Staatsschuldenblase: Das Ende des weltweiten Schuldensystems rückt näher

Graham Summers, Phoenix Capital Research, 19.02.2015

Das Ende des weltweiten Schuldensystems rückt immer näher.

Die Krise von 2008 war nicht die große Krise – die kommt erst noch.

Die Krise von 2008 war zu weiten Teile eine Bankenkrise, bei der es um Wertpapiere ging. Die echte Krise wird einschlagen, wenn die Staatsanleiheblase platzt.

Das aktuelle globale Geldsystem basiert auf Schulden. Die Staaten geben Staatsanleihen aus, die dann von einer ausgewählten Gruppe an Großbanken und Finanzinstitutionen – in den USA heißen diese privilegierten Banken „Primary Dealers“ – mittels der Anleiheauktionen gekauft/verkauft und kontrolliert werden.

Diese Finanzinstitutionen führen die Staatsanleihen dann in ihren Bankbilanzen als „Aktiva“, also als Vermögenswerte auf – in Wahrheit gelten diese Papiere sogar als die wichtigsten Sicherheiten, die die Banken besitzen.

Die Banken geben ihr eigenes auf Schulden basierendes Geld aus – Gelder, die über Interbankenkredite, Hypotheken, Kreditkarten, Autokredite und ähnliches ins System gelangen. Das „Geld“ gelangt also mittels Krediten oder Schulden in die Wirtschaft. So gesehen handelt es sich bei diesem Geld nicht um reales Kapital, sondern um Schuldenverträge.

Und weil dem so ist, ist das System auch inhärent gehebelt – es werden geliehene Gelder eingesetzt.

Führen wir uns noch einmal folgendes vor Augen:

Und wir dürfen hier ja nicht vergessen, dass die vorgenannten Zahlen nur für die USA gelten.

Die weltweite Anleiheblase beläuft sich auf über USD 100 Billionen. Und diese USD 100 Billionen wurden am Derivatemarkt, der sich auf über USD 555 Billionen, als Sicherheit eingesetzt.

Noch einmal: Schulden sind Geld. Und an der Spitze der Schuldenpyramide stehen Staatsanleihen: US-Staatsanleihen, deutsche Staatsanleihen, japanische Staatsanleihen usw. Diese Papiere gelten als die sichersten Vermögenswerte einer Bank und werden bei Interbankenkrediten und Derivate-Geschäften als Sicherheiten eingesetzt. Diese Titel gelten in unserem aktuellen Finanzsystem als die Crème de la Crème.

Wenn diese Blase platzt, werden die Auswirkungen daher nicht auf einzelne Branchen, Vermögenswerte oder Länder beschränkt sein, sondern es wird das gesamte System in Mitleidenschaft ziehen.

Die kommende Krise wird kein weiteres 2008 werden. Die nächste Krise wird viel, viel schlimmer werden. Die Krise von 2008 wurde durch eine Implosion am Markt für Kreditausfallversicherungen ausgelöst. Zu jener Zeit belief sich der gesamt Markt für Kreditausfallversicherungen auf rund USD 50 bis USD 60 Billionen. Der Markt für Zinsderivate ist aber 10 Mal größer – er beläuft sich auf über USD 555 Billionen.

Weitere Artikel zu diesem Thema