Wird Gold jemals wieder steigen? Vielleicht …

Gold und Silber befinden sich derzeit in einem substantiellen Abwärtszyklus, soweit die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: Nach einem langanhaltenden Bärenmarkt, folgen irgendwann auch wieder Preisanstiege

Jeff Clark, Casey Research, 19.05.2015

Haben Sie mitbekommen, dass es einige Gold-Investoren gibt, die sich bezüglich der aktuellen Goldpreisentwicklung keine Sorgen zu machen scheinen?

Während der Goldmarkt weiterhin schwach bleibt und das Metall in einer fixen Handelsspanne notiert, scheint es tatsächlich einige Gold-Investoren zu geben, die das überhaupt nicht kümmert.

Gewöhnlich ist es doch eher deprimierend, wenn die eigenen Vermögenswerte ein Drittel an Wert verlieren ohne Hinweise zu zeigen, sich wieder nach oben zu bewegen. Also, warum sind diese Anleger nicht deprimiert?

Haben Sie den Kontakt zur Realität verloren? Steht bei ihnen vielleicht nichts auf dem Spiel? Sind sie die Art von Anleger, die mit dem Schiff untergehen würden?

Oder wissen Sie etwas, von dem wir nichts wissen?

Gold- und Silberzyklen

Die Rohstoffmärkte sind bekannt dafür, dass sie Zyklen durchlaufen, und das gilt für die Rohstoffmärkte wahrscheinlich noch stärker als für die meisten anderen Märkte. Ein wilder Bullenmarkt, dem ein lähmender Bärenmarkt folgt, und dann geht das Ganze wieder von vorne los. Und das betrifft auch Gold und Silber.

Ja sicher, es gibt immer wieder irgendwelche Auslöser, die die Preisentwicklung zwischenzeitlich beeinflussen – ein großer Fund, staatliche Interventionsmaßnahmen, die gute alte Angebots- und Nachfragesituation –, aber der Kontext, der bestimmt, wie sich der Preis in einer bestimmten Phase letztendlich entwickelt, hängt davon ab, an welchem Punkt des Marktzyklus wir uns gerade befinden.

Und die Zyklen wiederholen sich nie mit derselben Länge oder Tiefe, dennoch ist es ein fortwährender Wechsel aus Bullen- und Bärenmärkten. Die Daten verraten uns weder, wann genau der nächste Aufwärtszyklus bei Gold einsetzen wird, noch wie lange er anhalten wird, aber wir wissen: Der nächste Bullenmarktzyklus kommt.

Im Folgenden sehen Sie zwei Charts für Gold und Silber, wo wir die großen Zyklen seit 1975 eingezeichnet haben, also seit dem Zeitpunkt, wo der Goldbesitz in den USA wieder legalisiert wurde. Hier ist der Gold-Zyklus:

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Seit 1975 hat Gold acht große Preiszyklen durchlaufen. Und obschon keiner dieser Zyklen identisch ist, gehört unser aktueller Abwärtszyklus zu einem der längsten. Darüber hinaus liegt die bisherige Korrektur leicht über dem durchschnittlichen Preisrückgang.

Völlig ungeachtet der konkreten Preisentwicklung, Fakt ist, dass Gold fortwährend zwischen Bullenmärkten und Bärenmärkten hin- und hergewechselt hat.

Vor dem Hintergrund der erheblichen Länge des aktuellen Bärenmarkts legt die Geschichte eigentlich nahe, dass der Abwärtszyklus bald zu Ende sein dürfte. Das bedeutet nun nicht, dass der nächste Bullenmarkt morgen beginnen wird, aber es ist ein Hinweis darauf, dass der nächste große Zyklus nach oben weisen wird, ganz gleich wie die kurzfristige Goldpreisentwicklung auch aussehen mag.

Silber verfügt ebenfalls über deutlich ausgeprägte Zyklen:

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Was die prozentualen Rückgänge anbelangt, ist der aktuelle Preiseinbruch bei Silber der zweitgrößte im Chart erfasste Abwärtszyklus. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Tief bei Silber etabliert sein könnte.

Und genauso wie bei Gold deutet auch der Silber-Chart darauf hin, dass der nächste große Silber-Zyklus nach oben weisen wird.

Was hat das für uns zu bedeuten? Wenn wir hier einmal das Timing ausblenden, dann sagt die Geschichte:

Mit anderen Worten: Die vor uns liegenden Zugewinne könnten beträchtlich ausfallen, weshalb es auch entscheidend ist, sich jetzt auf den nächsten Aufwärtszyklus vorzubereiten.

Die Goldanleger, die sich derzeit keine Sorgen machen, sind sich dieser historischen Muster vielleicht bewusst. Sie wissen nicht nur, dass ein weiterer Bullenzyklus ins Haus steht, sondern rechnen vor dem Hintergrund des Ausmaßes der bisherigen Abverkäufe und der geldpolitischen Missbräuche der weltweiten Staaten auch damit, mit Edelmetallinvestments ein Vermögen zu machen. Sie positionieren ihre Portfolien bereits heute, um sich auf diese bedeutende Vermögensumverteilung vorzubereiten.

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