Bargeldverbot & Kapitalkontrollen – so will die EU-Mafia den Euro retten!

Die nächste Phase der globalen Kernschmelze: Warum Europa die treibende Kraft bei der Abschaffung des Bargelds sein wird

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 20.05.2015

Europa wird den Weg in Richtung des Wirtschafts-Totalitarismus anführen, da die Europäische Union nun verzweifelt versucht, den Euro am Leben zu halten. Wenn der Euro kollabiert, kollabiert auch Brüssel. Die EU existiert allein aufgrund des Euros.

Das Entscheidende ist das fehlerhafte Design des Euros. Sie sind bei der Schaffung des Euros dabei gescheitert, die Schulden aller einzelnen Euroländer zu konsolidieren (Schuldenunion), und das war wahrscheinlich der schlimmste Fehler, der nach der Großen Depression in der Ära der „Neuen Ökonomie“ – wo staatliche Rechtsanwälte glauben, sie bräuchten einfach nur ein Gesetz schreiben und die Menschen würden sich daran halten, so als seien sie irgendeine neue Art von Diktatoren – begangen worden ist.

Aufgrund dieses Scheiterns die Schulden zu vereinheitlichen, mussten die europäischen Privatbanken bei der Zusammensetzung ihrer Bankreserven politisch korrekt agieren, um den Anforderungen Brüssels Rechnung zu tragen, weshalb sie heute von allen Euroländern Schulden in ihren Büchern halten. Das heißt aber auch, dass die teilweise oder vollständige Zahlungsunfähigkeit auf Staatsschulden eines Eurolands das gesamte europäische Bankensystem untergräbt. Das wäre so, als würden sich die Bankreserven in den USA aus den Schulden der einzelnen US-Bundesstaaten zusammensetzen. Rutscht ein US-Bundesstaat in die Pleite ab, würden alle darauf aus sein, die Banken abzuverkaufen, die die meisten Papiere davon halten.

Brüssel wird keine Reformen durchführen – Einstein lag hier völlig richtig, dass man ein Problem nicht mit derselben Denkweise lösen kann, die zu dem Problem führte. Mit dem Konzept der Negativzinsen folgt man einfach nur dem gleichlautenden keynesianischen Konzept, dass die Absenkung der Zinsen die Nachfrage beflügeln würde. Dabei vergessen Sie aber ein Element, und dieses Element ist das Vertrauen. Wenn man davon ausgeht, dass man mit einem Investment noch nicht mal 1% Profit erwirtschaften kann, wird man selbst für 0% keinen Kredit aufnehmen. Und während sie die Zinsen senken, um die Kreditaufnahme zu beflügeln, vernichten sie unterdessen die Älteren, die von ihren Ersparnissen nicht mehr leben können und ihre Ausgaben absenken, wodurch das gesamte Konzept der Pensionen und Renten (Gesellschaftsvertrag) aus den Angeln gehoben und vernichtet wird.

Der Mangel an Vertrauen verhindert es auch, dass neue Unternehmen gegründet werden – und das führt dann zu der verlorenen Generation an jungen Menschen, die nicht in der Lage sind, einen Job zu finden. Die Älteren sind unterdessen dazu gezwungen, weiter arbeiten zu gehen, und so entsteht ein Arbeitsplatzmangel, der zu einer höheren Jugendarbeitslosigkeit führt.

Zu dem Trend, dass die Älteren wie auch die Jüngeren ausgelöscht werden, kommen noch die steigenden Spannungen gegenüber Ausländern hinzu, weil geglaubt wird, dass die Ausländer den Einheimischen ihre wertvollen Arbeitsplätze wegnehmen, wenn sie in ihr Land einwandern. Das Ganze verwandelt sich in einen Teufelskreis, aus dem man mit der alten Art des Denkens nicht mehr ausbrechen kann.

Die Staaten sind nach wie vor in ihrem alten Denkmuster der Negativzinsen gefangen und leiten nun den nächsten Schritt ein. Sie können ihre Haushalte nicht finanzieren, da die Steuereinnahmen gemeinsam mit der Wirtschaftsaktivität zurückgehen, daher machen sie nun auch Hatz auf Geld, wodurch die Weltwirtschaft nur noch stärker schrumpft. Und während sie Hatz auf Geld machen, investieren die Menschen immer weniger. Stattdessen neigen die Menschen dazu, irgendwelche Vermögenswerte zu kaufen, mit denen man aus dem System aussteigen kann. Und das führt den Staat dann noch stärker zu dem Glauben, dass die Lösung in der Abschaffung des Bargelds besteht, wodurch man der Schattenwirtschaft ein Ende bereiten und die Steuern zu 100% einziehen kann..

