Euro-Schuldenkrise intensiviert sich: Der Euro stürzt immer weiter in die Tiefe!

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 10.03.2015

Der Euro geht aktuell in Flammen auf, und dass alle Prognostiker zum Schweigen gebracht worden sind, konnte Brüssel auch nicht retten. Ohne eine bedeutende strukturelle Reform ist der Euro stehend k.o. Der Mittwoch ist ein entscheidender Tag in dieser Woche. Wir sollten dem Mittwoch besondere Aufmerksamkeit zollen.

Die technische Stützung des Euros verläuft auf Wochen- wie auch auf Monatsbasis bei dem Niveau von USD 1,05, die nächste liegt bei USD 1,03 und bei Dollarparität, also bei USD 1,00. Die Aufwärtstrendlinie, die vom Tief des Jahres 2000 ihren Ausgang nimmt, liegt auf Monatsbasis bei USD 1,0537. Würde der Euro diese Linie unterschreiten, würden wir mit ein klein wenig Panik rechnen.

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Es ist eine Schande, dass die EU-Vertreter in Brüssel nur ihre Jobs verteidigen und nicht die Bevölkerung. Sie sollten einfach zugeben, dass es sich beim Euro um einen strukturellen Fehler handelt und sich dann darum kümmern. Das ist einfach ein hoffnungsloser Fall.

Der Staatsschulden-Big-Bang

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Frage: „Zunächst einmal möchte ich mich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie Ihre Auffassungen mit uns teilen und uns erklären, wie die Welt wirklich funktioniert. Während es die üblichen Verschwörungs-Argumente gibt, sind Sie der einzige, der auf eigene Erfahrungen zurückblicken kann.

Mein Neffe arbeitet bei einer der größten 10 Banken. Er sagte mir, dass in den Trading-Abteilungen der Banken alle Ihre Beiträge lesen und dass Sie Recht haben. Sie können darüber aber nicht öffentlich sprechen. Er sagte, Sie scheinen wohl der einzige zu sein, der das Ausmaß des Abgrunds, der sich jetzt vor uns auftut, wirklich erfasst hat.

Er erklärte mir, dass die Bankreserven nicht zu Marktpreisen (sondern zum Nennwert) in den Büchern stehen und Sie Recht hätten, dass dies eine bedeutende Krise ist, mit der wir konfrontiert sind. Ist es so, dass das gesamte Bankensystem mit Staatsschulden vollgesogen ist, die im Rahmen einer großen Liquiditätskrise einfach kollabieren werden? …“

Antwort: Ja, und ich werde dieses Thema auf unserer Solution Conference näher beleuchten. Bedauerlicherweise ist es so, dass die Medien über die wirklichen Probleme, die dem zu Grunde liegen, was wir als Staatsschulden-Big-Bang bezeichnen, nicht berichten.

Die Crux des Problems sind immer korrupte Politiker. Ich habe ja in der Vergangenheit bereits erklärt, wie sie das private Bankwesen in ein Werkzeug verwandelt haben, um die Staatsschulden zu stützen. Die Geschichte, über die überhaupt nicht berichtet wird, ist aber die Qualität der Bankreserven. Das ist der Grund, warum der Euro einbricht.

Die Finanzinstitutionen müssen zur Absicherung ihrer Geschäfte Staatsanleihen als Bankreserven halten, und es gibt auch keine Regeln, die sie dazu nötigen würden, diese Papiere zum Marktpreis zu bilanzieren, weil hier eine politische Annahme vorherrschend ist, die die Ökonomie der realen Welt aussticht. Die Wertpapiere von Staaten werden nämlich als „risikolos“ erachtet. Mit anderen Worten: Die Bankreserven spiegeln die tatsächlichen Marktbedingungen überhaupt nicht wider. Wenn ein Staat zahlungsunfähig wird, schmiert das gesamte Bankensystem mit ab.

Die Euro-Schuldenkrise ist das klassische Beispiel für den Abgrund, vor dem wir nun stehen. Hier kann sich buchstäblich innerhalb eines Augenblicks alles in Luft auflösen. Verschiedene Länder wie Griechenland mussten unglaublich leiden, da ihre Staatsschulden im Wert stiegen, als sie sich dem Euro anschlossen. Südeuropa hat für den Euro einen entsetzlichen Preis zahlen müssen.

In Wahrheit sind die Kreditratings für die Staatsanleihen in Südeuropa buchstäblich auf Ramschstatus gefallen. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht hat gewarnt, dass es hier bei den wirtschaftlich wichtigen Ländern Probleme gibt.

Die aktuellen Bankenregulierungen könnten zu einem totalen Bankenchaos führen. Hiervon sind auch die Pensionsfonds und die Versicherungsunternehmen betroffen. Alle halten „risikofreie“ Staatsanleihen in ihren Büchern. Und zu all dem Schlamassel kommt noch die Tatsache hinzu, dass die Politiker nie irgendwelche Schulden zurückzahlen werden – sie nehmen Jahr für Jahr weitere Kredite auf, ohne dass die Absicht bestünde, davon je irgendetwas wieder zurückzuzahlen.

Aber warum soll man dann überhaupt Staatsschulden halten und warum können ausgerechnet diese Papiere dann auch noch dazu genutzt werden, das Bankensystem zu stützen, wo überhaupt nicht die Absicht besteht, diese Schulden jemals wieder zurückzuzahlen?

Das Ganze ist so verzwickt, dass man es einfach nur als Big Bang beschreiben kann. Alles ist mit allem verbunden. Stößt man einen Stein um, kommt es zu einem vollständigen Scheitern, bei dem auch alle anderen Steine zu Boden gehen.

Die Leute können ja gerne Computermodelle mit Künstlicher Intelligenz entwickeln und dann verkünden, dass sie jetzt bei ihren Prognosen mit Künstlicher Intelligenz arbeiten. Das Problem ist nur, dass man dafür dann aber auch eine Datenbank braucht, die über das hinausgeht, was man sich im Internet kaufen kann, und dann muss man das Ganze auch noch programmieren, und es braucht Jahrzehnte, um die Programme zu schreiben und sie zu perfektionieren. Das ist kein 3-monatiges Schulprojekt. Wir stehen hier vor gewaltigen Problemen.

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