Game Over: Der Westen wird die nächste Krisenwelle nicht überleben

Zum großen Staatsschulden-Big-Bang gehören unter anderem der Zusammenbruch der Pensionsfonds, Steuererhöhungen und Bürgerunruhen. Die Bürgerunruhen setzen ein, wenn die Bevölkerung mitbekommt, dass der Kaugummi-Automat leer ist. Und dann kommt noch eine Welle von Staatspleiten hinzu, die sich von Griechenland aus wie eine Ansteckung über die ganze Welt erstrecken werden. Die Staaten sind alle pleite – es ist jetzt nur noch eine Frage des Wann

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 11.02.2015

Gegenwärtig wird ein wichtiger Schritt beim Übergang des Weltfinanzzentrums vom Westen in Richtung Asien erkennbar, wenn man dieser Entwicklung Aufmerksamkeit schenkt. Unsere Modell hat offenbart, dass das Weltfinanzzentrum mit dem Aufstieg und Niedergang der Nationen hin- und herwandert.

China steht nun kurz davor, sich von einem Netto-Kapitalimporteur in einen Netto-Kapitalexporteur zu verwandeln, und das Land hat seine westlichen Gegenspieler heute bereits als der Hauptkreditgeber für die Schwellenländer abgelöst. Ausgehend von dieser finanziellen Prominenz wird China seinen politischen Einfluss künftig sukzessive zur Geltung bringen, und dieser Einfluss wird den der USA in den kommenden Jahrzehnten überflügeln. Wir stehen nun am Anbeginn einer neuen Ära – dem Aufstieg Asiens.

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Geldsysteme kommen und gehen. Nichts ist auf ewig, außer der Wandel selbst. Und mit dem Anstieg der Kapitalkonzentration hält auch die wirtschaftliche Entwicklung Einzug.

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Als ich während der Asienkrise von der chinesischen Zentralbank eingeladen wurde, erhielt ich die volle Besichtigungstour. Nach meiner Wiederkehr fragten mich Vertreter des US-Finanzministeriums, wie das Treffen gewesen sei. Meine Antwort war einfach: Ich sagte ihnen, dass die Chinesen nur Leute eingestellt hätten, die über Berufserfahrung verfügen. Jeder von ihnen hatte nicht nur alles ausgedruckt, was ich jemals geschrieben hatte, nein, sie hatten ihre Leute sogar noch zur Arbeit in die Trading-Abteilungen des Westens geschickt. Diese Leute sind dann wieder nach Hause zurückgekehrt, um die chinesische Notenbank zu leiten.

Ich war überrascht, dass sie mich einbestellt hatten und nicht irgendeinen Akademiker. Als ich dort ankam, stellte ich fest, dass ich mich in einem Raum befand mit Leuten, die alle echte Trading-Erfahrungen vorweisen konnten. Ich war verblüfft. Das hat zu dem schnellen Aufstieg Chinas beigetragen.

03China wird sich in das neue Weltfinanzzentrum verwandeln, während sich der Westen mit Steuererhöhungen selbst vernichtet in dem unmöglichen Versuch, so den staatlichen Konsum des Vermögens zu finanzieren. Einfache mathematische Gleichungen zeigen, dass es dem Westen überhaupt nicht möglich ist, den Höhepunkt der aktuellen privaten Welle im Jahr 2032 zu überleben. China nutzt und glaubt an Zyklen – der Westen glaubt nur an gerade Linien.

Staatsschuldenschock: Die Vernichtung der Pensionsfonds ist unvermeidlich

Obwohl ich die Sachen, die Matt Taibbi für das Magazin Rolling Stone schreibt, gut finde, liegt er mit seinen Ausführungen zur Krise bei den Pensionsfonds wirklich komplett daneben. Taibbi konzentriert sich dabei auf die Gebühren, die den Hedge-Fonds bezahlt werden müssen, und legt nahe, dass dadurch die Pensionsfonds der öffentlich Beschäftigten ausgeplündert würden. Was er dabei jedoch übersieht, ist, dass die Steuern für die Mittelschicht immer stärker steigen und das gesamte Pensionssystem ohnehin ein Witz ist.

