Gold – eine Absicherung gegen den Staat

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 28.05.2015

Ich habe unzählige Male darauf hingewiesen, dass Gold keine Absicherung gegen Inflation oder Hyperinflation ist. Es ist auch nicht das Gegenstück zum US-Dollar. Und es ist weder die Goldpreismanipulation, die den Goldpreis unten hält, noch das Papiergold, das den Goldpreis drückt. All diese Geschichten sind nichts weiter als Gold-Werbepropaganda oder Ausreden. Gold ist dem Deflationstrend bei Rohstoffen gefolgt, falls Ihnen die Ölpreisentwicklung entgangen sein sollte, und zwischen der Geldmenge und der Inflation gibt es auch keine 1:1-Beziehung, da wir es mit einer globalen Wirtschaft zu tun haben, die vornehmlich durch das Vertrauen gesteuert wird. All diese Geschichten sind offen gesagt einfach nur absoluter Blödsinn.

Jede einzelne dieser Goldverkaufs-Werbegeschichten ist für die Goldpreisentwicklung völlig bedeutungslos und die meisten Preismanipulationen bei den Metallen waren Aufwärtspreismanipulationen, um ahnungslose und naive Anleger dazu zu bringen, bei den einzelnen Hochs auf den Zug aufzuspringen, um den Preis im Anschluss daran crashen zu lassen. Das findet bereits seit den 1970er Jahren statt. Ich kannte die Gebrüder Hunt bereits in den 1970er Jahren. Sie erlangten dann Berühmtheit, als die Gold-Promoter ihre Namen herausposaunten, um die Menschen davon zu überzeugen, dass der Silberpreis auf USD 100 pro Unze steigen würde und sie daher bei USD 50 pro Unze einsteigen müssten.

All diese Gold-Promotion-Geschichten gab es die ganzen 19 Jahre über, während Gold von 1980 bis 1999 fiel. Sie hauen sie raus, um die Leute an der Nase herumzuführen und sie dazu zu bringen, in jede Rally hineinzukaufen – und dieselben Möchtegern-Analysten verkaufen dann auch noch selbst Gold, was natürlich ein Interessenkonflikt ist. Heutzutage wird der Verkauf eines Gebrauchtwagens zum Schutz der Öffentlichkeit stärker reglementiert als der Goldmarkt.

Ich will Ihnen kein Gold verkaufen. Es gibt immer eine Zeit, um zu kaufen, und es gibt immer eine Zeit, um zu verkaufen. Sorry – zunächst einmal bin ich Trader. Gold ist in Wahrheit eine Absicherung gegen den Staat. Auf Dollarbasis könnte es sein, dass das Goldpreistief immer noch nicht da ist. Wir sollten in diesem Zusammenhang im Hinterkopf behalten, dass es immer noch zu einer bedeutenden US-Dollar-Rally kommen könnte, was zu einem Goldpreisrückgang auf Dollarbasis beitragen könnte.

01Nichtsdestotrotz ist das die Trading-Perspektive. Aus Perspektive der persönlichen Absicherung könnte Gold seine Mobilität verloren haben. Auf die langfristige Goldpreisentwicklung wird das einen gewissen Dämpfer-Effekt haben. Wenn wir jedoch übers Trading sprechen, gibt es vielleicht bessere Möglichkeiten als Gold. Damit Gold seine Mobilität zurückgewinnt, sollten wir vielleicht alle wieder damit anfangen, Goldschmuck zu tragen. Einen 2-Unzen-Hochzeitsring vielleicht.

Also, wenn es um die persönliche Absicherung geht: Ja, man sollte einige gewöhnliche Goldmünzen oder Goldschmuck besitzen. Wo man diese lagert, ist dann ein völlig anderes Problem. Dabei geht es aber nicht ums Trading. Die Staaten versuchen jetzt so schnell es geht, die Papierwährungen zu verbieten, da sie dies als einzige Möglichkeit erachten, eine Kernschmelze bei den Banken zu verhindern, alle Steuern, die sie sich jemals erträumt haben, einzukassieren und die Menschen davon abzuhalten, Dinge zu kaufen und zu verkaufen, ohne dass der Staat sein okay dazu gibt, wobei der Terrorismus und die Drogendealer dafür als Ausrede herhalten müssen. Und wie wird die Polizei Geld machen? Als ich in Polen gelandet bin, waren dort große Schilder am Flughafen, auf denen stand, dass es illegal sei, irgendetwas mit einem Wert von über EUR 10.000 mit sich zu führen. Wir stehen hier also einer sehr fragwürdigen Zukunft gegenüber.

Ich bin skeptisch, ob sich diese Leute an der Macht halten können, denn wir werden in 2016 und 2017 mit einer ernsthaften politischen Kernschmelze konfrontiert werden. Gold ist eine Absicherung gegen den Staat, nicht gegen Fiatgeld oder Inflation. In diesem Kontext sind Goldmünzen aktuelleren Datums besser als Goldbarren. Natürlich könnte es sein, dass man sein Haus dann nicht mehr verlassen kann.

Wir können die kommende Entwicklung nicht aufhalten. Es wird alles in Schutt und Asche gelegt werden. Wir befinden uns jetzt im Kampf um unsere Freiheit und die Freiheit unserer Kinder. Das ist der einzige Grund, warum ich noch nicht die Flucht ergriffen und mich an einem Strand zur Ruhe gesetzt habe. Was ist denn mit meinem eigenen Wohlergehen? Während der totale Zusammenbruch unvermeidlich ist, können wir die Leiden vielleicht minimieren, wenn wir zurückschlagen, wenn die Zeit dafür gekommen ist, um so den vollumfänglichen Verlust aller Rechte, Freiheiten und Privilegien zu verhindern, die für US-Bürger einst in der US-Verfassung festgeschrieben wurden …

Wann Gold wirklich in einem Bärenmarkt ist

Frage: „Wenn Sie Kommentare und Analysen veröffentlichen, dann gehe ich davon aus, dass Sie diese aus US-orientierter, also inländischer Perspektive schreiben und mit diesem Blick dann auf die Welt schauen. Wenn Sie beispielsweise über Realwerte wie Gold oder Silber schreiben, sind diese Auffassungen dann aus Perspektive eines in den USA sitzenden Anlegers? Könnte man sagen, dass die Notwendigkeiten einer in Europa lebenden Person von denen eines US-orientierten Lesers abweichen könnten? Würde es für einen Europäer im Gegensatz zu einem US-Bürger Sinn machen, in Realwerten investiert zu sein? …“

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Antwort: Die Definition, die ich für einen Bullenmarkt verwende, ist, dass sich ein Wert nur dann in einem Bullenmarkt befindet, wenn er in allen Währungen steigt. Ansonsten verkauft einfach nur irgendjemand, während man selbst kauft. Nichts lässt sich allein in einer einzigen Währung analysieren. Wir werden für unsere Kunden schon bald unser Socrates-Tool veröffentlichen, dort werden Sie dann die Möglichkeit haben, Ihr Heimatland einzugeben. Sie werden dann einen Blick auf einen beliebigen Vermögenswert erhalten, und das wird dann in Ihrer Heimatwährung gespiegelt, so dass Sie basierend auf der Währung, in der Sie Ihre Gewinne und Verluste ermitteln, sehen können, ob etwas tatsächlich bullisch oder bärisch ist.

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