Gold & Silber: Talfahrt könnte sich in den kommenden Wochen und Monaten fortsetzen

David Tablish, Rambus1.com, 08.07.2015
(in Auszügen)

Heute möchte ich Ihnen einige aktualisierte Edelmetallcharts präsentieren, denen wir sehr genau folgen, um so etwas Licht ins Dunkel zu bringen und herauszufinden, wo wir derzeit stehen und wie es weitergehen könnte.

Wenn man an den Märkten investiert, braucht man einen Spielplan, an den man sich halten kann, damit man auch weiß, wann sich das Spiel ändert und man sich wieder entsprechend neu ausrichten muss. Solange der Spielplan funktioniert, hält man daran fest, bis das Preisziel erreicht wurde oder es zu einer Trendwende kommt.

Ja ich weiß, dass es schwer ist, einem Spielplan zu folgen. Es gibt verschiedene Dinge, die einer Aktie oder einem Markt auf Tagesbasis passieren können, über die wir keinerlei Kontrolle haben, die aber unsere Meinung beeinflussen. Ohne einen Spielplan, dem man folgen kann, ist man aber jeder kleinsten Kursbewegung auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Es braucht schon eine bestimmte Menge an Vertrauen in das jeweilige Trading-System, das man verwendet, um in der Lage zu sein, die Schwankungen auszusitzen, die einen wegfegen können, wenn man auf jede kleine Bewegung reagiert.

Zu den schwersten Dingen gehört, eine Anfangsposition aufzubauen, da es im Grunde unmöglich ist, das absolute Tief zu treffen. In einem Aufwärtstrend geht eine Aktie oder ein Markt zwei Schritte nach oben und einen Schritt zurück. Es ist dieser Schritt zurück, der einen erwischen kann, wenn man nicht das tatsächliche Tief gekauft hat. Gewöhnlich ist es zu Beginn eines Trades daher so, dass man meist einen kleinen Verlust verbucht und dann damit leben muss. Liegt man beim Trend richtig, wird sich das in der Regel aber von selbst klären und der kleine Anfangsverlust wird sich letztlich in die Zugewinne verwandeln, auf die man aus war […]

Gold

Im Folgenden sehen Sie einen langfristigen Linienchart auf Tagesbasis der oben Gold und unten Silber zeigt. Die gestrichelte schwarze Trendlinie bei Silber zeigt, dass das Metall seine wichtige Trendlinie/Nackenlinie schon durchbrochen hat, während Gold immer noch seine eigene schwarz gestrichelte Trendlinie testet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber dieser Chart bestätigt den Spielplan immer noch. Der RSI-Indikator ganz oben auf dem Chart hat immer noch viel Spiel nach unten.

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Der nächste Chart ist ein Tageschart für Gold. Er zeigt und die wichtigsten gleitenden Durchschnitte – diese gleitenden Durchschnitte liegen allesamt über den jüngsten Goldpreisnotierungen, was den Spielplan ebenfalls bestätigt. Sollte Gold damit beginnen, über einigen dieser wichtigen gleitenden Durchschnitte zu notieren, müssten wir damit anfangen, den Spielplan zu überdenken, aber bisher ist nichts durchbrochen worden.

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Der nächste Goldpreischart zeigt den Abwärtstrendkanal. Dieser Chart wird von uns im Grunde wöchentlich veröffentlicht, damit wir die Entwicklung in Echtzeit mitverfolgen können. Die schwarzen und die roten Rechtecke messen Zeit und Preis für jede Impulsbewegung. Ich hatte ja gesagt, dass ich gerne sehen würde, dass der Goldpreis bis Mitte Juli die untere Linie des blauen bärischen fallenden Keils testet. Der Grund dafür ist, dass das auch der Zeitpunkt ist, als Gold 2013 aus seinem blauen 6-Punkte-Rechteck nach unten hin ausbrach. Das rote Rechteck misst die Impulsbewegung nach unten. Das zweite rote Rechteck auf der unteren rechten Seite des Charts hat genau dieselbe Größe und zeigt, wo wir zeitlich wie auch preislich nach einem Tief Ausschau halten können. Es muss natürlich nicht zwingend so sein, dass Gold die untere Linie des blauen fallenden Keils Mitte Juli trifft, aber aus zeitlicher Sicht hätten wir eine schöne Symmetrie vorliegen, wenn dem so wäre.

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Den nachfolgenden Monatschart für Gold hatte ich ihnen erstmals vor fast zwei Jahren gezeigt, kurz nachdem der Goldpreis aus seinem bärischen aufsteigenden Keil nach unten hin wegbrach. Leser, die unsere Arbeit schon seit längerem mitverfolgen, werden sich vielleicht daran erinnern, dass ich dann später noch die verlängerte Nackenlinie hinzugefügt habe, die vom Schulter-Kopf-Schulter-Konsolidierungsmuster des Jahres 2008 ausgeht und bis zur rechten Seite des Charts verlängert wurde. Die Symmetrie, die anhand der Symmetrielinien der Nackenlinie zu sehen ist, ist einfach zu gut, um sie zu ignorieren. Sie sind alle im selben Winkel gezeichnet und weisen die Tiefs der linken und rechten Schulter des Schulter-Kopf-Schulter-Konsolidierungsmusters von 2008 sowie die Hochs der linken und rechten Schulter des riesigen Schulter-Kopf-Schulter-Hochs aus.

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Der Ausbruchs- und Backtestprozess hält nun fast schon seit einem Jahr an, aber wir haben es hier auch mit einem riesigen Schulter-Kopf-Schulter-Hoch zu tun, und derart große Kursmuster brauchen viel Zeit, um sich zu entwickeln. Jetzt wird es langsam Zeit für Gold, auf neue Tiefs einzubrechen, da der Goldbärenmarkt im September 2011 begann. Das würde den Spielplan bestätigen.

Platin

Platin zeige ich nicht sehr oft, aber es gehört zum Spielplan mit dazu. Im Folgenden finden Sie den Monatschart von Platin, auf dem sein mehrjähriges blaues Rechteck zu sehen ist. Danach bildete es ein kleines rotes Rechteck aus. Aktuell notiert es auf mehrjährigen Tiefs.

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Und hier der Wochenchart von Platin:

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Silber

Der nachfolgende Chart ist ein Linienchart für Silber auf Tagesbasis. Auf dem Chart ist zu sehen, dass Silber unter seine Nackenlinie gefallen ist. Und wenn man sich den Chart ganz genau anschaut, sieht man auch den winzigen Backtest an der Nackenlinie. Es könnte sein, dass wir einen weiteren Backtest an der Nackenlinie sehen werden, aber die Tatsache, dass das Metall seine Nackenlinie nach unten hin durchbrochen hat, sagt uns, dass wir auf Kurs sind.

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Und genauso wie bei Gold haben wir es auch bei Silber mit einem riesigen Schulter-Kopf-Schulter-Hoch zu tun. Auch hier gibt es eine nette Symmetrie, wie anhand der Symmetrie-Nackenlinie gezeigt wird, welche die Höhe der linken und rechten Schultern ausweist. Bei meinem Spielplan gehe ich davon aus, dass Silber auf die braun schraffierte Stützungs- und Widerstandszone fällt. Würde Silber bis auf dieses Preisniveau fallen, wäre ich zufrieden […]

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Es ist möglich, dass sich der Spielplan jederzeit wieder ändern kann – doch bis dieser Zeitpunkt gekommen ist, werde ich an der Strategie, die bisher funktioniert hat, weiter festhalten.

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