Brüssel ist sich aber im Klaren darüber, dass sie es beim europäischen Bankwesen mit einer echten Krise zu tun haben. Diese Krise ist gigantisch, aber sie kann nicht mit demselben Denken gelöst werden, das diesen irren Albtraum überhaupt erst geschaffen hat. Das Verbot von Bargeld würde die Menschen offensichtlich davon abhalten, einen Bank-Run auszulösen, wenn ein Staat in die Pleite abrutscht. Das Smart Money versucht unterdessen, so schnell als möglich aus dem System auszusteigen, und kauft seltene Kunst, Münzen, Briefmarken, Antiquitäten, Immobilien, was auch immer. Das ist der einzige ihnen noch verbliebene Ausweg, wenn sie Bargeld verbieten – und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie überdies Kapitalverkehrskontrollen implementieren werden, um zu verhindern, dass die Geldströme das Land verlassen. Das ist der nächste traditionelle Schritt, zu dem diese Art des Denkens führt.

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Am Ende sind es also die Staaten – nicht die Rothschilds –, die ums nackte Überleben kämpfen. Sie werden Bürgerunruhen entfachen, die zwischen Oktober 2015 (2015,75) und 2017 drastisch zunehmen werden. Darüber hinaus müssen wir uns auch über den Ausgang des 21.11.2015 Sorgen machen – das ist nämlich das nächste Pi-Ziel, das bei früheren Wellen die Anschläge von 9/11 in New York und 2010 den exakten Tag des Ausbruchs der Griechenland-Krise mit sich brachte.

Aus geopolitischer Sicht hat Obama alles getan, um die Welt unsicherer zu machen. Er hat die europäische Wirtschaft mit seinen Russland-Sanktionen ruiniert und eine Allianz zwischen Russland und China geschaffen, die sich nun auf militärische Zusammenarbeit und gemeinsame Militärübungen verständigt haben. Die USA mögen vielleicht in der Lage sein, Russland auf einem konventionellen Schlachtfeld zu schlagen, aber China können sie auf diese Weise nicht schlagen. Unterdessen ist es der stärksten Wirtschaft Europas – der deutschen Wirtschaft – verfassungsrechtlich verboten, eine große Armee zu besitzen. Brüssel spricht nun davon, dass man versuchen wolle, eine europäische Armee zu schaffen, was ebenfalls auf die Festigung der Macht in Brüssel abzielt.

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Brüssel wird die Bewegung zur Abschaffung des Bargelds, so wie wir es heute kennen, anführen. Wir bewegen uns nun in die nächste Phase einer massiven Deflation, vor der ich immer gewarnt habe – nicht Hyperinflation. Der Staat zielt jetzt darauf ab, alles zu kontrollieren, und Sie werden künftig nicht mehr in der Lage sein, etwas zu kaufen oder zu verkaufen, ohne dass der Staat nicht seine Einwilligung dazu gibt. Das ist der am Horizont aufziehende Wirtschafts-Totalitarismus, vor dem ich gewarnt habe.

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Der nächste Schritt des Spiels ist die Implementierung von Kapitalverkehrskontrollen. Wenn die EU begreift, dass sie Bargeld nicht verbieten kann, ohne dass dies nicht auch gleichzeitig vom Rest der Welt getan wird, wird das Geld nur noch schneller aus Europa fliehen und den US-Dollar dadurch auf exzessive Höhen treiben. Danach wird es höchstwahrscheinlich nach demselben Drehbuch laufen, wie wir es in Zypern sahen: Sie werden Kapitalverkehrskontrollen einführen, um das Geld von der Flucht abzuhalten.

Die einzige Möglichkeit, aus diesem Schlamassel herauszukommen, besteht darin, den Denkprozess zu ändern. Das ist der wirkliche Kampf. Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass die Hyperinflationisten mit ihren Auffassungen komplett daneben liegen und wir, bevor das Ganze vorbei ist, noch alle darum beten werden, dass die Inflation einsetzt. Die westliche Zivilisation befindet sich jetzt im Kernschmelze-Modus, und das geht einzig auf die Schulden und die den Staat kontrollierenden Rechtsanwälte zurück, die glauben, sie können Diktatoren sein, indem sie einfach irgendwelche Gesetze schreiben.

Wer die Natur der Bestie versteht, mit der wir es hier zu tun haben, wird auch nicht überrascht sein, sondern stattdessen aus der Geschichte lernen, obwohl wir dennoch gezwungen sein werden, dabei zuzuschauen, wie andere die Geschichte wiederholen werden.

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