Der kommende Finanz-Crash: Mitten in der Gefahrenzone

G. E. Christenson, The Deviant Investor, 24.07.2014

Ding, Ding, Ding! Die Glocke läutet – aber nicht für die 1%, sondern für die restlichen 99% in Europa, Großbritannien, Japan und den USA.

Wir befinden uns jetzt mitten in der Gefahrenzone. Welche Gefahrenzone? Die Machthaber müssen Mittel und Wege finden, um die Masse weiterhin unter Kontrolle zu halten, die Steuern zu erhöhen, sich selbst zu bereichern und die Schulden zu monetisieren. Im Ergebnis wird es zu Währungsentwertungen, Inflation, Ablenkungen (wie abgeschossenen Passagiermaschinen und neuen Kriegen), Banker-Boni, anhaltenden Schmiergeldzahlungen an die Politiker und vielen anderen Dingen kommen.

Die Aktienmärkte

Der S&P 500 Index macht in diesen luftigen Höhen einen gefährlichen Eindruck, und zwar bereits seit Monaten. Schauen Sie sich hierzu bitte den folgenden Chart an:

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Es gibt keine Garantie dafür, dass der Aktienmarkt crashen oder seine Rally fortsetzen wird – aber der obenstehende Chart ist ziemlich beunruhigend, ungeachtet der Tatsache, dass die weltweiten Zentralbanken zurzeit massive Stützungsmaßnahmen durchführen. Wir befinden uns hier ganz unzweideutig in einer Gefahrenzone.

Der Goldmarkt

Das Gold fließt aus der westlichen Welt ab, da dem Metall in China, Russland und Indien eine größere Wertschätzung zuteilwird als bei uns. Die Bürger und Banker in den USA, Großbritannien, Europa und Japan halten Papierschulden für wertvoller als Gold. Das ist auch eine Gefahrenzone!

Paul Craig Roberts und Dave Kranzler schrieben am 16.07.2014:

„Zwischen dem 14.07. und 15.07. wurden innerhalb eines 14-minütigen Zeitfensters Futures-Kontrakte im Wert von 126 Tonnen Gold verkauft, wodurch der Goldpreis um USD 43 pro Unze fiel. In keinem anderen Markt kam es während dieses Zeitraums zu außergewöhnlichen Kursbewegungen.“

Wenn Gold ein Gradmesser für das Vertrauen in schuldenbasierte Währungen ist, dann ist es für den Status Quo von entscheidender Bedeutung, den Goldpreis unter Kontrolle zu halten und ihn gelegentlich nach unten zu hämmern, um die Menschen von Gold-Investments abzuhalten.

Oder vielleicht gab es eine große Finanzinstitution, die gerade 126 Tonnen Gold herumliegen hatte und sich dachte, dass es nun an der Zeit sei, das Gold auf den Markt zu werfen und an der Börse gegen entwertende Papierwährungen einzutauschen.

Die politischen Rahmenbedingungen

Über der Ukraine wurde ein in 9.000 Meter Höhe fliegendes Passagierflugzeug abgeschossen. Die Geschichte ist undurchsichtig, klar ist hingegen, dass „X“ und „Y“ sich gegenseitig die Schuld zuweisen und „Z“ das Problem ist. Die Einzigen, die hiervon tatsächlich zu profitieren scheinen, sind die Militär-Vertragsnehmer und Kriegstreiber. Das Kriegsgerassel wird immer lauter.

Vor 100 Jahren sorgte ein kleiner Vorfall im Juli 1914 für den Beginn eines Weltkriegs. Vielleicht sind der Vorfall in der Ukraine und andere Ereignisse lediglich Ablenkungen, um die Masse der Bevölkerung von dem Schlamassel abzulenken, der von unseren Politikern und Bankern geschaffen wurde.

Ganz gleich, ob dieser Vorfall nun der Ausgangspunkt für einen Krieg ist oder ob es sich dabei lediglich um eine Ablenkung handelt, er veranschaulicht auf alle Fälle, dass die Ukraine eine Gefahrenzone ist.

Martin Armstrong schrieb im März 2014 im Hinblick auf Krieg und Ablenkungen:

„Der Kriegszyklus steigt also aufgrund einer ganzen Reihe von Dingen und selbst das Kleinste darunter sollte nicht übersehen werden. Die Staaten befinden sich in Schwierigkeiten, und hierzu gehört auch Russland, wo die Wirtschaft zurückgeht. Beide Seiten brauchen einen Krieg, um die dumme Mehrheit – die tatsächlich glaubt, es ginge um den amerikanischen Traum und Kapitalismus – abzulenken. Diese Ablenkung ist für die Politik notwendig, um zu überleben. Menschlichkeit? Also ich habe noch nie erlebt, dass ein Staat um seine gefallenen Soldaten trauerte. Es ist immer nur Show.“

Oder mit anderen Worten: „Gott segne die Machthaber, speziell die Großbanken und Militär-Vertragsnehmer!“ Wir haben es hier in der Tat mit einer Gefahrenzone zu tun.

