Silber: Wird Oktober der vierte Verlustmonat in Folge?

Propagandafront.de, 22.10.2014

Silber, der kleine verrückte Bruder von Gold, kostet am Spot-Markt aktuell rund USD 17,45 pro Unze. Im April 2011 war das Metall in der Spitze bis auf USD 49,78 pro Unze geschossen – im Rahmen seiner aktuellen Korrekturphase ist der Silberpreis also bereits um über 65% zurückgegangen.

Und die Schwäche von Silber hielt auch 2014 unvermindert an. Das Metall startete mit einem Preis von USD 19,44 pro Unze ins aktuelle Kalenderjahr und wurde bis jetzt richtig abgewatscht und musste allein in diesem Kalenderjahr weitere USD 2 pro Unze oder rund 10% abgeben.

Silber hatte die letzten drei Monate Verlustmonate zu verbuchen. Ende Juni ging das weiße Metall noch mit über USD 21,00 aus dem Handel – und nun, fast vier Monate später, kostet es bereits 17% weniger. Das ist die atemberaubende Volatilität, die für Silber typisch ist.

Diese extremen Preisschwankungen von Silber gehen auf die geringe Kapitalisierung des Silbermarkts zurück. Wenn wir hier einmal großzügig davon ausgehen, dass es aktuell weltweit rund 1,5 Milliarden Unzen Silber gibt, so kommen wir bei einem Silberpreis von USD 17,44 pro Unze auf eine Silbermarktkapitalisierung von USD 26 Milliarden! In der internationalen Finanzwelt, wo zig Billionen an verschiedensten Währungseinheiten umherschwirren, ist das nichts – daher haben am Silbermarkt bereits relativ geringe Kapitalzu- und abflüsse extreme Auswirkungen auf den Preis.

Für Anleger, die relativ teuer kauften und aus irgendeinem Grund billig verkaufen wollen oder müssen, ist dieses Verhalten von Silber natürlich ziemlich schockierend. Das Schöne ist, dass das Ganze aber auch in die andere Richtung funktioniert: Die Preisexplosionen des weißen Metalls sind einfach nur spektakulär und lassen das Herz jedes Edelmetallanlegers höher schlagen.

Die für Silber typischen Preisexplosionen könnten in den kommenden Jahren wiederkehren. Und bei Silber mehren sich nun tatsächlich die Zeichen, dass das Ende des zyklischen Bärenmarkts immer näher rückt.

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Netdania.com – Silberpreis auf Monatsbasis in US-Dollars. Zum Vergrößern anklicken.

Wie aus dem oben stehenden Silberpreischart hervorgeht, ist das Metall bereits seit über einem Jahr ziemlich überverkauft und nun hat es bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr drei Verlustmonate in Folge hingelegt.

Der vierte Verlustmonat in Folge könnte folgen: Das Metall ging im September mit USD 16,96 pro Unze aus dem Handel und aktuell wird es mit rund USD 17,45 pro Unze gehandelt – ein Verlust von 3% oder 4% innerhalb der im Oktober noch verbleibenden Handelstage wäre für Silber ein Leichtes, schließlich fällt es regelmäßig um 2%, 3% oder gar 4% innerhalb eines einzigen Handelstages, ohne dass es irgendjemand mitbekommen würde.

Es könnte daher durchaus sein, dass Silber seine Talfahrt weiter fortsetzt, um sein finales Tief auszubilden, und für das Ende der Silber-Malaise sprechen nicht zuletzt die Short-Positionen: Legen wir die jüngsten COT-Daten von letzter Woche zu Grunde, so sehen wir, dass es bei den Silber-Futures aktuell bereits 20% mehr Short-Positionen als Long-Positionen gibt. Und selbst wenn man Futures und Optionen zusammennimmt, gibt es 10% mehr Shorts.

Das sieht relativ vielversprechend aus, wenn man weiß, dass die deutliche Mehrheit der Marktteilnehmer am Ende eines Bärenmarkts short ist, und die Shorts sind es dann auch, die den Bärenmarkt wieder in einen Bullenmarkt verwandeln.

Der Silber-Experte Thorsten Schulte kommentierte die aktuellen Short-Positionen am Silbermarkt in einem gestern veröffentlichten Interview mit den Worten: „Das Schöne ist, dass die Halter der Verkaufspositionen beim Drehen des Marktes schnell große Verluste anhäufen und dann in Eindeckungsnot kommen. Dann verstärkt dies die Aufwärtsbewegung.“

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Netdania.com – Silberpreis (blau) und Goldpreis (rot) auf Monatsbasis in US-Dollars. Der Silberpreis reagiert viel aggressiver als der Goldpreis – nach unten wie nach oben. Zum Vergrößern anklicken.

Es kommt zum sogenannten Short-Squeeze – die Shorts stellen ihre Positionen glatt und treiben dadurch die Preise hoch. Es passiert dann also genau das, was Silberbugs sehen wollen.

Bei Gold ist die Mehrheit der Futures- und Optionshändler derzeit immer noch leicht bullisch. Sollte es jetzt zu einem Ende des zyklischen Goldbärenmarkts kommen, wäre das im Grunde atypisch, aber bei Silber sieht es in der Tat so aus, als würde es noch vor Gold sein Tief ausbilden.

Es könnte also durchaus sein, dass sich in den kommenden Wochen und Monaten herausragende Schnäppchenpreise bieten werden, denn der Silberpreis wird – Deflationsschock hin oder her – mit Sicherheit nicht ins Bodenlose stürzen, wenn man bedenkt, was für eine Korrektur das Metall bereits hinter sich gebracht hat und wie wichtig Silber für die Wirtschaft und die Anleger ist.

Wertorientierte und clevere Anleger können das weiße Metall wohl schon bald zu wirklich guten Preisen einsammeln – bei diesen Zukäufen werden sie dann übrigens allein auf weiter Flur sein, denn bei den Tiefs von Bärenmarkten gehen die wenigsten long, da alle mit weiteren Preiseinbrüchen rechnen. Nach der heftigen Silberpreiskorrektur der letzten Jahre sind die mittel- und langfristigen Aussichten des Metalls außerordentlich vielversprechend. Gewiefte Anleger könnten für wohlüberlegte Investmententscheidungen ordentlich belohnt werden – dann wird auch wieder die Zeit kommen, wo das Herz der Silberanleger höher schlägt.

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