Der Untergang des Sozialismus: Warum die kommenden Jahre extrem gefährlich werden

Staatsschuldenkrise: Die westlichen Wohlfahrtsstaaten brechen aktuell genauso zusammen, wie es einst beim Kommunismus der Fall war. Diese Zusammenbruchsphase ist extrem gefährlich, da die Politiker alles daran setzen werden, ihre Macht und Positionen auf Kosten der Bevölkerung zu erhalten

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 18.05.2015

Das gesamte Konzept des Marxismus bricht derzeit in einem echten Crash zusammen. China und Russland haben diesen Zusammenbruch bereits bei der Trendumkehr des Economic Confidence Models Ende 1989 (1989,95) durchgemacht. Die Ereignisse nahmen mit dem Tian’anmen-Massaker ihren Anfang, als Soldaten mit Sturmgewehren und Panzern gegen unbewaffnete Zivilisten vorgingen, die versuchten, die Vorstöße des Militärs in Richtung des Tian’anmen-Platzes im Herzen von Peking, der von Studenten bereits seit 7 Wochen besetzt worden war, zu verhindern …

01Der Zusammenbruch des Kommunismus fand von sich aus statt und erfolgte auf dem Hoch der ersten 8,6-Jahreswelle der Privaten Welle, die 1985 (1985,65) begann. Die aktuelle Welle von 2015 (2015,75) ist 25,8 Jahre von den Ereignissen Ende 1989 entfernt. Das ist die Welle, mit der eigentlich der Zusammenbruch des Sozialismus beginnen müsste – ein Ereignis, das ich als „Big Bang“ bezeichne. Dies dürfte 31,4 Jahre nach 1989,95 zu einer bedeutenden politischen Reform führen und das wird direkt nach der Komplettierung der aktuellen Welle 2020 – 2021,35 sein.

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Das ist auch der gefährlichste Teil dieses politischen Transformationsprozesses, da die Regierung nicht einfach so abtreten wird. Die politischen Entscheidungsträger haben alles Erdenkliche versprochen, aber nichts davon finanziert. Ein Betrug folgte dem nächsten. Sie haben das Wirtschaftswachstum genutzt und so getan, als würde das fingierte Wachstum zu einer Erhöhung des Lebensstandards führen.

Ironischerweise war es Bill Clinton, der am 20.01.1993 das Amt des US-Präsidenten antrat, als wir auf den Pi-Umkehrpunkt zusteuerten. Clinton war es, der den Banken alles auf einem Silbertablett überreichte und die Glass-Steagall-Gesetzgebung aufhob. Er verkündete, er wolle, dass sich jeder Amerikaner ein Haus bauen kann. Hinter den Kulissen machte er sich seine Taschen voll und räumte den Banken den Freiraum ein, mit dem der ultimative Albtraum geschaffen wurde, der unserer Wirtschaft dann 2007,15 das Genick brach – der Markt für hypothekarisch besicherte Wertpapiere. Das war auch das Hoch bei der Geldumlaufgeschwindigkeit, die seit der ersten staatlichen Rettungsaktion – der Rettung von Long-Term Capital Management im Jahr 1998 – immer stärker zusammengebrochen ist.

04Ich schrieb einen Kommentar für das Wall Street Journal zu Clintons Behauptung, er würde den US-Staatshaushalt wieder ausgleichen. Das erreichte er, indem er die Laufzeiten bei der Schuldenfinanzierung verkürzte, wodurch Unmengen an Geld eingespart wurden, weil die langlaufenden Zinsen beträchtlich über den kurzlaufenden Zinssätzen lagen. Ich finde es wirklich ironisch, dass wir es heute mit Hillary Clinton zu tun haben, die für ihren Präsidentschaftswahlkampf nun ebenfalls zu den Banken rennt, damit sie von ihnen zur Auserwählten gemacht wird. Sie würde der Freiheit, wie wir sie kennen, mit Sicherheit den letzten Sargnagel verpassen und die Oligarchie wiedererrichten, die auch das alte Rom vernichtete und den Aufstieg Russlands verhinderte.

Die Politiker geben fortwährend den Reichen die Schuld und behaupten, dass die wirtschaftliche Ungleichheit unter den Menschen böse sei. In Wahrheit sind sie jedoch die ersten, die sich selbst bereichern. Es gibt wirtschaftliche Ungleichheiten unter den Nationen, die direkt mit der Kultur, der Bildung und den Lebenszielen der Menschen in Zusammenhang stehen. Im Gegensatz zu China war Russland nicht in der Lage aufzusteigen, da Russland nicht in seine Wirtschaft investierte, sondern sich allein auf seine Bodenschätze als Einnahmequelle verließ. Der Reichtum einer Nation basiert jedoch auf ihren Menschen – nicht auf Bodenschätzen und Rohstoffen.

