Verrücktes Silber: Aktuelle Preischarts

Dan Norcini, Trader Dan, 29.01.2015

Im Folgenden finden Sie ein kurzes Update für die Silberbugs da draußen.

In einem anderen Artikel von heute erwähnte ich ja bereits, dass der Australische Dollar ordentlich nach unten gehämmert wurde. Und Silber hat es am Donnerstag auch richtig erwischt, es wurde ebenfalls heftig nach unten gedroschen.

Silber durchbrach am Donnerstag zwei charttechnische Stützungslinien, bevor es sich dann an der dritten Stützungslinie halten konnte. Diese horizontal verlaufende Stützungszone liegt genau dort, wo sich aktuell auch der gleitende 40-Tagesschnitt befindet, der seit Anfang dieses Jahres wieder zu steigen beginnt.

Sollte es bei Silber jetzt wieder zu Anstiegen kommen, werden bei den vorgenannten Stützungszonen, die nun als Widerstandslinien fungieren, Verkäufe einsetzen.

Sollte das Tief vom Donnerstag – das im Bereich von USD 16,75 pro Unze liegt – nach unten hin durchbrochen werden, dürfte sich das weiße Metall der Mittellinie des im Chart eingezeichneten Abwärtstrendkanals annähern. Das Preisziel liegt hierfür bei USD 16,25 oder gar USD 16,00 pro Unze.

Bei diesem verrückten Metall weiß man nie, wo die Reise hingeht, was schlicht darauf zurückgeht, dass Silber selbst nicht weiß, was es will, und sich Tag für Tag neu entscheidet, was es gerne sein möchte. An manchen Tagen verhält sich Silber wie ein Edelmetall, und dann gibt es wieder Tage, an denen verhält es sich wie ein Industriemetall. Und an anderen Tagen könnte es genauso gut eine Zuckerrübe sein.

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Am Donnerstag folgte Silber seinem großen Bruder Gold mit in die Tiefe – Silber wurde jedoch auch vom Kupferpreis negativ beeinflusst, da Kupfer ebenfalls ordentlich einstecken musste und gemeinsam mit Platin und Palladium gen Süden marschierte. Ich wüsste von keinem Metall auf diesem Planeten, das am Donnerstag im Preis gestiegen ist.

Im Folgenden sehen Sie den Palladium- und den Platinchart auf Tagesbasis:

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Vielleicht macht es ja Sinn, dass wir uns noch einmal mehrere Metalle auf einem Vergleichschart anschauen, um die allgemeine Symmetrie bei den Kursbewegungen und Chartmustern zu veranschaulichen. Im folgenden Chart sind der Kupfer-, Platin- und Silberpreis zu sehen:

Obschon sich diese Metalle nicht perfekt gleichförmig bewegen, kann kein Zweifel daran bestehen, dass es eine allgemeine Beziehung zwischen ihnen gibt, was man deutlich daran sehen kann, dass sie gemeinsam steigen und fallen.

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Das zeigt auch sehr schön, warum die Silbermanipulations-Theorie im Grunde nichts weiter als heiße Luft ist. Heute haben die Verfechter dieser Theorie wieder behauptet, dass die Rückgänge der physischen Silberbestände des weltgrößten börsennotierten Silberfonds SLV darauf zurückgingen, dass böse Edelmetallbanken diese abgezogenen Bestände dazu nutzen würden, um das Metall im Preis zu drücken …

Da frage ich mich schon, ob sich jemand irgendwoher Kupfer und Platin besorgt hat, um auch bei diesen beiden Metallen für Preisdrückungen zu sorgen.

Ich gehe davon aus, dass diese wilden und abgehalfterten Theorien niemals ein Ende nehmen werden, dennoch finde ich es sehr tragisch, dass die Vertreter dieser Thesen einfach nicht in der Lage sind, mal einen Schritt zurückzutreten, um zu erkennen, dass es kein Metall gibt, das isoliert gehandelt wird, sondern die anderen Metalle immer mit zum großen Ganzen gehören.

Der mittelfristige Chart zeigt doch ganz eindeutig, was den Silberpreis wirklich bewegt, dafür muss man sich keineswegs auf die Ausrede zurückziehen, man habe sein Geld aufgrund der bösen Silberpreisdrückung verloren. Nein, sie haben Geld mit Silber verloren, weil sie das große Ganze, die Einflussgrößen bei der Marktstimmung und die daraus resultierenden Geldflüsse am Silbermarkt nicht verstehen.

Der Silbermarkt verhält sich wie jeder andere Markt auf dem Planeten. Ein Wert steigt, wenn es genügend Menschen gibt, die diesen Wert kaufen wollen, weil sie zu der Schlussfolgerung gelangt sind, dass wir uns in einem Marktumfeld befinden, das Preisanstiege begünstigt. Und wenn das passiert, wird die Nachfrage das Angebot zu niedrigen Preisen überflügeln, was dann Preisanstiege zur Folge hat.

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