Flucht in den US-Dollar: Die Rally, die niemand auf dem Radar hat

David Tablish, Ramubs1.com, 04.09.2014

Heute ist ein guter Zeitpunkt, um uns mit einigen langfristigen Charts des US-Dollars und des japanischen Yen zu beschäftigen. Ich warte bereits mehr als ein Jahr auf diesen Tag, seit ich diesen langfristigen US-Dollar-Chart erstmals erstellt habe. Einige unserer Leser werden sich daran erinnern, dass ich die Kursentwicklungen in diesem Fraktal-Chart auf Monatsbasis als Big Base 1 und Big Base 2 bezeichnet hatte. Wie aus den Zahlen hervorgeht, mit denen jede einzelne Base versehen wurde, handelt es sich hierbei um Fraktale.

Vor einem Jahr glaubte ich, dass der Zeitpunkt für den Ausbruch aus der seit fast 14 Jahren andauernden Stützungs- und Widerstandslinie gekommen sei, aber wie Sie sehen, brauchte der US-Dollar noch etwas mehr Zeit und musste noch ein klein wenig weiter zurückgehen, um Big Base 2 zu komplettieren. Der Ausbruch sieht auf dem Chart noch nicht sonderlich beeindruckend aus, aber er findet gerade statt.

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Ich habe Ihnen in der Vergangenheit bereits viele Male gezeigt, dass ein Linienchart oftmals schnellere Signale liefern kann als ein Balkenchart. Unten sehen Sie einen Linienchart des US-Dollar-Indexes auf Monatsbasis, der Big Base 2 mit dem aktuell im Gang befindlichen Ausbruch zeigt. Bitte denken Sie daran, dass es sich hierbei um einen Linienchart auf Monatsbasis handelt, und das heißt, dass der Ausbruch erst dann vollständig ist, wenn der US-Dollar Ende September über der großen Stützungs- und Widerstandslinie aus dem Handel geht. Es war auf alle Fälle ein guter Start in den Monat.

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Der letzte langfristige US-Dollar-Chart, den ich Ihnen zeigen möchte, ist ein Kombinationschart, bei dem man oben den US-Dollar und unten den Goldpreis sieht. Sinn und Zweck dieses Charts ist es, Ihnen die positive Divergenz zwischen US-Dollar und Gold zu zeigen.

Der rote Pfeil in 2008 zeigt, dass der US-Dollar gerade sein Tief ausbildete, während sich der Goldpreis inmitten eines Einbruchs befand. Achten Sie auch bitte darauf, wie Gold bis zu seinem Hoch im September 2011 eine Rally hinlegte, während der US-Dollar ein Tief ausbildete, das leicht über dem Tief von 2008 lag. Das ist ziemlich unglaublich, wenn man mal darüber nachdenkt: Gold legte eine Rally hin und schoss von USD 700 auf USD 1.920 pro Unze, während der US-Dollar im selben Zeitraum ein höheres Tief etablierte (durch die zwei roten Pfeile gekennzeichnet). Es ist leicht, diese großen Monatscharts aus den Augen zu verlieren, da es lange Zeit braucht, bis sie sich entwickeln, dennoch ist nichts wichtiger, als das große Ganze zu erfassen.

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Im Folgenden Sie Sie einen Chart des Yen, den ich Ihnen bereits vor ein oder zwei Wochen präsentiert habe. Ich hatte Ihnen gezeigt, wie es zu einem Ausbruch aus dem zweiten blauen Dreieck kam, das sich innerhalb des größeren schwarzen abfallenden Keils befindet. Nach dem Ausbruch dachte ich, dass wir noch einen Backtest an der unteren Seite des blauen Dreiecks sehen könnten, aber es scheint nun langsam so auszusehen, als sei dem nicht so. Bitte berücksichtigen Sie, dass die braun eingefärbte Trading-Lücke erst diese Woche auftauchte. Ich glaube, dass diese Trading-Lücke im Hinblick auf die langfristige Kursentwicklung des Yen noch eine entscheidende Rolle spiele wird, und ich werde Ihnen weiter unten auch zeigen, warum.

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Der nächste Chart ist ein langfristiger Yen-Chart auf Wochenbasis, der die beiden Dreiecke zeigt, die den größeren, bärischen fallenden Keil bilden, bei dem es sich um die rechte Schulter einer riesigen Schulter-Kopf-Schulter-Formation handelt. Schauen Sie sich auch den letzten Balken auf der rechten Seite des Charts an, der zeigt, dass der Yen aktuell unterhalb der Nackenlinie notiert.

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Abschließend werde ich Ihnen noch einmal genau denselben Chart zeigen, nur dass ich die Nackenlinie dieses Mal weglassen werde, so dass die braun eingefärbte Ausbruchs-Trading-Lücke noch leichter zu erkennen ist. Dieser Trading-Gap sagt uns, dass die Nackenlinie aktiv ist und dass wir uns derzeit in einem Ausbruchsprozess befinden (grüner Kreis). Derartige Handelstage kommen nicht allzu häufig vor, und wenn man sieht, dass der US-Dollar zu einer wichtigen Marke aufsteigt, während der Yen unter die Nackenlinie einer mehrjährigen Schulter-Kopf-Schulter-Formation fällt, sollte man dem schon Aufmerksamkeit zollen.

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Die Implikationen der heutigen Kursentwicklungen bei diesen beiden wichtigen Währungen werden tiefgreifend sein und auf viele andere Märkte ausstrahlen. Und wenn wir jetzt noch den Euro mit hinzunehmen – der noch schlechter aussieht als der Yen – wissen wir, dass sich hier gerade etwas ganz Großes zusammenbraut, das sich in den nächsten paar Monaten vor unser aller Augen abspielen wird. Es wird gelinde gesagt sehr interessant werden …

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