Den Australiern taten die Aborigines leid, die im Freien schliefen, woraufhin sie ihnen staatliche Wohnungen und Häuser bauten. Die Aborigines gingen in die Häuser, schnappten sich dort, was sie brauchten und kehrten dann wieder zu den Flussbetten zurück. Aus ihrer Perspektive ist das Leben in einem Apartment wie in einem Gefängnis, denn draußen haben sie ja frische Luft und können in den Nachthimmel blicken. Dennoch neigt der Mensch dazu, andere immer nach den eigenen Standards zu beurteilen, anstatt auf die individuellen Ideen und Ziele der Menschen zu blicken.

Die politischen Entscheidungsträger der Staaten haben Schulden und geldpolitischen Mittel (erfolglos) eingesetzt, um zu versuchen, die Wirtschaft zu manipulieren. Das hat zu einer exzessiven Verschuldung und zu Ungleichgewichten beim Welthandel und beim Kapital geführt. Die meisten Staaten verfügen nun über eine exzessive Staatsverschuldung und der Teil der Staatsschulden, bei denen es sich einfach nur um akkumulierte Zinskosten handelt, hat in vielen Nationen bereits die Marke von rund 70% erreicht.

Die Hyperinflationisten lagen komplett daneben. Sie begreifen einfach nicht, dass der Staat nicht dumm ist, sondern in Wahrheit eher böse. Der andere Aspekt dieses Albtraums ist eine vom Staat herbeigeführte vollumfängliche autoritäre Welt. Gesetzgebungen wie das US-Gesetz FACTA sorgen für einen Rückgang der Weltwirtschaft mit alarmierender Rate, was durch den Zusammenbruch der Geldumlaufgeschwindigkeit – die sich derzeit im Kernschmelze-Modus befindet – bestätigt wird. Die G20-Länder tauschen nun in ihrer Suche nach Geld, das sie beschlagnahmen können, allesamt Informationen miteinander aus und dann hat man noch die örtliche Polizei, die die Menschen einfach ausraubt. Die Polizei ist nicht mehr länger dafür da, die Menschen zu schützen, sondern es sind jetzt bewaffnete Geldeintreiber auf Rädern.

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Die beängstigenden Gerüchte, die derzeit hinter den Kulissen zu vernehmen sind, deuten in Richtung eines echten Dunklen Zeitalters des konstruktiven Kommunismus. Das heißt, dass Sie Ihr Haus aus technischer Sicht zwar immer noch besitzen werden – aber ihre Lösung besteht in der Abschaffung der Banken und der Überführung aller Bankkonten unter staatliche Kontrolle. Jetzt sind die Banker auch bereit, Hillary zu finanzieren, um zu versuchen, diesen Trend zu stoppen. Die Politiker wissen, dass der Euro das europäische Bankensystem untergraben hat, aber das Problem tatsächlich zu beheben, würde ihre Macht gefährden. Ihre Lösung besteht daher darin, den Euro mit schierer Gewalt am Leben zu erhalten.

Die staatlichen Sozialprogramme werden drastisch zurückgefahren werden. Sie gehen davon aus, dass sie in der Lage sein werden, sich mittels der staatlichen Kontrolle und der Abschaffung des Papiergelds zu finanzieren. Das ist der Zusammenbruch des Sozialismus, vor dem ich gewarnt habe. Sie statten die Polizei mit militärischen Waffen aus, um sicherzustellen, dass die Menschen nicht gegen ihre Macht revoltieren. Der gesamte gesellschaftliche Zusammenhalt wird aus den Angeln gehoben, da bei ihnen Macht und Ämter immer an erster Stelle stehen.

Und die Staaten haben natürlich auch ihren Teil dazu beigetragen, die sozialen Leistungen und Zuwendungen aufzubauen, um durch diese Versprechungen in Ämter gewählt oder wiedergewählt zu werden. Die Privatfirmen haben das Wachstum der Mitarbeiterzuwendungen ebenfalls angeheizt, um so den Druck direkter Gehaltskosten zu minimieren und die aktuellen Einnahmen und Aktienpreise in die Höhe zu treiben. All das steuert nun auf seinen Höhepunkt zu. Europa und Amerika sind vom Staat abhängig geworden, während die eins von der Sowjetunion beherrschten Regionen dem Staat nicht trauen. Dort haben die Menschen gelernt, sich auf ihre Familien zu verlassen.

Die Staatsschuldenkrise wird dieses Mal anders sein. Als die Staaten 1931 in die Pleite abrutschten, löschten sie die Reichen und die Banker aus. Dieses Mal wird es jedoch die Rentenkassen und Versicherungsfirmen erwischen. Das wird die finanzielle Zukunft sehr vieler Menschen vernichten. Die Menschen im Westen werden dieselbe Lektion lernen müssen, wie die Menschen, die unter dem Kommunismus gelebt haben. Jetzt sind wir halt an der Reihe, eins auf die Mütze zu bekommen.

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