Crash auf USD 850 pro Unze: Steht der große Preiseinbruch bei Gold noch bevor?

David Tablish, Rambus1.com, 09.05.2015

Es gibt für alles ein erstes Mal. Diese Woche hatte ich im Grunde all meine Positionen liquidiert, bevor die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht wurden. Es ist immer noch zu früh, um zu wissen, ob diese Entscheidung richtig war, weil das davon abhängt, wie sich die Aktienmärkte in den nächsten Tagen entwickeln werden. Ich dachte, dass ich Ihnen das einfach mal mitteile, da diese Arbeitsmarkt-Berichte dazu neigen, einen beim Trading auf dem falschen Fuß zu erwischen, speziell bei sich seitwärts bewegenden Märkten. Und der Freitag war da keine Ausnahme. Oftmals führt eine große Rally am Freitag zu einer Fortsetzung der Kursentwicklung am Montag, während es dann ab Dienstag wieder in die andere Richtung geht. Wie dem auch sei, bei uns parkt derzeit eine Menge Bargeld an der Seitenlinie, das natürlich zum Einsatz gebracht werden kann, wenn die Zeit dafür reif ist.

Der erste Chart, den ich Ihnen heute zeigen möchte, ist ein langfristiger Goldpreischart auf Tagesbasis, der die vier bedeutendsten gleitenden Durchschnitte zeigt. Mit Schlusskurs zum Freitag notiert Gold unter all diesen gleitenden Durchschnitten. Wie Sie auf dem Chart sehen können, leisteten diese Durchschnitte während der Bullenmarktjahre von 2008 bis zum Hoch von 2011 als Stützungslinien exzellente Arbeit. Und seit der Bärenmarkt im April 2013 richtig an Fahrt aufgenommen hat, funktioniert auch die gleitende 300-Tageslinie als guter Widerstand, wenn man von einigen wenigen Fällen absieht, wo das Metall kurzzeitig nach oben hin überschoss. Die gleitende 300-Tageslinie wird einer der Indikatoren sein, den ich ganz genau im Auge behalten werde, wenn Gold dann endlich seine Trendwende einleiten wird.

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Der nächste Chart, den ich Ihnen zeigen werde, ist ein Goldpreischart auf Wochenbasis, der den gesamten Bärenmarkt gemeinsam mit dem gleitenden 65-Wochenschnitt zeigt. Bisher hat Gold einen parallel verlaufenden Abwärtstrendkanal ausgebildet, der ein blaues 6-Punkte-Rechteck im oberen Bereich des Charts und unseren aktuellen fallenden Keil enthält, der sich nach wie vor innerhalb der oberen und unteren Trendlinie des dreieinhalbjährigen Bärenmarkts weiterentwickelt. Der aktuelle fallende Keil wird Ende Juni 2 Jahre alt werden, und damit haben wir es hier mit dem längsten Konsolidierungsmuster der Bullen- und Bärenmarktjahre seit 2000 zu tun.

Bitte schauen Sie sich auch die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Abwärtsimpulsbewegung an, nachdem das blaue 6-Punkte-Rechteck komplettiert wurde. Es gab einen letzten kleinen Aufwärtstrend, mit dem die Bullen noch einmal aufwarten konnten, bevor der Goldpreis im April 2013 dann richtig einbrach. Der Chart weist überdies zwei verschiedene Messtechniken auf, die ich verwende, um die Größe einer Impulsbewegung zu ermitteln, die einsetzt, nachdem ein Konsolidierungsmuster abgeschlossen ist. Die blauen Pfeile zeigen die Impuls-Methode, bei der die Größe der Abwärtsbewegung zeitlich und preislich erfasst wird (schwarze Rechtecke). Bei der anderen Methode handelt es sich um die Breakout-to-Breakout-Methode, wo ich das Ausmaß des Preisrückgangs vom Ausbruchspunkt des blauen Rechtsecks bis zum ersten Umkehrpunkt des fallenden Keils ermittle. Danach nehme ich diese Daten und füge sie dem Ausbruchspunkt des fallenden Keils hinzu, aber diesen Ausbruchspunkt haben wir derzeit noch nicht erreicht. Oftmals liegen die Ergebnisse dieser beiden Messmethoden preislich ziemlich nah beieinander. In diesem Fall verweisen beide Messtechniken für Oktober auf ein Preisziel von rund USD 850 pro Unze.

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Wenn Sie ganz genau hinschauen, lassen sich auf dem Chart auch noch zwei rote Rechtecke erkennen, mit denen jede Impulsbewegung zeitlich und preislich gemessen wird. Selbst wenn Gold erst Mitte Juli die untere Linie des fallenden Keils durchbrechen würde, hätte es immer noch genügend Zeit, um sein Preisziel für Oktober dieses Jahres im Bereich von USD 850 pro Unze zu erreichen. Um das Preis- und Zeitziel pünktlich zu erreichen, also im Oktober dieses Jahres, müsste das gelbe Metall bis spätestens Mitte Juli im Bereich der unteren Linie des fallenden Keils (bei rund USD 1.120 pro Unze) notieren.

Noch eine letzte Anmerkung zu diesem Wochenchart: Damit ich bei Gold wieder richtig bullisch werde, müsste das Metall zunächst einmal über seinen gleitenden 65-Wochenschnitt steigen. Das Zweite, was geschehen müsste, wäre, dass Gold über der oberen Linie des schwarzen Abwärtstrendkanals liegt, und das Dritte wäre, dass Gold über der oberen Linie des blauen fallenden Keils liegt. Sollte Gold das gelingen, ja dann ist es halt so – dann wäre ich bezüglich der Goldpreisentwicklung auch wieder bullisch.

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