In den 1990er Jahren hatte ich kostenlos für die US-Regierung gearbeitet, um zu versuchen, das Rentensystem zu retten, indem es privatisiert wird. Hätten wir damals einfach in den Dow Jones investiert, als er bei 3.500 Punkten lag, befänden wir uns nicht in dieser düsteren Krise, mit der wir heute konfrontiert sind. Was Taibbi nicht begriffen hat, ist, dass es einen Ort gibt, der noch schlimmer ist als Wall Street und der heißt Washington, D.C.

Eine großes australisches Aktienunternehmen hatte uns mal gebeten, ihnen ein Angebot für das Management ihrer Währungsrisiken zu unterbreiten. Wir unterbreiteten ihnen ein Angebot, das sie ein paar Millionen pro Jahr gekostet hätte. Darauf erwiderten sie, dass sie niemals mehr bezahlen würden als das, was ihr Geschäftsführer verdient.

Daraufhin stellten sie dann einen 23-Jährigen ein, um ihre Währungsrisiken zu verwalten. Er stürmte los, kaufte sich einen Porsche und hatte das Gefühl, er sei ganz oben angekommen. Er geriet in einen Unfall und musste daraufhin für eine Woche ins Krankenhaus – um seine offenen Positionen scherte er sich unterdessen nicht. Die Firma verlor in dieser Woche USD 80 Million. Um große Gelder zu verwalten, braucht man Leute, die die Positionen rund um die Uhr beobachten und kontrollieren – man braucht Trading-Teams in Europa, Asien und den USA. Das ist nicht billig.

Die private Verwaltung der Renten ist weit besser als das Vorgehen einiger Fonds, die über 80% ihrer Einlagen in Form von Staatsanleihen halten. Und da die Zinsen für diese Papiere weit unter 8% liegen, gehen die Pensionsfonds überall pleite. Das ganze System staatlich organisierter Renten befindet sich in massiven Schwierigkeiten, da es so ist, wie ich bereits erwähnt habe: Politiker könnten noch nicht einmal einen Kaugummi-Automaten managen. Sie würden die ganzen Einnahmen verprassen und müssten dann neue Kaugummis stehlen, um den Automaten wieder zu befüllen, und dann ginge das Ganze wieder von vorne los.

Milton Friedman arbeitete eng mit dem Staat zusammen. Wir waren Freunde, da wir uns darüber einig waren, dass sie hoffnungslos unfähig sind.

Zum großen Staatsschulden-Big-Bang gehören unter anderem der Zusammenbruch der Pensionsfonds, Steuererhöhungen und Bürgerunruhen. Die Bürgerunruhen setzen ein, wenn die Bevölkerung mitbekommt, dass der Kaugummi-Automat leer ist. Und dann kommt noch eine Welle von Staatspleiten hinzu, die sich von Griechenland aus wie eine Ansteckung über die ganze Welt erstrecken werden. Die Staaten sind alle pleite – es ist jetzt nur noch eine Frage des Wann.

Vertrauensverlust gegenüber den Regierungen

[…] Das Vertrauen gegenüber den Regierungen bricht derzeit weltweit zusammen. Die Politiker haben sich daran gewöhnt, die Menschen zu betrügen, zu schalten und zu walten, wie sie wollen, und die Steuern immer weiter zu erhöhen, während der Lebensstandard der Bevölkerung immer weiter fällt.

Wenn es im Herbst 2015 zur Trendwende kommt, wird es einer der schwersten Wirtschaftsrückgänge aller Zeiten werden, weil der Staat das frei verfügbare Einkommen der Massen so stark reduziert hat. Gegenwärtig findet im Westen ein Zusammenbruch bei den Investitionen statt und wir können jetzt beobachten, wie die Auslandsinvestitionen der Chinesen ihre Inlandsinvestitionen zu übersteigen beginnen.

Das wird dazu führen, dass sich alle China zuwenden werden, während der Westen weiterhin einfach Steuern erhöht und die westlichen Regierungen verzweifelt versuchen, an ihrer Macht festzuhalten, während ihre Imperien zusammenbrechen.

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