Armstrong: Verschwörungstheorien rund um Rothschild sind reine Ablenkung

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 11.03.2015

Den Anhängern von Verschwörungstheorien reicht die Tatsache anscheinend nicht, dass wir jetzt alle am Arsch sind und wohlmöglich niemand am Ruder steht, um irgendetwas zu verhindern oder in irgendeine Richtung zu steuern. Die Tage, wo den Rothschilds Banken gehörten und sie Kriege finanzierten, sind längst vorbei, trotzdem wird heute immer noch behauptet, dass diese Familie hinter allem stehen würde.

Also für mich ist das Propaganda, da die Rotschilds noch nicht einmal im Zentrum stehen. Aber hey, solange man die Menschen dazu bringen kann, die Rotschilds zu beschuldigen, können die New Yorker Banker weiterhin ungehindert alle bestechen, die sie wollen, und die Politiker können weiter an den Höchstbietenden versteigert werden. Sorry – aber die Rothschilds sind bereits vor langer Zeit von New York ausgestochen worden. Die Rothschilds sind 19. Jahrhundert.

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Keine Familie ist USD 500 Billionen wert und die Rothschilds besitzen auch nicht jede Zentralbank, wie in dem untenstehenden Bild behauptet wird. Das ist einfach nur reine Propaganda, die perfekt ist, um all jene zu decken, die die Bevölkerung wirklich ausbeuten. Es ist ein uralter Trick, den auch Kinder kennen: „Ich war es nicht, er war´s!“ oder „Der Hund hat´s gefressen!“

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Die Rotschilds werden aus einem Krieg keinen Nutzen ziehen. Ja schön, sie finanzierten Kriege gegen Napoleon und nutzten Brieftauben, um aus der Meldung über den Sieg Profit zu schlagen.

Jacob Rothschild ist 78 Jahre alt und der Vorsitzende von RIT Capital Partners. Er warnte seine Kunden, die Gesamteinlagen in Höhe von GBP 2,3 Milliarden bei ihm halten, in einer besorgniserregenden Erklärung vor der weltweiten politischen Instabilität. Er warnte, dass die Anleger neben einem „wirtschaftlich schwierigen Hintergrund“ auch noch mit einer „geopolitischen Situation (konfrontiert sind), die vielleicht die gefährlichste seit dem Zweiten Weltkrieg ist.“ Ja und damit liegt er völlig richtig.

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Jacob Rothschild erklärte auch, dass dies ein Ergebnis

„von Chaos und Extremismus im Nahen Osten, der russischen Aggression und Expansion und eines geschwächten Europas ist, das von einer entsetzlichen Arbeitslosigkeit bedroht wird, was nicht zuletzt auf das Versagen vieler der Europäischen Union zugehörigen Länder zurückgeht, Strukturreformen anzugehen.“

Ihm gehören keine Zentralbanken. Wir hatten in den 90er Jahren bei Princeton Economics über USD 3 Billionen unter Vertrag. Niemand konnte jemals an die Geldsummen heranreichen, die wir beraten haben. Und selbst heute werden wir noch bei Portfolios beratend hinzugezogen, die über dem 100-Fachen von dem liegen, was RIT Capital Partners kontrolliert.

Was sich zurzeit abspielt, ist außerordentlich interessant. Wir haben heute immer mehr Menschen, die sich von den Banken als Berater abwenden – es dürften heute so viele sein, wie es noch nie zuvor während meiner ganzen Karriere der Fall war. Das geht darauf zurück, dass die Menschen gegenüber dem neuen Geschäftsmodell der Banken aufgewacht sind – also gegenüber dem sogenannten „Transactional Banking“, wo die eigenen Bankkunden zu Opfern werden. Die guten alten Tage des „Relationship Banking“, wo langfristige Kundenbeziehungen bei den Banken noch im Mittelpunkt standen, sind bei den New Yorker Großbanken passé. Diese Zeiten sind schon lange vorbei.

Also: Behalten Sie die echten Akteure im Auge. Dieser Blödsinn mit den Rothschilds ist nichts weiter als reine Ablenkung von der Wahrheit. Während man mit den Finger auf die Rothschilds zeigt, sind die Jungs in New York damit beschäftigt, ihre Gewinne zu zählen.

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