Euro-Debakel: Talfahrt des Euros setzt sich fort; US-Dollar schießt auf 8-Monatshoch!

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 24.07.2014

Der Euro fällt weiter, während der US-Dollar aufgrund von Sorgen über härtere Sanktionen gegen Russland und deren potenzielle Auswirkungen auf das extrem schwache Wirtschaftswachstum der Eurozone auf ein 8-Monatshoch geschossen ist.

Die Steuerlast in Europa ist reiner Irrsinn, selbst die deutsche Bevölkerung muss über ein halbes Jahr arbeiten gehen, nur um Steuern zu bezahlen. Die Staaten verbrauchen einen viel zu großen Anteil vom Einkommen der Menschen, und das sorgt dafür, dass der Lebensstandard der Bevölkerung bedeutend zurückgeht und praktisch jede neue Geschäftsentwicklung in sich zusammenbricht.

Die EU-Kommission steckt überall ihre Nase rein. Österreich und Deutschland wehren sich jetzt gegen die Pläne der EU-Kommission, die strikten Ökorichtlinien für Landwirte weiter zu verschärfen. Laut den Plänen der EU-Kommission wäre es den Landwirten künftig nicht mehr möglich, zwischen biologischem und konventionellem Anbau zu wechseln. Der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt befürchtet, dass kleine und mittelgroße Bio-Betriebe schließen müssten, würde man ihnen die Möglichkeit absprechen, sich der Nachfrage der Verbraucher anzupassen.

Mit jeder Maßnahme, die die EU-Kommission ergreift, werden einfach nur Arbeitsplätze vernichtet und die Steuern erhöht. Mit jeder weiteren Verordnung, stellen sie noch mehr Bürokraten ein, die dann losziehen und Prüfungen durchführen. Es hört einfach niemals auf.

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Die EUR/USD-Wechselkursrate ist eingebrochen – und für den Euro ist nicht viel Hoffnung in Sicht. Der Euro ist unter seine Aufwärtstrendlinie gefallen und die Oszillatoren haben schon seit Wochen einen Abwärtstrend eingeleitet.

Der Plan besteht darin, den Markt einfach mit Euros zu fluten. Frankreich will eine drastische Abwertung des Euros, damit das Land seine Produkte verkaufen kann. Diese Tatsache und eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen Russland und den USA können für den Euro zu einer echten Belastung werden.

Europa ist mit Russland über den Handel sehr stark verbunden, das gilt speziell für Deutschland. Putin hat bereits die Anweisung ausgegeben, dass sich die Regierung aller deutschen Autos entledigt, die Sanktionen können künftig also negative Auswirkungen auf den Euro haben.

Der Handel mit Russland ist aber nur ein winziger Teil des Problems – das wirkliche Thema scheint zu sein, dass es mittlerweile selbst von den Russen vorgezogen wird, Immobilien in London zu kaufen, anstatt in Kontinentaleuropa. Diese Kapitalzuflüsse helfen Großbritannien – nicht den Euroländern.

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Aus zyklischer Perspektive scheint die am 04.08.2014 beginnende Handelswoche in vielen Märkten zu einem Umkehrpunkt zu werden.

Ein Wochenschlusskurs des Euros unter USD 1,3400 wäre ein Signal, dass sich der Euro auf einer umfassenderen und nachhaltigeren Basis gen Süden bewegt. Der Euro verfügt auf dem Niveau von USD 1,3298 über etwas Stützung, doch danach kommt die wichtige Stützung im Bereich von USD 1,3150. Ein Monatsschlusskurs unter USD 1,3298 würde signalisieren, dass der Euro auf das Niveau von USD 1,2700 bis USD 1,2900 zurückfallen könnte. Und ein Monatsschlusskurs unter USD 1,2750 würde signalisieren, dass wir es mit einem vollausgewachsenem Bärenmarkt zu tun haben.

Darüber hinaus ist die US-Notenbank immer noch darauf aus, die Zinssätze anzuheben, während die Eurozone eher niedrige Zinssätze avisiert. Das dürfte dem US-Dollar noch mehr Stützung verleihen. Die US-Wirtschaft ist nach wie vor okay. Sie können ja gerne mal versuchen, in New England am Wochenende eine Reservierung für ein Abendessen im Restaurant zu bekommen.

Der australische Dollar wies die größten Kursbewegungen unter allen bedeutenden Währungen auf und legte gegenüber dem US-Dollar um 0,69% auf USD 0,9455 zu … Unterdessen konnte der US-Dollar gegenüber dem Britischen Pfund leicht zulegen (USD 1,7034), aber erst nachdem die Protokolle der Bank von England enttäuschten, da darin keinerlei Hinweise auf eine Zinserhöhung bis Jahresende auftauchten. Nichtsdestotrotz dürfte die Bank von England aber eher zu einer Erhöhung der Zinssätze tendieren.

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