Jeff Clark, Casey Research, 19.05.2015

Ob für Ihre Gold-Investments auch mal wieder bessere Tage anbrechen werden? Hören Sie sich das mal an:

  • Gold befindet sich in einem energischen Bullenmarkt, bei dem es zu fortwährenden Preisanstiegen kommt.
  • Der Preis von Silber schießt in die Höhe und stellt die Goldpreisentwicklung in den Schatten.
  • Die Goldminenaktien jagen nach oben, wodurch die Verlustpositionen abgebaut und tatsächlich Zugewinne erwirtschaftet werden.

Nein, das ist nicht Märchenstunde, sondern es beschreibt die nächste Phase des Goldmarkts – eine Entwicklung, die Sie in Ihrem Portfolio schon bald beobachten werden.

Aber wir kann ich mir da, wo die Preise auf der Stelle treten und die Edelmetallminenaktien ein Grauen sind, nur so sicher sein?

Weil genau das nach jedem anderen Goldbärenmarkt auch geschah. Zum Beispiel:

  • 1976. Der Goldbärenmarkt endete, woraufhin das gelbe Metall eine rund 4 Jahre anhaltende 701%ige Rally einleitete.
  • 1985. Der Bärenzyklus endete und ein neuer Bullenzyklus begann. Gold verteuerte sich in den drauffolgenden 3 Jahren um 71,8%.
  • 2001. Der Monster-Goldbullenzyklus sorgte in den darauffolgenden 10 Jahren für einen Preisanstieg von 630%.

Ich hatte ja letzten Monat bereits auf diese Marktzyklen hingewiesen. Die aktuelle Seitwärtsbewegung bei den Edelmetallen wird nicht auf immer und ewig anhalten, weil solche fixen Handelskanäle noch nie auf immer und ewig anhielten – und das gilt insbesondere für die Rohstoffmärkte.

Wenn wir auf das große Ganze blicken, dann sehen wir, dass die heutigen Preise – ungeachtet der derzeit miesen Stimmung am Goldmarkt – künftig nur noch eine Randnotiz sein werden.

Nehmen wir einfach einige der wahrscheinlichen Veränderungen, die derzeit am Horizont aufziehen, und wie sie den Goldmarkt von einem lustlosen Seitwärtsmarkt in einen aufregenden und profitablen Bullenmarkt verwandeln werden:

  • Trendumkehr am Aktienmarkt: Die Entwicklung des allgemeinen Aktienmarkts ist wahrscheinlich der Hauptgrund, warum Gold den Mainstream bisher noch nicht anlocken konnte. Aber auch Aktien haben ihre Marktzyklen und auch dort ist eine Korrektur fällig, vielleicht sogar überfällig. Der S&P 500 Index ist nun bereits 6 Jahre in Folge gestiegen und er ist die letzten 9 Quartale in Folge gestiegen. Die Fremdkapitalfinanzierung bei den Aktieninvestments ist heute höher als vor Ausbruch der Krise in 2008 und die Unternehmensgewinne sind im letzten Quartal so stark zurückgegangen wie die letzten 4 Jahre nicht mehr. Gold wird von einer Trendumkehr am Aktienmarkt profitieren, gerade weil Gold seine Korrektur ja bereits hinter sich hat.
  • Rezession: Die Wahrscheinlichkeit einer künftigen Rezession liegt bei 100%. Die Frage ist nur, wann sie einsetzt und wie stark sie ausfallen wird. Das US-BIP des letzten Quartals lag nur ganz knapp im positiven Bereich. Jedwede negativen Überraschungen für die Wirtschaft würden zum Vorteil von Gold ausschlagen.
  • Die Folgen des Währungskriegs: Der „Abwärtswettlauf“, der von den weltweiten Zentralbankern vorangetrieben wird, funktioniert auf lange Sicht nicht. Im besten Falle stehlen die Länder damit Wachstum ihrer Handelspartner und im schlimmsten Falle kann sich das Ganze in Inflation, Rezession, Vergeltung und sogar Krieg verwandeln. Währungskriege gab es auch in der Vergangenheit – zwei davon allein im letzten Jahrhundert –, und sie sind bisher immer böse ausgegangen. Und nun raten Sie mal, welcher Vermögenswert sich in einer solchen Krise gut entwickelt …
  • Zinsanstiege: Wir sind skeptisch, ob die US-Notenbank die Zinsen tatsächlich anheben wird, doch irgendwann werden die Marktkräfte die Zinsen in die Höhe treiben, ganz gleich was die Fed tun wird. Das wird wiederum für Druck am Immobilienmarkt sorgen. Und all die Analysten, die einfach gedankenlos davon ausgehen, dass steigende Zinssätze negativ für Gold seien, vergessen dabei, dass es in Wahrheit negative Realzinsen (nominelle Zinssätze abzüglich der Inflation) sind, die den Goldpreis steigen lassen. Und negative Realzinsen sind so gut wie sicher, und zwar wegen der
  • Inflation: Ein Wiederaufkeimen der Inflation scheint aktuell noch sehr weit weg zu sein, aber es gibt heute bereits erste Hinweise, dass sie wieder an Fahrt aufnimmt. Die Gehälter fangen wieder an, nach oben zu klettern, was normalerweise der Ausgangspunkt für die Inflation ist. Der Rindfleischpreis notiert aktuell auf Rekordhochs und hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt – und solche Anstiege schlagen sich irgendwann nieder. Wir dürfen hier nicht vergessen, dass es für Goldpreisanstiege nicht erst einer hohen Inflation bedarf – allein der Beginn einer inflationären Phase oder ein überraschender Anstieg der Inflation reichen bereits aus, um den Goldpreis anzuheizen.
  • Trendumkehr beim US-Dollar: Wenn Sie die Meldungen rund um die „US-Dollar-Stärke“ nicht mehr hören können, warten Sie nur ab, denn der Anstieg des US-Dollars ist langfristig mit Sicherheit nicht tragfähig und wird schon bald Geschichte sein. Nichts kann sich auf Dauer mit mehreren Standardabweichungen über der Norm halten. Und so wird letztlich auch der US-Dollar kollabieren, da das US-Schuldenwachstum allein schon aus rein mathematischen Gründen nicht aufrechterhalten werden kann.
  • Verheerungen am Anleihemarkt: Mein Kollege Dan Steinhart hat ja jüngst darauf hingewiesen, dass derzeit USD 3,6 Billionen an Anleihen mit negativen Zinsen gehandelt werden – vornehmlich in Europa und Japan –, wodurch die Anleger nicht die geringste Chance haben, mit diesen Wertpapieren Gewinne zu machen oder auch nur plus minus null dabei herauszukommen. Das traurige Ergebnis wird sein, dass die Inflation den gewöhnlichen Anleihehalter massiv erwischen wird.

Mein Punkt ist der: Schaut man sich die bedeutenden politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Trends an, wird klar, dass all diese Veränderungen sehr positiv für Gold sein werden – und diese Trendwende ist jetzt nicht mehr allzu weit weg. Für den Goldmarkt wird eine neue Zeit anbrechen – eine Zeit steigender Preise und Profite …