Gold: Indikatoren, die auf eine Trendwende hindeuten könnten

Jordan Roy Byrne, The Daily Gold, 17.10.2014

Gold bekommt derzeit eine kleine Verschnaufpause und ging diese Woche mit ungefähr USD 1.240 pro Unze aus dem Handel. Das gelbe Metall liegt somit über der wichtigen Wochenstützungslinie von USD 1.200 pro Unze.

Gegenwärtig sind wir uns eigentlich ziemlich sicher, dass Gold wieder unter die Marke von USD 1.200 pro Unze und dann – vor Ende des ohnehin bereits langen Goldbärenmarkts – auch unter die Marke von USD 1.100 pro Unze einbrechen wird.

Da Gold eine Art alternativer Vermögenswert ist, ist es wichtig, es mit anderen Vermögensklassen zu vergleichen. Gold entwickelt sich dann am besten, wenn es gegenüber allen anderen Vermögensklassen Zugewinne verbuchen kann. Darüber hinaus war es bei früheren wichtigen Goldpreistiefs so, dass das Metall sein nominelles Preistief erst dann erzielte, nachdem es bereits gegenüber anderen Vermögensklassen auf sein Tief gefallen war. Und es scheint, als könnte sich das wiederholen.

Beim ersten Chart schauen wir uns noch einmal das Tief des Jahres 2008 an. Dabei vergleichen wir Gold mit (1) Nichtdollar-Währungen, (2) Rohstoffen, (3) weltweiten Aktien und (4) dem S&P 500 Index, und ganz unten auf dem Chart sehen Sie den Goldpreis auf US-Dollarbasis.

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Der niedrigste Spotpreis von Gold wurde Ende Oktober 2008 verzeichnet und der niedrigste Tagesschlusskurs war im November 2008. In anderen Vermögensklassen ausgepreist, bildete Gold seine Tiefs früher aus. Gegenüber Fremdwährungen und dem S&P 500 Index bildete Gold sein Tief im September 2008 aus, während es gegenüber weltweiten Aktien im Mai und gegenüber Rohstoffen im Juni auf sein Tief fiel.

Hierzu sollten wir vielleicht noch anmerken, dass Gold, als es im April 2001 auf sein Tief fiel, real – also gegenüber Fremdwährungen, Aktien und Rohstoffen – bereits Monate zuvor auf sein Tief gefallen war.

Schauen wir uns dieselben Charts für die heutige Zeit an. Während sich Gold gerade aus einem schwachen Dreifachtief herausbewegt hat, zeigt es gegenüber anderen Vermögensklassen mehr Stärke. In Nichtdollar-Währungen notiert das gelbe Metall derzeit 10% über seinem Tief von Dezember 2013. Gold liegt gegenüber Rohstoffen aktuell nahe eines 11-Monatshochs und in weltweiten Aktien ausgepreist auf einem 7-Monatshoch. Im Vergleich zum S&P 500 Index ist Gold weiterhin schwach.

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Da wir aktuell davon ausgehen, dass Gold unter die Marke von USD 1.200 pro Unze fällt und letztlich auch unter USD 1.100 pro Unze absinken wird, stellt sich die Frage, ob das gelbe Metall seine jüngsten Tiefs gegenüber anderen Vermögensklassen halten kann. Sollte dem so sein, wäre das ein Hinweis darauf, dass Gold trotz seines Preisrückgangs eine Art relativer Stärke aufrechterhalten kann, so wie es auch bei früheren bedeutenden Tiefs beobachtet werden konnte.

Darüber hinaus ist das Gold/S&P-500-Verhältnis sehr wichtig. Die US-Aktien und die Edelmetalle weisen seit Sommer 2011 eine entgegengesetzte Entwicklung auf. Sollte dieses Verhältnis auf Wochenbasis über der Marke von 0,75 Punkten schließen, würde das eine bedeutende Trendwende zugunsten von Gold signalisieren.

Bis auf weiteres würden wir zu Vorsicht raten. Gold und Silber haben sich bisher lediglich von ihren extrem überverkauften Zuständen erholt. Obwohl Gold eine Rally von USD 50 pro Unze hingelegt hat, haben sich die Goldminenaktien nicht bewegt. Die großen Minenfirmen (repräsentiert durch den GDX und den HUI) notieren gefährlich nahe ihrer jüngsten Tiefs, während die Juniorgoldminen (GDXJ) bestenfalls auf der Stelle treten. Die Minenindizes deuten darauf hin, dass die aktuelle Goldpreisrally nicht nachhaltig ist. Wir möchten Sie bitten, sich das Ganze bis auf weiteres von der Seitenlinie aus anzusehen. In den kommenden Monaten dürften sich einmalige Kaufgelegenheiten bieten.

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