleger an seinen Investments den gesamten Zyklus über festhält. Das ist es, was ich mir sage. Und natürlich wird die eigene Überzeugung immer wieder getestet, so wie während der letzten paar Jahre.

Silber ist ein wenig wie Wasser. Wenn ich den Leuten sage, sie sollen in Wasser investieren, werde ich sofort schräg angesehen, so als würde mit mir irgendetwas nicht stimmen. Dennoch ist frisches Trinkwasser ein knappes Gut. Und Silber ist da ähnlich, da die Menschen bei Silber ebenfalls das Gefühl habe, dass es nicht wichtig sei. Leute, die das Ganze nicht so genau durchschauen, neigen dann eher zu Gold, aber die Fundamentaldaten von Gold und Silber könnten verschiedener kaum sein.

TGR: Was macht Silber so besonders?

SR: Wenn es ein Adjektiv gibt, mit dem man Silber beschreiben könnte, dann ist es „unersetzlich“. Es gibt für Silber keinen adäquaten Ersatz. Silber ist ein extrem vielseitiges Metall, vielleicht das vielseitigste Metall der gesamten Periodentabelle. Silber kann jede Menge Gutes tun, beispielsweise kommt es immer stärker bei medizinischen Gerätschaften zum Einsatz, da es beim Kontakt mit dem menschlichen Körper Bakterien in einzelligen Organismen abtötet. Darüber hinaus wird Silber in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt, damit die Lebensmittel nicht verderben und optimal verarbeitet werden können, beispielsweise bei der Fleischverarbeitung oder der Herstellung von Milchprodukten.

Aber lange bevor Silber damit begann, unsere Gesundheit und unsere Nahrungsmittelsicherheit zu verbessern, war es die Weltwährung. Das Wort Silber ist in 52 Sprachen ein Synonym für Geld.

TGR: Im April 2011 stieg Silber auf fast USD 50 pro Unze, bevor es eine dramatische Korrektur einleitete. Die Knie der Anleger würden doch mit Sicherheit zittern, würden wir abermals solche Preise sehen. Wie könnte man solche Preisanstiege traden?

SR: Das hängt von dem Charakter der Kursbewegung ab. Die Anleger müssen sich die Handelsvolumina, die Geschwindigkeit des Preisanstiegs und die Marktstimmung anschauen, um den weiteren Verlauf des Markts zu bestimmen.

TGR: Wie wird der nächste Aufwärtsschub bei Silber aussehen?

SR: Mein Ausblick für Silber für die nächsten zwei oder drei Jahre ist, dass das Metall irgendwo zwischen USD 50 und USD 100 pro Unze notieren wird. Der Zeitraum könnte auch kürzer ausfallen; es könnte länger dauern, aber darum geht es auch gar nicht. Ich werde bei dem Zyklus dabeibleiben; es könnte noch einmal weitere zehn Jahre dauern, bis der Zyklus zu Ende geht.

Also ich gehe nicht davon aus, dass der nächste Aufwärtsschub der finale Anstieg sein wird, sondern ich rechne damit, dass es zu einem substantiellen Anstieg kommen wird, der mit dem Silberpreisanstieg der Jahre 2010 und 2011 vergleichbar ist, als Silber von USD 10 auf USD 49,50 pro Unze stieg.

Der nächste Aufwärtsschub könnte Silber von rund USD 20 pro Unze auf ungefähr USD 100 pro Unze tragen, aber das dauert sein Zeit. Und, werde ich zwischenzeitlich Geld vom Tisch nehmen? Vielleicht werde ich ein paar Aktien verkaufen, die dann überhitzt sind oder nicht auf die Preisanstiege reagieren – aber mein physisches Silber würde ich keinesfalls anrühren.

TGR: Was sind die nächsten drei wichtigen Widerstandsmarken für Silber?

SR: Ich glaube, bei USD 26 pro Unze hätten wir die Bestätigung, dass eine Trendumkehr eingesetzt hat. Sollte Silber die Marke von USD 26 pro Unze bei hohen Volumen und mit einer deutlichen Stärke durchbrechen, ist alles denkbar. Von dort aus läge das nächste Widerstandsniveau im Bereich von USD 30 bis USD 32 pro Unze. Würde der Silberpreis über dieses Preisniveau klettern, käme als nächstes die Marke von USD 50 pro Unze. Und würden wir die Marke von USD 50 pro Unze überzeugend knacken, bestünde die Aussicht darauf, dass der Aufwärtsschub über richtig Kraft verfügt.

TGR: In Ihrem Performance Report beobachten Sie 27 Silberminenaktien. Seit Anfang Juni sind alle Titel im Plus, einige dieser Titel sind bereits um über 40% gestiegen. Juni ist normalerweise ein schwacher Monat für Edelmetallminenaktien. Was stützt diese Titel?

SR: Eine Erklärung könnte sein, dass wir es am allgemeinen Aktienmarkt mit einen potenziellen Hoch zu tun haben. Eine weitere Erklärung wäre, dass die Edelmetalle im letzten Monat rund 15% gestiegen sind und die Minenaktien im Vergleich zum Metallpreis in der Regel stärkere Kursbewegungen hinlegen. Und die meisten dieser Aktien kommen ja auch aus dem Keller. Da gab es wie eine Art Vakuum, diese Titel schießen sogar bei geringen Handelsvolumina in die Höhe. Die meisten Verkäufer, die verkaufen wollten, haben dies bereits getan. Und auf der anderen Seite bekommt man jetzt für wenig Geld jede Menge Aktien. Noch einmal: Ein solches Verhalten ist typisch für die Anfangsphase eines größeren Aufwärtsschubs.

TGR: Würde Silber über die Marke von USD 50 pro Unze steigen, würde diese Flut doch alle möglichen Schiffe anheben. Wie sortieren die Anleger vermeintlich gute, aber in Wahrheit schlechte Titel aus?

SR: Man blickt einfach zurück und schaut, welche Unternehmen bei einem Silberpreis von unter USD 20 pro Unze profitabel waren. Wenn ein Unternehmen bei einem Silberpreis von unter USD 20 pro Unze schwarze Zahlen geschrieben hat, ist das ein Hinweis auf die Art und Weise, wie das Management das Unternehmen führt. Kurzfristig gesehen ist aber nicht sicher, dass die „beste“ Firma auch die beste Kursentwicklung aufweisen wird, aber das wäre im Grunde nicht weiter tragisch.

TGR: Irgendwelche abschließenden Gedanken?

SR: Wenn Silber Öl wäre, hätten die Menschen eine andere Vorstellung davon, warum es wichtig ist. Ich glaube, dass Silber aufgrund seiner jüngsten Geschichte nicht als wichtig erachtet wird, und das verleitet die Menschen zu der fehlerhaften Einschätzung, dass Silber keine gute Option ist, obwohl dies in Wahrheit der Fall ist. Das Stigma von Silber, dass es der „arme“ Bruder von Gold ist, könnte sich durchaus wandeln, so dass Silber aufgrund seiner viel besseren industriellen Anwendungsmöglichkeiten im Laufe der Zeit zu Golds „besseren“ Bruder avanciert.

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