Im Juli wurde John Rubino von Chris Martenson interviewt. Rubino erklärte im Hinblick auf die unerfüllbaren finanziellen Versprechungen der Staaten:

„Das ist auch der Grund dafür, warum sich die weltweiten Regierungen zurzeit auf Bürgerunruhen vorbereiten; sie haben begriffen, dass uns ihre Finanzpolitik der letzten 30 Jahre an diesen Punkt geführt hat und das jedwede Lösung jede Menge Ärger beinhalten wird.“

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Alasdair Macleod schrieb am 18.07.2014 bezüglich der weltweiten Verschuldung und der jüngsten Erklärungen des Chefs der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich:

„Unterdessen wird die aufgrund der steigenden Zinssätze zunehmende Gefährdung all dieser Schulden von den Finanzmärkten ignoriert. Die Risikoaufschläge fallen, obwohl sie eigentlich steigen müssten … Und für jemanden in seiner Position ist das eine krasse Warnung.“

Zerohedge.com schreibt: „Das US-BIP ist seit der erstmaligen Erstellung der vierteljährlichen BIP-Berichte im Jahr 1947 nie um mehr als 1,5% gefallen, außer während oder kurz vor offizieller Wirtschaftsrezessionen.“

Da beim US-BIP jüngst ein großer Rückgang von 2,9% verkündet wurde, haben wir hier einen weiteren unzweideutigen Hinweis auf eine Gefahrenzone für die US-Wirtschaft.

Zum Thema Verschuldung und Wirtschaft sagte Rubino:

„Das Meiste von dem, was sich bei den Bank-Derivaten, den Bilanzen, den Staatsschulden und nun auch den Verbraucherschulden und bei praktisch allen anderen echten Finanzstatistiken, die wir uns anschauen, gegenwärtig abspielt, weist auf eine Verschlechterung der Lage hin. Und das bedeutet, dass wir uns in Richtung einer Art von Wiederholung von 2008/2009 bewegen, nur das wir es heute mit noch mehr Schulden, größeren Derivate-Bilanzen und noch mehr Tretminen zu tun haben. Das könnte viel schlimmer werden als die Krise, die wir vor ein paar Jahren durchgemacht haben …

Wir werden also erleben, wie eine Menge Leute, die sich bei ihrem Kapital keine Verluste leisten können, bei der nächsten Korrektur 30%, 40%, 50% verlieren werden … Die weltweiten Pensionsfonds können sich das nicht leisten. Die Rentner können es sich nicht leisten. Aber das ist die Welt, die wir geschaffen haben.“

Chris Martenson merkt zu den Spekulationsblasen an: „Ich glaube, dass die Blasen so groß werden, wie die Kluft zwischen Realität und Hoffnung ausfällt. Und hier gibt es eine riesige Kluft.“

Persönlich hoffe ich darauf, dass sich die Konflikte im Nahen Osten von alleine lösen werden; die NSA damit aufhört, die Welt auszuspionieren; Russland, Europa, China und die USA auf „nett machen“ und den Weltfrieden fördern; die Billionen US-Dollars an weltweiten Schulden einfach verschwinden und tatsächlich „Hoffnung und Wandel“ Einzug hält.

Ich bin aber auch der Meinung, dass in der echten Welt ein „Plan B“ notwendig ist.

Zu den Ungleichgewichten in der Finanz- und Wirtschaftswelt merkte Rubino an:

„Egal, wohin man auch schaut, wir bauen derzeit überall Ungleichgewichte auf, die wieder abgebaut werden müssen, und es wird zu einer riesigen Krise kommen, wenn diese Korrektur einsetzt … Wenn die Derivate explodieren, wird das die Aktienpreise beeinträchtigen, und das wird das Verhalten der Pensionsfonds beeinträchtigen, was wiederum den Staatshaushalt beeinträchtigen wird. Wir werden erleben, wie alles gleichzeitig außer Kontrolle geraten wird …

Die Endlösung wird in jedem einzelnen Fall überall die gleiche sein, nämlich eine massive Währungsentwertung – weil die einzige Möglichkeit, mit den Schulden klarzukommen, darin besteht, sie um die Hälfte zu reduzieren, indem man die Währung um die Hälfte abwertet … Ich glaube, dass wir hier unvermeidlich auf irgendeine Art von Krise zusteuern, die mittels einer massiven Währungsentwertung gelöst werden wird.“

Das ist eine unzweideutige Gefahrenzone.

Und, was sollten Sie tun?

Und Sie sollten sich die Frage stellen, was Ihnen während der Verwerfungen der nächsten 10 Jahre mehr nutzen wird – Gold und Silber oder ungedeckte Papierwährungen und von insolventen Staaten ausgegebenen Schulden.

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